Dienstag, 31. Januar 2012

Afrika, Afrika ...

Das Thema lässt mich nicht los. Ich war im Sommer 2011 zusammen mit meiner Tochter Hannah 3 Wochen in Tanzania. Wir haben Freunde besucht, die dort 7 Jahre lang auf einer Missionsstelle in der Stadt Moshi am Fuße des Kilimandscharo gelebt haben. Unglaublich beeindruckend - spannend, anstrengend, inspirierend, ... - waren diese Tage. Und selbst 
die vielen, vielen geduldigen Antworten auf meine gefühlt 1000en von Fragen haben mich 
nicht satt gemacht. Ich hätte noch 4 Wochen immer so weiter machen können. 

Mehrfach habe ich seitdem Menschen zu Gast gehabt, die neugierig auf das Land und 
unsere Erlebnisse waren, und habe sie mit meinen Bildern und dem tanzanischen Ugali-Essen in diese fremde Welt entführt. Zuletzt schließlich hatte sich Hannah einen Afrika-Geburtstag gewünscht. Ich habe also die vielen, vielen Bilder abgespeckt auf gut 100, die Hannah oder 
mir besonders wichtig waren und sich eigneten, sie 10-13-jährigen Mächen zu zeigen. Besonders das eriträische Mädchen aus ihrer Klasse war völlig elektrisiert "das sieht ja aus 
wie bei uns zu Hause!" Und ich hatte den Eindruck, sie war stolz, den anderen auf diesem Umweg von ihrer Heimat erzählen zu können.



Der Tisch war mit Mitbringseln gedeckt, einem wunderschönen Stoff, mit tanzenden Figuren bedruckt, der Bastmatte, den Ebenholzleuchtern und der Steinfigur. Die Kinder tranken Rosella-Saft, ein Sirup aus einer intensivroten Blüte gekocht, von der mir dort aber niemand 
sagen konnte, was für eine Pflanze das eigentlich ist.

Fürs Schmuckbasteln haben wir den Tisch geräumt. Die Kinder haben erst Hannahs 
blaue Kette mit den vielen Perlen und den 3 kleinen Muscheln bewundert (man sieht sie 
im Vordergrund). Und dann haben sie sich an die Arbeit gemacht, nach selbst ausgedachten Mustern Perlen auf einen Spiraldraht zu fädeln. Je nach Größe der Perlen eine echte Herausforderung ... Vorbilder waren auch die Perlenarbeiten, die sie auf den Bildern 
von Massaifrauen gesehen hatten. Phantasievolle Muster und Formen aus 1000en von 
Perlen, auf Draht aufgefädelt.

Kindergeburtstag mit Schmuck


Und herausgekommen ist dabei immerhin so etwas: die Kette ist das Mitbringsel, das Spiralarmband hat Hannah sich gemacht. Und den braunen Kettenanhänger habe ich versucht nach dem mitgebrachten Vorbild. Mehrere der Mädchen machten es mir aber nach und bekamen es genauso gut hin. Ich fand es gar nicht so schwer - zu erklären und zu machen. 
Und bei all dem Strandgut aus dem indischen Ozean, das man auf diesem Bild noch sieht, 
sind auch einige Muscheln mit Loch, die man an so einem Anhänger befestigen könnte.


Ganz wichtig war Hannah, dass der Tag mit einem zünftig gegessenen Ugali endet. Ugali 
ist eigentlich einfach Maismehl. Aber der tanzanische Mais ist nicht gelb wie unserer sondern weiß. Er wird dort einfach in kochendes Wasser gerührt und ergibt innerhalb einer Minute eine schnittfeste Masse. Dazu gibt es beim Normalo-Tanzaner eine Sauce aus roten Bohnen. Bei uns bekam das Ugali einen Teil Milch zum Wasser und eine Prise Salz. Und die Sauce enthielt noch Huhn. Das Entscheidende für Hannah dabei ist aber, dass es mit den Händen gegessen wird! Man matscht sich Ugali und Sauce auf dem Teller zusammen und steckt 
sich die Happen in den Mund.


Alle meine erwachsenen Gäste haben sich bisher geweigert. Aber die Kinder hatten da 
keine Scheu und haben es alle sehr genossen: "endlich können wir mal so richtig mit 
dem Essen matschen, und keiner sagt was dagegen!"


Hannah fand ihren Geburtstag toll, und ich glaube, ich habe - neben den Masken und 
den Filztaschen - noch eine schöne Beschäftigung für einen Kindergeburtstag im Format entdeckt. Schmuck mit Draht zu machen und entsprechend formen zu können, hat mir 
selbst richtig gut gefallen.