Freitag, 27. April 2012

Rein - Raus - Schön!

Ich muss endlich mal wieder was Basteliges zeigen hier. 
Und zwar ein sogenanntes Klorollenbuch. Fürchterlicher Name ... 
Und man sieht auch von den Dingern gar nichts,
aber sie sind so schön stabil.

Also: man nehme beliebig viele leere Toipapier-Rollen, drücke sie
schön platt und beschwere sie für einige Tage mit vielen, vielen
Büchern, damit sie nicht so widerspenstig wieder aufspringen.
Dann schneide man je Rolle ein selbst bestempeltes oder
Designpapier zu - 1cm breiter als der Umfang der Rolle und mind. 
1/2cm länger als die Länge der Rolle.

Die Rollen klebt man auf die Papiere so, dass das eine Ende
bündig ist und das andere einen Überstand hat. Um da richtig
zu zielen, legt man die Rolle quer vor sich und hat dann links
das Bündige und rechts den Überstand. Und hinten unten die
Überlappung. Am besten erst zurechtlegen und vorknicken
und dann kapieren ...
und dann kleben.


Das nun an einem Ende überlappende Papier wird vorsichtig
mit etwas Klebendem versehen (ich bevorzuge UHU extra) und
vorsichtig nach innen geklappt und angeklebt.
Achtung, es könnte in den Ecken reißen.

Wir schneiden je Rolle aus einem einfarbigen Karton (hier Kraft)
ein Stück, das *Breite der umklebten Rolle X 8cm* groß ist.
Das Stück wird nach 2, 4 und 6cm gefalzt und an den Schmalseiten
gestaltet (distressen, Bordüre stanzen, wischen, ...)  Die Mitte wird
aneinander geklebt. (Dieses Prinzip hat sich die liebe Nelli
ausgedacht.) In dieses Endstück kommt später die Rolle rein.


Außerdem schneide ich 2 andersfarbige Stücke in
*Breite der Rolle X 4cm* zu. Diese kleinen Stücke werden
an einer Längsseite genauso gestaltet wie das Endstück
und dann hinter die ersten 2cm der Schmalseiten des Großen
geklebt. Dann wird die Rolle mit der bündig geklebten Seite
in dieses Endstück reingeklebt und so geschlossen.
Das offene Ende der Rolle muss nun das mit dem 
Eingeschlagenen sein und die Klebenaht auf der Rückseite unten.


Da ich von diesen gestalteten Rollen ja mehrere aneinander
machen will, stanze ich in das Endstück bei allen Rollen 2 Löcher
und versehe wie mit Nieten. Dabei achte ich darauf, dass bei der
untersten Rolle meines Buches die Niete nach hinten zeigt,
weil das das Äußere ist, das man sieht.



Das Äußere der Rollen kann ich nun mit Stempeln, Papier,
TAG´s gestalten. Meine Gestaltung sollte aber nicht zuuuu dick
auftragen, weil das "Buch" sonst so aufsperrt. Jetzt verbinde ich
meine Rollen mit einem Band, einem Draht, einem ... 
was mir so einfällt. Hier ist es ein mit Papier ummantelter Draht.

 

Aber nun muss ja auch noch was rein in mein Buch. 
Dafür schneide ich aus einem relativ neutralen Papier je Rolle einen
Papierstreifen, der sich genau da reinschieben lässt (messen,
muss etwas schmaler und genau so lang wie die Rolle sein).
Außerdem stanze ich mir 2 kleine Papierkreise oder TAG´s
oder etwas Ähnliches aus, das ich beidseitig als Griff an den
Streifen kleben kann. Auch hier mache ich eine Niete rein,
damit ich noch ein kleines schmückendes Band
befestigen kann.

Auf die Papierstreifen kann ich nun ein Gedicht schreiben,
Fotos kleben, Gutscheine ausstellen, ... In einem Fall habe ich
sogar mal 3 eigene Rollen etwas größer gebaut,
damit ich dann in ein Fach eine Theaterkarte reinstecken konnte.

Rollenbuch

Und ganz ehrlich? Klorollenbuch ...
Das Ding heißt zwar in Bastlerkreisen so, da kann ich nix mehr
dran drehen. Man findet auch Clips bei YouTube unter
"Toilet-Tissue-Tube-book" oder so. Aber wie man hier sieht,
wollen die Rollen einfach rund sein. Ich werde darum in Zukunft
immer die Versteifung innerhalb der "Buchseiten" aus
irgendeinem dünnen Karton selbst schneiden und falzen. 
Das wird viel flacher und schöner.

Und der so verschenkte Theaterbesuch war ein voller Erfolg!