Samstag, 16. Februar 2013

Anleitung für eine "mausige" Swing-Karte

Los gehts mal wieder. Ich habe schon vor einer Weile eine wunderschöne Kartenform entdeckt. Jedenfalls eignet sich diese Karte wunderbar zum Verschicken einerseits, steht aber auch ganz toll und sehr repräsentativ 
auf dem Kaminsims/Nachttisch/... andererseits. Diesen Workshop 
habe ich schon im Stempelhühnerhof gezeigt. Aber hier wird er doch 
noch einem breiteren Publikum zugängig. Es handelt sich 
um die Swing-Karte (manchmal auch Flip-Card):

Swing-Karte


Material und Werkzeug:
- Grundkarton, Papier für Motiv, Seitenteile und leere Rückseite zum Bestempeln, nach Bedarf Papier zum Matten
- Stempel, sowohl zur Hintergrundgestaltung auf den Seitenteilen als auch das Hauptmotiv, nach dem sich die Größe des Swing-Ausschnittes richten wird
- Cutter, Lineal, wenn vorhanden Falz-Board, Bleistift, Ratzefummel
- Stempelkissen, evtl. Wischwerkzeug, Material zur Koloration


Teil 1 - das Bauen der Grundkarte:
Die Grundkarte ist am Ende 12x16,5cm groß, also Format B6. (Für A6 setze ich die Maße in Klammern.) Mein Grundkarton ist 12x27,5cm (10x15cm) groß. 



Den teile ich gedanklich oder in echt in 5 gleiche Abschnitte á 5,5cm (5cm) 

und falze rechts und links vom mittleren Element 2 Linien. 


Achtung: später wirst Du sehen, dass diese Falze gar nicht durchgehend gebraucht werden. Du kannst natürlich nur oben und unten falzen (erklärt sich später), ich habe aber beschlossen: da ich sowieso was drüber klebe, ziehe ich faul die Falze einfach durch.

Jetzt muss ich schneiden: Dazu markiere ich mir mit dem Bleistift die beiden senkrechten Hilfslinien jeweils 5,5cm (5cm) von den Seitenrändern entfernt. 



Dann entscheide ich, wieviel Platz mein Motiv in der Mitte braucht, 
und zeichne mir Hilfslinien quer (da, wo der Bleistift liegt) 
zwischen den beiden senkrechten Linien. 


Auf dem nächsten Bild sieht man nun gut, dass die Karte in 5 gleiche Elemente eingeteilt ist. Wenn ich nun meine Hilfslinien senkrecht und quer gezeichnet habe, kann ich den schwingenden Mittelteil mit dem Cutter schneiden. Dabei ist gaaaaaaaaaaanz wichtig, dass ich nicht quer ganz durch die Mitte schneide. Ich schneide quer von Linie zu Linie, lasse dabei aber das mittlere Kartenelement aus!!!!! Dann schneide ich die senkrechten Linien. Auf dem Bild sieht man sehr schön, dass dabei praktisch "Fensterläden" entstehen: 



Nun kann ich die Seitenteile klappen, das Rechte nach vorne links, das Linke nach hinten rechts. Wichtig ist dabei, dass ich die Mitte nicht mit knicke, auch wenn ich die Falze durchgezogen habe! Hier sieht man jetzt auch, wo ich die Falze hätte unterbrechen können, nämlich auf der Höhe der Schnitte. Der geschlossene Rohling sieht dann so aus: 



Und von oben im halboffenen Zustand sieht der Rohling so aus:
 

Und das ist schon meine fertige Grundkarte.


Teil 2 - Gestaltung der Flächen:

Zur Gestaltung habe ich nun folgende Flächen: die vordere Mitte für ein Motiv, die hintere Mitte zum Schreiben an meinen Adressaten, die 4 Seitenteile (vorne und hinten zusammen) auf den Klappen.
Ich fange mit den Seitenteilen an und probiere nun endlich mal Cado´s mehrfarbig karierten Hintergrund aus. Das Zuschneiden der Seitenteile fand ich knifflig, weil ich ja ein bisschen schmaler schneiden musste, damit ich noch Spielraum für eine Minimatte hatte. Motto: erst denken, dann schneiden ... 



Natürlich kann ich die schmalen Streifen auch einzeln arbeiten oder ganz weglassen. Ich habe mich für die Friemelarbeit entschieden, weil ich wollte, dass mein Motiv schön eingerahmt wird.
Zur Gestaltung habe ich mir eine Folie von dem Karohintergrund gemacht, damit ich dann mit meinem Lego-Stempelsetzer das Muster einmal in Himbeere und exakt versetzt einmal in Hellblau stempeln konnte. Die Ränder sind hellblau gewischt.

 

Für die Mitte schneide ich zwei gleich große Stücke, die wiederum Spielraum für die Matte lassen. Das hintere Teil ist schnell gemacht, ich wische einfach die Ränder hellblau und matte es mit ganz dunklem Blau.
Auf die Vorderseite kommen meine Mäuse, die auch einen hellblau gewischten Rand, eine Koloration und eine dunkelblaue Matte bekommen.
Meine 6 Teile sehen dann (hier noch ohne Matte) so aus:

 

Das kolorierte Motiv mit Matte:
 
 
Und nun kann ich schon an die Endmontage gehen.


Teil 3 - Endmontage:

Hier sehe ich jetzt, warum es egal war, dass ich am Anfang die Falze durchgezogen habe. Das Motiv in doppelter Papierlage ist so stabil, dass es die Falze genug stärkt, und so knapp gearbeitet, dass man von den durchgezogenen Falzen nichts mehr sieht.
Hinten sieht die Karte also so aus: 



Vorne so: 



Zum Verschicken oder Überreichen schließe ich zunächst die Klappen so, 
dass ich Teile vom Motiv vorne sehe. 


Nun kann ich die fertige Karte zum ersten Mal aufklappen. Dazu fasse ich sie an den Seitenteilen an und ziehe diese auseinander. Dabei schwingt der Mittelteil um 180° rum. Habe ich vorher das Motiv gesehen, erscheint nun die (beschriebene) Rückseite. 



Schiebe ich wieder an den Seiten, erscheint mein Motiv.
Und wenn ich die halbgeklappte Karte aufstelle, sieht sie von hinten so: 



und von vorne so aus: 



Und so kann ich sie mir sehr schön als Hinkucker aufstellen 
und mich noch lange daran freuen.

Letzteres ist bei dieser Karte allerdings sehr gründlich schief gegangen. Denn diese Karte hatte ich für ein Ketting gemacht. Jawohl, ich habe mich von einem Prototypen getrennt, was seeeeehr ungewöhnlich für mich ist!!!!! Und dann habe ich die falsche Adresse und keinen Absender draufgeschrieben, so dass diese Karte nie angekommen ist!!!

Aber an den Bildern könnt Ihr Euch wenigstens freuen. Ich hoffe, Ihr könnt alles erkennen und verstehen und habt bald viel Spaß beim Nachbauen. Sind Fragen offen, bitte melde Dich, ich korrigiere dann.

Und für Fortgeschrittene gilt: irgendwann wirst Du Dich von den Maßen lösen und Dich nur noch an Deinem Motiv orientieren. Dazu misst Du die gewünschte Breite des Motivpapieres, rechnest :3 = Breite eines Elementes. Und dann x5 = Breite der gesamten Karte. In der Höhe rechnest Du einfach soviel mehr als das Motiv, wie Du schön findest. Meistens einfach auch eine Element-Breite, dann wird der "Rahmen" für das Motiv gleichmäßig.

Viel Spaß beim Bauen und Danke fürs Schauen!!!
Wie immer gilt: Nachbau ist erlaubt und erwünscht,
bitte nur dazu meinen Namen und Blog nennen.

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