Montag, 19. November 2012

"tag"-Adventskalender 2012, die erste - umpacken

Schon zum dritten Mal findet im Stempelhühnerhof der „tag“-Adventskalender statt. „tags“ sind Karten/Anhänger/Schildchen/... , die meist viel kleiner sind als die normalen, genormten Grußkarten. In diesem Fall aber nicht viel. In diesem Fall sind sie 7 x 14cm groß - 
und natürlich für die Überraschung liebevoll einzeln verpackt. 
Wir rotten uns zu Gruppen zusammen, basteln jede 24 solcher Kärtchen, schicken sie an ein Huhn, das alles in Empfang nimmt und umverteilt – 
und dann zurück schickt.
Für einen Kreis war/bin ich in diesem Jahr die Poststation. Und davon muss ich nun wie versprochen auch ein paar Bilder zeigen:


So sah mein Tisch vorher aus: 
lauter dicke Briefe mit unbekanntem Inhalt, 
verlockend - aber auch ich muss Geduld haben. 
Immerhin durfte ich mich zwecks Umverteilung 
wenigstens bis zu den Hüllen vorarbeiten.


 Ist das nicht eine Pracht?
 

Wie mag wohl erst der Inhalt aussehen?
Egal. Ich erfahre es ab dem 1.12. 
Aber jetzt gehts erstmal ans Umverteilen. 
Alle Packerl offen auf den Tisch, nochmal kontrollieren, 
ob überall das Geschenk, die Adresse
und das Porto drin sind - und los!


Schön einen Haufen nach dem anderen nehmen und an die anderen Hühnerschachteln verteilen, bloß nix zur Herstellerin zurück legen, immer schaun, wo schon wieviele sind, welche Verteil-Anweisungen ich von der Herstellerin bekommen habe, bei welchem Geschenk noch ein tag dazu muss, 
wo es schon mit drin ist, ...  


Gegen Ende bei allen mal nachzählen, ob ich ungefähr richtig ausgekommen bin bei 21-22 tags und dann als letztes meine eigenen dazu legen, weil ich da genau weiß, wo was drin ist.  

Und nun wird in den nächsten Tagen mein eigener Adventskalender an die Leine an der Küchentür wandern, während die anderen von der Post zu ihren Adressatinnen geschippert werden. Hoffentlich. Die geschlossenen Schachteln sehen jedenfalls wieder ziemlich harmlos aus und die Postmitarbeiterin meinte auch:"Die wiegen ja garnix!" Aaaaaber: wir wissen es besser. Der Inhalt ist einfach fantastisch!

Eigentlich hätte ja mein Mann mich fotografieren müssen, während ich fotografiert habe. Denn ich bin dafür immer wieder auf einen Stuhl gestiegen. Aber das wurde leider nicht dokumentiert.

Heute jedenfalls habe ich die Packerln zur Post getragen, und in wenigen Tagen dürfen wir schon das erste Tütchen öffnen. Noch 12 mal schlafen, Leute!!! 

Sonntag, 11. November 2012

Triple Stamping

Nun muss ich Euch ganz schnell noch eine kleine Karte zeigen.

Im Stempelhühnerhof gibt es jede Woche die Samstagsinspiration, kurz SI. Da war letzte Woche die Aufgabe, eine Triple Stamping-Karte zu zeigen, und diese Woche sollte es alles, aber keine Rechtecke geben.

Ich habe das beides kombiniert, und das ist dabei herausgekommen:

Triple-Stamping

Triple Stamping heißt, dass ich 3 Lagen Papier so anordne, dass es mir gefällt, dann mit einem oder mehreren Stempeln über alle Lagen stempele, diese dann nach Bedarf matte und alles schließlich passgenau aufeinander klebe. Letzteres ist gar nicht so einfach, denn durch die Matte sehe ich ja die genauen Übergänge nicht mehr.

Irgendwie fehlt mir noch was. Vermutlich wird im Endeffekt oben rechts 
noch ein kleines Oval mit einem Text landen. Mal sehen.

kleiner Faltstern - große Wirkung

Letztes Jahr hab ich die ersten auf Blogs und im Hühnerhof gesehen, dann hat Elke/blauer Mohn welche gemacht. Und dann hat mich das Fieber gepackt. Wer will das nicht – Weihnachtsschmuck, der geschmackvoll und aus ansprechendem Material ist und bei dem man trotzdem „die Luft rauslassen“ kann, weil die Schachtel mit Weihnachtsschmuck doch sowieso schon überläuft.

Neulich habe ich auf einem Markt an diesen Dingern geknibbelt, und wenn ich sie fertig gehabt hätte, ich hätte Massen davon verkaufen können. Nun, sie sind in Arbeit und werden auf den nächsten Märkten zu finden sein. Auf Wunsch einer Kundin gibt es aber schon mal vorweg die genaue Bauanleitung dazu.

MATERIAL:
Was brauchen wir alles für das zauberhafte, kleine Ding? Zunächst mal 5 Blatt Papier von ca. 150g Stärke in der Größe 5,5cm², dann 2 kleinere Stücke desselben Papieres, da nehmen wir nachher Reste. Außerdem schmales Band aus Satin oder Organza, 2 Stücke von ca. 12cm. Und eine Metallperle oder Perlenkappe mit größerem Loch.
Als Werkzeug lege ich mir Schere, flüssigen Klebstoff, je ein hell- und dunkelblaues Stempelkissen (schnelltrocknend) und die gewünschten Stempel zurecht. Dazu kommt ein Stück Windradfolie und mein selbst gebauter Stempelsetzer.

VORBEREITUNGEN:
Den zweiten Arbeitsschritt nach dem massenweisen Zuschneiden mit meinem geliebten Hebelschneider mache ich in der Regel bei einer guten DVD. Denn nun heißt es erst mal ausdauernd: Knicken. Ich knicke meine Quadrate einmal genau längs, wieder öffnen, und genau quer. So entsteht ein Kreuz.


Dann wende ich das Quadrat, so dass ich das Kreuz als Bergfalten sehe, nehme es über Eck und knicke eine Diagonale. Hab ich alle meine Quadrate mit diesen 3 Knicken versehen, nehme ich mir ein hellblaues Stempelkissen und ziehe es von beiden Seiten über alle Außenkanten meiner Quadrate.


STEMPELN MIT EINEM STEMPELSETZER:
Nun geht’s ans Stempeln. Die Rückseite ist ganz einfach. Ich lege mir die Quadrate mit der diagonalen Bergfalte (also nach oben) zurecht und stempele mit einem Stempelrad oder weihnachtlichen Hintergrundstempel die gesamten Rückseiten voll in dem helleren Blauton.


Dann wende ich das Quadrat und habe die Diagonale als Talfalte da liegen. Nun ist es entscheidend, dass ich sehr exakt arbeite. Zunächst brauche ich ein Stempelmotiv, das ganz regelmäßig geformt ist – also einen Stern, ein Schneekristall, ein kreisförmiges Ornament. Und den muss ich genau bei allen Quadraten gleich und exakt mittig abdrücken. Wie mache ich das? Mit meinem Stempelsetzer. Ich entscheide mich, wo bei meinem Stempel vorne ist, lege das Stück Windradfolie genau in den Winkel, färbe den Stempel ein und stempele das Motiv genau in der Ecke des Winkels auf die Folie. Ich habe mich entschieden, dass ich dies immer mit stazOn mache und so für jeden Stempel nach und nach eine eigene Folie habe. Man kann das aber natürlich auch mit abwischbarer Farbe machen und die selbe Folie immer wieder benutzen. Dann muss man nur beim Arbeiten aufpassen, dass man sich nicht den Abdruck auf der Folie verwischt.


Folie fertig? Dann schiebe ich die Folie auf das Quadrat und positioniere sie so, dass der Mittelpunkt des Motivs genau auf dem Kreuzpunkt der Knicke liegt und das Muster - hier 2 Enden des Sterns – auf der Diagonalen. Gut festhalten, die Folie darf ab jetzt nicht mehr verrutschen! Jetzt lege ich den Winkel an die Folie an. Gut festhalten!


Nun verschwindet die Folie, ich färbe meinen Stempel dunkelblau ein und stempele genau in dem Winkel ab.


Wenn mir bis jetzt nichts verrutscht ist, müsste der Stempelabdruck genau da sein, wo ich die Folie zuerst platziert habe.
 

Das mache ich mit allen 5 Quadraten gleich, die dann so aussehen - auf der einen Seite das Muster, auf der anderen Seite der Stern:


Weiter geht es mit der MONTAGE des Sterns.
Als erstes muss ich meine Sternelemente einklappen. Das tue ich, indem ich die Diagonale als Bergfalte in die Hand nehme und die Enden dieser Falte leicht nach oben drücke. Dabei klappt die Mitte nach hinten weg, und es entsteht folgendes Gebilde:


Das mache ich mit allen 5 Quadraten, die nun sozusagen eine geschlossene Spitze und ein offenes Ende haben. Ich klebe diese kleinen „Pakete“ aneinander, so dass alle Spitzen aufeinander liegen und alle offenen Enden in die selbe Richtung zeigen. 


Es entsteht ein kleines kompaktes Ding, das wieder aufspringt, sobald ich es loslasse. An der Seite sieht man sehr schön, dass die sichtbaren Teile der gestempelten 6er-Sterne einen neuen 5er-Stern ergeben.


ABSCHLUSS:
Nun schneide ich endgültig die beiden Quadrate aus Resten zu, die auf die beiden Deckseiten des Sterns gehören. Ich wische auch hier die Kanten hell und stempele einen kleinen Stern und einen kleinen Weihnachtsgruß dunkel darauf.


Ich drücke das „Paket“ zusammen und klebe auf beiden Seiten die Bänder fest. Achtung, sie müssen am offenen Ende vom Stern abgehen! Dort ist oben. 


Mit Kleber einstreichen, Band drauf, auch das Band einstreichen, kleines Quadrat drauf. Bei der Schrift auf oben achten.
  

Jetzt wird es knifflig. Wir brauchen nämlich nun die Perle oder Perlkappe, und da müssen beide Bänder durch. Und es hilft nichts, ein großes Loch und gaaaanz dünne Bänder zu wählen, damit es schön einfach geht. Denn dann rutscht die Perle immer wieder von alleine am fertigen Stern beiseite. Die Perle muss schon einigermaßen stramm sitzen.
Ich lege also die beiden Bänder genau aufeinander und bringe die Enden aufeinander. Dort schneide ich die Bänder gaaanz schräg an, verdrehe sie miteinander und matsche sie mit einem ordentlichen Schluck Klebstoff zusammen, dabei immer wieder drehen und festhalten, bis der Klebstoff aus den Bandenden eine steife Spitze geformt hat und hält. Und die kann ich dann problemlos durch meine Perle stecken.


Ich ziehe die Perle ganz an den immer noch geschlossenen Stern heran und mache einen Knoten in die Bandenden.


Wenn ich jetzt die Perle hochziehe, 
springt der Stern gleich auf. 
 

Ich nehme die Enden meiner „Papierraupe“ und führe sie andersrum zusammen – voilá! Da ist der Stern. 
 

Nun schiebe ich die Perle wieder ganz an den Stern ran.

gestempelter Faltstern als Anhänger

Wenn der Stern in einen Weihnachtsbrief gesteckt werden soll oder im Januar wieder in der Schmuckkiste verschwinden soll, ziehe ich einfach die Perle wieder weg, klappe den Stern um, lege ihn zusammen und ziehe die Perle wieder fest.

Haben Sie Lust aufs Nachbasteln bekommen? Kein Problem, Sie dürfen sich diese Anleitung gerne ausdrucken und auf den Basteltisch legen, an FreundInnen weitergeben oder verlinken. Ich bitte nur darum, dass dann immer mein Name und meine Blogadresse als Urheber auftauchen. Viel Spaß dabei!


Freitag, 9. November 2012

Mein gestickter Adventskalender

Adventskalender erleben zur Zeit eine echte Renaissance. Vergessen die Zeit, als liebevoll gemalte Bildchen hinter Papiertürchen klebten. Lange vorbei die Zeit, wo Großmutters Handgestickter mit genähten kleinen Säckchen an der Küchentür hing. Unmodern auch die Zeit, als das billige Display mit Minischokostückchen 5x nebeneinander hing, weil alle Verwandten auf die selbe Idee kamen. Nein, heute sind es die Riesendisplays von allen namhaften Spielwaren-, Kosmetik-, Alkoholika- und anderen Herstellern, die die Gänge im Supermarkt verstopfen und die Mütter, die mit Kindern einkaufen gehen müssen, zum Wahnsinn treiben.

Ich bin ja der festen Überzeugung – und praktiziere dies schon seit vielen Jahren -, dass nicht nur Kinder den Adventskalender lieben, auch Erwachsene lieben die täglichen kleinen Überraschungen. Aber mal ehrlich – 
will ich 24 Kosmetikprodukte blind als DAS Liebesgeschenk meines Mannes verkauft kriegen? Ich schenke für mein Leben gern Adventskalender, aber die sind immer selbst gemacht.

8 Jahre lang habe ich am Kalender für meine Kinder gearbeitet. 
Erst habe ich das Tuch mit den Linien und die Säckchen mit den Zahlen bestickt. So konnte der Kalender sofort benutzt werden (auch wenn Hannah noch gar keine Zahlen konnte).

gestickter Adventskalender

Oben und unten sind Tunnelzüge für dünne Stangen, die den Stoff stabilisieren. Daran hänge ich den Kalender dann an die Wohnzimmerwand, wo er ein Bild ersetzt. Die Ziffern haben jeweils ein eigenes Muster, das bei allen Zahlen wieder auftaucht.



Und von da an habe ich jedes Jahr im Oktober und November 2-5 neue Bilder da auf das Tuch gestickt, wo die Säckchen davor hängen. Und am 30.11. wurde – wo auch immer – die Nadel rausgezogen und das Tuch mitsamt den Säckchen aufgehängt.

Einige Bilder habe ich aus entsprechenden Handarbeitsheften wie den Adventskranz. Auch der Schneemann ist daraus, allerdings angepasst, denn daneben stand ein Nikolaus. Also habe ich aus noch einem anderen Bild die Katze ge"mopst" und ihm zur Seite gestellt.


 Der Pinguin stammt aus einem Bilderbuch von Hannah. Ich habe ihn eingescannt, grob gerastert und dann selbst die Farben endgültig verteilt, bis es mir gefiel.


Die Adventsonntage sind ja in jedem Jahr mit anderen Daten, aber ich hatte beschlossen, trotzdem exemplarisch dafür 1-4 Kerzen zu sticken. Die Kinder stört es jedenfalls nicht, dass das nicht immer passt.


Diesen Stern hat Hannah nach ein paar Jahren entworfen und energisch gefordert, dass der auch auf dem Kalender zu sehen sein wird. Da war ihr Wunsch natürlich Befehl für mich. Sie ist heute noch stolz drauf. 


Lange haben die Kinder gar nicht kapiert, was ich da tue, und die neuen Bilder tatsächlich mit Spannung erwartet. Dann war meine Stickerei eine Zeit lang einfach der erste willkommene Vorbote auf Weihnachten.

Letztes Jahr schließlich habe ich die letzten beiden Bilder im Frühjahr fertig gemacht. Ich wollte einfach fertig werden. Und Mitte November sagte Hannah dann plötzlich:“Mami! Du hast ja noch gar nicht gestickt dieses Jahr!!!“

Adventskalender für Große und Kleine

Einige Menschen bekommen von mir seit Jahren eine fortlaufende Geschichte oder kleine Gedichte zur Weihnachtszeit, die in Umschlägen oder Schachteln stecken oder auf Teetütchen kleben. Oft sind die Texte dann von einer Mini-Nascherei begleitet.

Teebeutel-Adventskalender

Letztes Jahr reichte die Zeit nicht für 24 Texte, darum gab es den Teekalender mit 5-6 Geschichten zu den Adventssonntagen, Weihnachten und 6.1.


Geschichten-Adventskalender

Besonders praktisch finde ich die Variante, wo die Kalenderelemente mit Wäscheklammern versehen werden. Die kann ich dann an ein Band hängen, das um einen Türrahmen gespannt ist, an einem Seil quer durch das Wohn- oder Kinderzimmer befestigen oder 2-3 größere Zweige zu einem hängenden Kalender machen, indem ich die Elemente da dran klemme und das Ganze an einem schönen Platz aufhänge. 

Schachtel-Adventskalender
 
Ganz einfach ist es zum Beispiel, 24 gleiche oder verschiedene Schachteln zu bekleben und zu gestalten. Da finde ich am Schönsten die Lebkucken und die Päckchen. Es sieht einfach toll aus, wenn der ganze Strauß über und über mit diesen verheißungsvollen Schachteln voll hängt.

Schachtel-Adventskalender im Lebkuchen-Design

Sehr liebe ich auch die dreieckigen Nikoläuse, 
deren Bäuche man so schön füllen kann.

Nikolaus-Adventskalender an Klammern

Mehr so für eine einzelne Praline geeignet sind die kleinen Pappwürfel, die ich hier mit verschiedenen Designs bestempelt habe. Auch die Zahlen (man sieht sie hier nicht) sind dann gestempelt.

Schachtel-Adventskalender am Baum



Eine Freundin, mit der wir mehrere Jahre in einem Haus lebten, bekam dafür schlicht jedes Jahr diesen Filzstern an die Wohnungstür gehängt. Wenn ich dann abends vor dem Schlafengehen runterschlich, um die nächste Geschichte und die Naschereien in den doppelt genähten Stern zu stecken, bimmelten die Glöckchen und sie lag (meistens schon) in ihrem Bett und wusste: Aha, jetzt wichtelt sie wieder. Ihre Kinder haben dann am nächsten Morgen gerätselt, wie der Wichtel es bloß immer wieder schafft, ins Haus zu kommen.

tagesaktueller Adventskalender


Und so versuche ich jedes Jahr aufs Neue, mit Freude, kleinen Tee-Auszeiten und etwas Nervennahrung, den Menschen um mich herum etwas Gutes zu tun.

Einige dieser Varianten wird es noch in diesem November zu basteln geben. Die bereits Angemeldeten versuchen grade, sich auf einen Termin zu einigen, und dann werde ich noch direkt einladen. Denn liebe Menschen, die sich darüber freuen, kennt sicher jede/r von Euch.