Samstag, 19. Januar 2013

Standkarte mit Überraschung zum Querziehen

Mal wieder ein Workshop für eine besondere Karte. Eigentlich gibt es den Workshop schon - im Stempelhühnerhof. Da zeigen wir uns ganz oft gegenseitig Anleitungen für schöne Projekte. Aber dummerweise ist auf die Weise dauernd mein persönliches Album voll. Ihr kommt heute also in den Genuss einer ausführlichen Anleitung, damit ich mein Album im Hof leerschaufeln kann.

Sodele, los gehts. Heute stelle ich eine Karte mit einer langen, quer auszuziehenden Lasche vor,
die vor 2 Jahren beim SU-Workshop gelernt habe.
Diese Karte bietet auf der Frontfläche 1000 Möglichkeiten zur Gestaltung. Sie ist 3-dimensional,
lässt sich also nicht verschicken. Vom Arbeitsaufwand her ist sie aber sowieso eher geeignet
als liebevolle Zugabe zu einem Hochzeitsgeschenk oder etwas anderem, das man persönlich
überreicht. Ich könnte mir auch vorstellen, daraus die Tischkarte bei einer Hochzeit zu machen
und auf der Lasche das Menue und/oder die Getränkeliste unterzubringen.
Ich zeige Euch die Fertige von gestern und ausführlich eine Neue, die ich jetzt für Euch gebaut habe.

Die Karte von gestern:

Standkarte mit Querauszug


Hier sieht man beim Bild von oben, wie sich die Lasche in der Karte
schlängelt. Und man sieht, wo sich der gestempelte Text auf der Lasche
befindet.


Teil 1 Vorbereitung

Ich brauche für die Grundkarte einen festen Kartonstreifen von 26,5 x 11,5 cm.
Für die Lasche einen griffigen, aber nicht zu dicken weißen Streifen von 21 x 7,5 cm.
Für die Frontgestaltung ein passendes Stück 10 x 6 cm.
Einen Hauptstempel für draußen, einen Text für drinnen u.a. nach Bedarf.
Verzierung für die Front: dazu suche ich mir einige gestanzte Blüten aus.
2 gleiche Blüten dienen als Laschengriff. Alle Blüten bekommen ein passendes Brad
in die Mitte. Noch ein paar Schmetterlinge - mal sehen.



An Werkzeug brauche ich einen Nietensetzer für diverse Löcher, etwas zum Falzen,
Kleber und Takki-Tape,
ein Werkzeug zum Kantenwischen, für den Fuddelkram eine Pinzette,
eine Tischkante und einen langen Fingernagel,
außerdem natürlich diverse Stempelkissen zum Stempeln und Wischen.

Mit dem langen Fingernagel bereite ich alle Blüten und Schmettis vor,
biege die Blütenblätter bzw. Flügel rund - außer den Blüten für die Lasche.
Mit dem Nietensetzer loche ich alle Blüten in der Mitte - außer der rückwärtigen
Blüte für die Lasche. Ich stecke das jeweilige Brad durch und biege es um. Blumen fertig!



Jetzt kommt die Grundkarte dran: Ich falze den langen Streifen in 4 Segmente von
1 cm - 6,5 cm - 11,5 cm und 7,5 cm und biege alles um.



Anschließend ziehe ich das 11,5cm-Segment dieses Streifens sanft über die Tischkante,
bis es so gebogen aussieht. Das gleiche mache ich mit der ganzen Lasche:




Teil 2 Stempeln und Gestalten

Als erstes nehme ich mir das Deckblatt vor und stempele meinen Clown.
Ich koloriere ihn mit Tombows, da hat aber jede ihre Vorlieben ...



Jetzt wische ich die Kanten mit dem Griff (oder so ...) und zwei verschieden
intensiven Farben, erst das Deckblatt, dann die Lasche. Bei der Lasche lasse
ich die eine Schmalseite aus, das hilft später als Orientierung für Euch.




Ein kleiner Zwischenschritt: Wenn die Karte am Schluss rundgebogen und geschlossen wird,
brauchen wir oben und unten je ein Loch für ein Brad. Da die kleine Kante nur 1 cm breit ist,
muss ich die beiden Löcher an dem 7,5cm-Element relativ knapp an den Rand setzen,
und nicht mehr als 1cm von der Ober- und Unterkante entfernt.
Dazu loche ich erst das 7,5cm-Segment, biege die Karte dann rund, lege das 1cm-Segment
dahinter und zeichne mir die beiden Löcher an. So kann ich anschließend die hinteren Löcher
exakt passend stanzen. Wer ein "Krokodil" hat, kann gleich durch beide Schichten ...



Jetzt heißt es aufpassen! Der gewischte Rand hilft Euch, die richtige Lage zu erkennen.
Ich klebe die Lasche innen an den Rand des 7,5cm-Segmentes. Und ich nehme dazu Takki,
weil auf diesem schmalen Klebestreifen ziemlich viel Zug liegt.



Hier klebe ich gleich auch noch die Zugblüte an. Überstehend, die gestaltete Blüte von vorne,
die einfache genau von hinten dagegen.



Jetzt drehe ich meine Grundkarte wieder nach vorne, so dass das 7,5cm-Segment jetzt rechts liegt
und klebe darauf mein Deckblatt. Das gestalte ich dann noch weiter mit den Blüten und 2 Schmettis.




Teil 3 Endmontage

Jetzt wirds spannend. Ich nehme die Oberkante des 7,5cm-Segmentes in die linke Hand,
lege daran von hinten die rundgebogene Lasche an und dann von hinten das 1cm-Segment:



Durch die beiden Löcher stecke ich nun die Brads,
die das Ganze rund halten, mitsamt ihren kleinen Blüten.



und biege in der Karte die Brads fest um:



Jetzt ist die Karte fertig montiert und kann schon stehen. Allerdings war da ja noch ein Spruch ...
Bevor ich den auf die Lasche stempeln kann, muss ich die Lasche erst rausziehen. Und zwar
Stück für Stück, und dabei probiere ich immer wieder, ob die Karte noch stehen kann oder
schon Übergewicht bekommt. Wenn das der Fall ist, schiebe ich ein kleines Stück zurück -
und habe nun meine Fläche, auf der ich meinen Spruchstempel platziere.



Die meisten Menschen, die so eine Karte in die Hand bekommen, werden nämlich die Lasche etwa
so weit herausziehen, dass auf der Fläche die Proportionen stimmen. Und sind damit genau an
dem Punkt, an dem die Karte stehend noch nicht umfällt.




Fertig ist meine Querzieh-Karte. 
Ich hab sie Euch nochmal von oben geknipst, wenn die Lasche draußen ist.
Man sieht ganz gut, wie sich die Lasche nach draußen schlängelt.

Ich wünsche Euch so viel Spaß beim Nachbauen wie mir beim Vorturnen. Und denkt dran: wenn Ihr die Anleitung weitergeben wollt, bitte mit meinem Namen und meiner Blogadresse. Danke!


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