Mittwoch, 18. Dezember 2013

Hühnerhof-Adventskalender: "Türchen" 11 - eine Geschichte als Geschenk

Immer wieder habe ich Menschen, denen ich vor allem 
ein liebes Wort oder einen Gedanken schenken möchte. 
Aber ich mag ja nun nicht einfach eine Geschichte kopieren 
und in einen Breifumschlag stecken. Als am letzten Sonntag 
der „lebendige Adventskalender“ unserer Gemeinde bei uns 
Station gemacht hat, habe ich unser Fenster zu dieser 
Geschichte gestaltet und allen Besuchern diese Geschichte 
dann auch geschenkt.

 Die Legende vom vierten König
Ausser Caspar, Melchior und Balthasar war auch ein vierter König aus dem Morgenland aufgebrochen, um dem Stern zu folgen, der ihn zu dem göttlichen Kind führen sollte. Dieser vierte König hieß Coredan. Drei wertvolle rote Edelsteine hatte er zu sich gesteckt und mit den drei anderen Königen einen Treffpunkt vereinbart. Doch Coredans Reittier lahmte unterwegs. Er kam nur langsam voran, und als er bei der hohen Palme eintraf, war er allein. Nur eine kurze Botschaft, in den Stamm des Baumes eingeritzt, sagte ihm, dass die anderen drei ihn in Betlehem erwarten würden. Coredan ritt weiter, ganz in seinen Wunschträumen versunken.
Plötzlich entdeckte er am Wegrand ein Kind, bitterlich weinend und aus mehreren Wunden blutend. Voll Mitleid nahm er das Kind auf sein Pferd und ritt in das Dorf zurück, durch das er zuletzt gekommen war. Er fand eine Frau, die das Kind in Pflege nahm. Aus seinem Gürtel nahm er einen Edelstein und vermachte ihn dem Kind, damit sein Leben gesichert sei. Doch dann ritt er weiter, seinen Freunden nach.
Er fragte die Menschen nach dem Weg, denn den Stern hatte er verloren. Doch eines Tages erblickte er den Stern wieder, eilte ihm nach und wurde von ihm durch eine Stadt geführt. Ein Leichenzug begegnete ihm. Hinter dem Sarg schritt eine verzweifelte Frau mit ihren Kindern. Coredan sah sofort, dass nicht allein die Trauer um den Toten diesen Schmerz hervorrief. Der Mann und Vater wurde zu Grabe getragen. Die Familie war in Schulden geraten, und vom Grabe weg sollten die Frau und die Kinder als Sklaven verkauft werden. Coredan nahm den zweiten Edelstein aus seinem Gürtel, der eigentlich dem neugeborenen König zugedacht war. “Bezahlt, was ihr schuldig seid, kauft euch Haus und Hof und Land, damit ihr eine Heimat habt !”
Er wendete sein Pferd und wollte dem Stern entgegenreiten – doch dieser war erloschen. Sehnsucht nach dem göttlichen Kind und tiefe Traurigkeit überfielen ihn. War er seiner Berufung untreu geworden? Würde er sein Ziel nie erreichen?
Eines Tages leuchtete ihm sein Stern wieder auf und führte ihn durch ein fremdes Land, in dem Krieg wütete. In einem Dorf hatten Soldaten die Bauern zusammengetrieben, um sie grausam zu töten. Die Frauen schrieen und Kinder wimmerten. Grauen packte den König Coredan, Zweifel stiegen in ihm auf. Er besaß nur noch einen Edelstein – sollte er denn mit leeren Händen vor dem König der Menschen erscheinen? Doch dies Elend war so groß, daß er nicht lange zögerte, mit zitternden Händen seinen letzten Edelstein hervorholte und damit die Männer vor dem Tode und das Dorf vor der Verwüstung loskaufte.
Müde und traurig ritt Coredan weiter. Sein Stern leuchtete nicht mehr. Jahrelang wanderte er. Zuletzt zu Fuß, da er auch sein Pferd verschenkt hatte. Schließlich bettelte er, half hier einem Schwachen, pflegte dort Kranke; keine Not blieb ihm fremd.
Und eines Tages kam er am Hafen einer großen Stadt gerade dazu, als ein Vater seiner Familie entrissen und auf ein Sträflingsschiff, eine Galeere, verschleppt werden sollte. Coredan flehte um den armen Menschen und bot sich dann selbst an, um anstelle des Unglücklichen als Galeerensklave zu arbeiten. Sein Stolz bäumte sich auf, als er in Ketten gelegt wurde. Jahre vergingen. Er vergaß, sie zu zählen. Grau war sein Haar, müde sein zerschundener Körper geworden. Doch irgendwann leuchtete sein Stern wieder auf. Und was er nie zu hoffen gewagt hatte, geschah. Man schenkte ihm die Freiheit wieder; an der Küste eines fremden Landes wurde er an Land gelassen. In dieser Nacht träumte er von seinem Stern, träumte von seiner Jugend, als er aufgebrochen war, um den König aller Menschen zu finden. Eine Stimme rief ihn: “Eile, eile!”
Sofort brach er auf, er kam an die Tore einer großen Stadt. Gruppen von aufgeregten Menschen zogen ihn mit, hinaus vor die Mauern. Angst schnürte ihm die Brust zusammen. Einen Hügel schritt er hinauf, Oben ragten drei Kreuze. Coredans Stern, der ihn einst zu dem Kind führen sollte, blieb über dem Kreuz in der Mitte stehen, leuchtete noch einmal auf und war dann erloschen.
Ein Blitzstrahl warf den müden Greis zu Boden. “So muß ich also sterben”, flüsterte er in jäher Todesangst, “sterben, ohne dich gesehen zu haben? So bin ich umsonst durch die Städte und Dörfer gewandert wie ein Pilger, um dich zu finden, Herr?” Seine Augen schlossen sich. Die Sinne schwanden ihm. Da aber traf ihn der Blick des Menschen am Kreuz, ein unsagbarer Blick der Liebe und Güte. Und drei rote Tropfen fielen vom Kreuz herab in seine ausgestreckte Hand.
Vom Kreuz herab sprach die Stimme: “Coredan, du hast mich getröstet, als ich jammerte, und gerettet, als ich in Lebensgefahr war; du hast mich gekleidet, als ich nackt war!” Ein Schrei durchbebte die Luft – der Mann am Kreuz neigte das Haupt und starb. Coredan erkannte mit einemmal: Dieser Mensch ist der König der Welt. Ihn habe ich gesucht in all den Jahren. – Er hatte ihn nicht vergebens gesucht, er hatte ihn doch gefunden.
Nach einer russischen legende



So sieht das Geschenk aus, der Stern, die drei Diamanten 
und ein Lichtwort aus dem Johannesevangelium 
zieren das Deckblatt:

Das große Stanzlabel 2x, dazu die beiden kleinen 
geschwungenen Ettiketten (alles von SU) und ein Sternchen 
ausgestanzt. Ein paar Kanten gewischt und 3 kleine 
Brillies aufgeklebt.

Den Textstreifen habe ich 2-spaltig gesetzt, eine Schrifttype 
und -Größe gewählt, dass der Text (8 cm breit) in 2 Spalten 
passt und am Anfang und Ende jeweils etwas Luft zum Ankleben ist. 
Wenn ich das von beiden Seiten bedrucke, kommt automatisch 
die zweite Hälfte der Geschichte auf die Rückseite der ersten Hälfte. 
Das Blatt kann ich nun der Länge nach falten und daraus 
2 Streifen (9,5cm breit) schneiden, auf denen jeweils die 
ganze Geschichte ist.

Dieser lange Streifen bekommt nun ein paar Falzungen - 
am Anfang und Ende die Klebelasche und dazwischen 
5 Segmente á 2 1/8 inch. Also falzen bei:
1/2" - 2 5/8" 4 6/8" 6 7/8" 9" - und am Schluss bei 11 1/8"
Der Streifen sieht dann so aus: 

 

Wenn ich den Streifen vollständig im Zickzack eingefaltet 
habe, kann ich jeweils von außen auf die Laschen 
Klebstoff/Klebestreifen geben. Erst klebe ich das gefaltete Papier 
mittig auf die Unterseite. Dann richte ich das obere Label 
nach den Kanten vom unteren aus und klebe es von oben auf 
die Geschichte. Und schon ist das Geschenk fertig.

Das Deckblatt wird so gestaltet, dass beim Öffnen der 
Anfang der Geschichte erscheint. Und wenn man mit Lesen 
unten angekommen ist, wendet man das ganze Ding und 
kann auf der Rückseitze weiter lesen.
Hier einmal geöffnet: 
 

Bestimmt fallen Euch schöne andere Geschichten ein, die zu 
Euren lieben Menschen passen und sie erfreuen würden. 
Unsere Gäste haben jedenfalls andächtig gelauscht, 
als Hannah imKüchenfenster hockte und die Sternenlampe 
an- und ausschaltete, nach und nach die transparenten 
Diamanten abnahm und schließlich drei transparente 
„Diamantentropfen“ anklebte. Danach bekam jeder Besucher 
eine Geschichte und einen Zimtstern geschenkt.

Viel Spaß beim Nachbauen!

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