Mittwoch, 9. Januar 2013

Biker-Hochzeit

Jetzt kommt nochmal was kräftig-farbiges. Ein wunderbares Beispiel dafür, wie individuell so eine Hochzeitseinladung ausfallen kann. (Ich habe die Namen und Details wegretuschiert.)
Freunde haben „ja“ gesagt und bekamen natürlich von mir das Angebot, ihnen die Einladungswerkelei zu schenken. Also rückten sie an und wurden erstmal ausgequetscht. Farbe vom Kleid (entscheidet die Farbe vom Papier), Hauptfarbe im Brautstrauß (sollte sich in Papieren und Deko wieder finden), Lovestory, Trauspruch - und meine Lieblingsfrage: „Wenn ihr so richtig Stress oder Zoff habt, was macht ihr dann, um wieder runterzukommen?“
Die Antwort kam promt und brachte mich ins Schwitzen:“Dann hocken wir uns auf die Moppets und sausen ein paar Kurven durch den Odenwald.“
Super! Und wie kriege ich jetzt die Motorradspuren auf eure Einladung???“

Mein Mann blickte sich um und fand die Lösung auf dem Fußboden: das Spielzeugmotorrad unseres kleinen Sohnes. Es hat ein beweglichen Lenker und ein schön profiliertes, herrlich leicht rollendes Vorderrad. Unter Protest unseres Sohnes wurde es nun ein paar Monate lang immer wieder zweckentfremdet, um über ein schwarzes Stempelkissen und jede Menge Papier zu rollen.
Dann haben wir rumgespielt, viel, viel Papier mit Entwürfen vollgeschmiert, viel erzählt über das Kennenlernen, die gemeinsame Geschichte – und so entstand nach und nach eine Idee nach der anderen.
Die Hochzeitsreise sollte nach Island gehen – also mussten Bergspitzen her. Und über allem stand die Erkenntnis:“aus DU und ICH ist endgültig WIR geworden“. Und so sah die Einladung dann aus: ein Lepporello - außen weiß, innen rot – mit dem Wegweiser.
 
individuelle Hochzeits-Papeterie

Die Trauung war in einer Darmstädter Kirche. Lange habe ich überlegt, wie ich das Liedblatt gestalte. Dann fand ich im Internet ein Foto, das die Kirche frontal zeigte: Ich habe es abgepaust und mich wie ein Schneekönig über die beiden Eingänge gefreut. Da konnte ich doch glatt die Motorradspuren wieder einsetzen! Rein – raus – verheiratet.
Und auch über die Tischkarten mit den Islandspitzen musste das Moppet wieder drüber rollen.


Nach ihrem wunderschönen Hochzeitstag und einer herrlichen Reise freuten die beiden sich auf das Bauen der Danksagung genauso wie ich. Das Schema sollte bleiben. Da aber ein paar Fotos auftauchen sollten, mussten wir abwandeln. Die Danksagung war wieder ein Lepporello, aber diesmal außen rot, innen weiß, damit man die Fotos einfach reinkopieren konnte, 
und Din lang hochkant.
 

Die Berge von Island waren übrigens aufkopiert und alle von Hand einzeln ausgeschnitten, bei der Einladung sogar von Hand aufgemalt.

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