Sonntag, 3. Februar 2013

Anleitung für eine Napkin-Fold-Karte

Heute will ich Euch zeigen, wie die Napkin-Fold-karte aufgebaut ist. Geschlossen ist sie ziemlich wuchtig wegen der vielen Lagen Papier. 
Und beim Öffnen entfaltet sich dann ihr Zauber.



Grundkarte bauen:

Fürs erste Mal nimmt man einfach ein einfarbiges 12-Inch-Papier. 
Dann macht man – jeweils an allen 4 Seiten – Falze bei 3 Inch.

Papier auf die Rückseite drehen. Die Quadrate, die in den Ecken 
entstanden sind, bekommen jetzt eine diagonale Falzung. 
Dann muss man noch jeweils genau von der Mitte der Kanten her 
(also bei 6 Inch) Diagonale falzen. 

 

Zurück drehen und alle Falzlinien ein paarmal knicken. 
Ich drücke von den Längsseiten her von unten nach innen. 
Wenn ich das ein paarmal gemacht habe, faltet sich die karte 
leichter zusammen (am Anfang sperrt sie noch etwas).

 

Wieder aufklappen. Jetzt nehme ich eine Bordürenstanze und bearbeite alle Kanten. Dazu drehe ich wie immer die Stanze um, damit ich von unten sehen kann, wo ich stanze. Und ich schiebe das Papier nicht bis zum Anschlag rein, sondern setze es so nah wie möglich am eigentlichen Stanzrand an. Das hat auch den Vorteil, dass ich auch mit einer normalen Bordürenstanze gleichmäßige Ecken hinbekomme. Ich brauche nur eine einigermaßen ruhige Hand. Ich fange immer an der äußeren Ecke an und stanze bis zur Mitte. Selbst wenn dann das Muster nicht aufgeht, ist die Überschneidung in der Mitte doch von beiden Seiten gleich. 



Wieder ein paarmal auf und zu falten, 
einfach, damit das Papier weich wird.

 


Das ist jetzt unsere fertige Grundkarte. Der gestanzte Bordürenrand 
stößt so noch aneinander, und die Karte ist ganz geschlossen. 
Würde ich das Papier ganz in den Bordürenstanzer reinschieben, 
wäre hier das gestanzte "Kreuz" in der Mitte mit deutlichem Abstand. 
Das fand ich nicht so schön.



Designpapiere zuschneiden:

Jetzt muss ich ganz viel schneiden. Denn ich will einige der Ecken und 
Flächen ja mit Designpapier belegen. Ich habe hier einen starken 
Kontrast gewählt, damit gut erkennbar ist, welches Maß wo hin gehört.
Weil ich gestreiftes Designpapier genommen habe und nicht wollte, 
dass die Streifen mal längs, mal quer zur Mitte laufen, habe ich gleich
 die Papiere für 2 Karten zugeschnitten. Die eine Karte hat jetzt Längsstreifen, die andere Querstreifen. 
Ich brauche folgende Quadrate in den Maßen:



Alle Quadrate werden auf der Rückseite mit einer Diagonale markiert 
und dann in 4 Dreiecke geschnitten – am besten mit dem Cutter.

 

 Ein paar der Dreiecke bekommen auch noch die Bordürenstanze zu sehen.
Jetzt schwinge ich mal eben ein bisschen die Stempel. 
Die dunklen Dreiecke bekommen nämlich alle einen Schnörkel ab, 
der diese Flächen ein bisschen auflockert.



Montage der Karte:
Auf diesen Bildern ist ganz gut zu sehen, wo welche Dreiecke 
aufgeklebt werden.
Orientiert Euch für vorne und hinten an den kleinen Eckknicken, 
die zeigen ja immer nach oben (hinten) oder unten (vorne).
Die großen Dunklen hinten:


Damit die Mitte nicht so nackig aussieht, schneide ich knapp kleiner als das Mittelfeld eine dunkelgrüne Matte und dazu ein helles Mittelpapier und klebe beides übereinander in die Mitte der Karte. Auf das helle Papier habe ich vorher noch den Schnörkelstempel in eine Ecke gesetzt.
 Also die großen Gestreiften und die Mitte vorne:


Die mittleren Gepunkteten und das wellenbordürte, kleinste Dunkle. 
Und auf die äußeren Dreiecke das ganz kleine Gepunktete - alles vorne:


Dabei kann ich die Kanten natürlich noch distressen oder – wie ich es hier mit den Hellen gemacht habe – wischen oder matten oder …
Auf der Vorderseite landen die ganzen Designpapiere, auf der Rückseite fasst alle Dunklen. Die Kleineren davon klebe ich auf, indem ich die Karte schließe. Sie hinterlegen nämlich die umgeklappten Ecken. 


Damit sie dort schön zur Geltung kommen, klebe ich sie so nah wie möglich 
an den Rand. So schauen sie unter der umgeklappten Ecke hervor. 
Damit ist hinten dann auch fertig:


Weil ich den Rand der Karte so eintönig finde, mache ich mir jetzt noch die Arbeit und loche alle Bögen der Stanzung. Danach sieht es ein bisschen verspielter aus.


Bauchbinde als Verschluss:

Eigentlich ist die Karte jetzt fertig. Aber vor lauter Papierlagen will sie nicht geschlossen bleiben. Also baue ich noch eine Bauchbinde. Ich nehme einen breiten Streifen vom dunklen Papier und gehe über beide Kanten mit der Bordürenstanze. Darauf klebe ich einen schmaleren Streifen vom Designpapier. Ich stanze ein größeres Wellenoval und ein etwas kleineres Oval und bestemple das in der Mitte passend.


Beim ersten Versuch habe ich die Bauchbinde hinter die Karte gelegt, 
die Seiten nach vorne geknickt und die beiden Enden dann vorne 
mit dem Oval verbunden.


 Sah toll aus, ging aber nicht mehr runter... Es soll ja etwas stramm sein, damit es die Karte zuhält.  Was tun? Da kam ich auf die Idee, die Bauchbinde hinten wieder aufzuschneiden, die beiden Enden mit Nieten zu versehen und die Binde dann hinten mit einem Band zu schließen. So geht es prima auf und zu und hält die Karte doch stramm geschlossen.




Verzierung als Finish:

Jetzt habe ich die geschlossene Karte vor mir liegen. Aber die sieht noch 
so langweilig, so „standard“ aus. Für die persönliche Note suche ich mir
also noch Papierblüten und Brads zusammen, stempele ein paar Schmetterlinge auf die Reste vom dunkelgrünen Papier 
und verteile alles malerisch auf den 4 Ecken der Karte. 

Napkin-Fold-Karte geschlossen

Napkin-Fold-Karte geöffnet

So. Jetzt stimmt für mich alles. Innen in der Mitte kann ich nun einem besonders lieben Menschen eine Gruß schreiben und das Zauberwerk auf die Reise schicken. Danach wird die Karte sicher noch einige Male auf und zu gefaltet vor Freude ...

Wie für alle anderen Anleitungen gilt auch hier: Nachbau ist ausdrücklich erwünscht, habt viel Spaß dabei. Vergesst bitte nur nicht, dass Ihr auf mein Blog hinweist bzw. bei Weitergabe diese Anleitung als von mir geschrieben kennzeichnet. Danke!


1 Kommentar:

Anke hat gesagt…

Liebe Bettina,

herzlichen Dank für Deinen ausführlichen Workshop. Deine Karte schaut entzückend aus, wunderschön gestaltet.

Herzliche Grüße
von Anke