Montag, 10. Februar 2014

Bauanleitung für die Zickzack-Wasserfall-Karte

So, wie versprochen kommt sofort die Anleitung 
für die Zickzack-Wasserfall-Karte hinterher. 
Das gibt jetzt ein „bisschen“ Text, aber es lohnt sich.

Am Ende steht diese Karte:


Innen sieht sie dann so aus:


Novch bevor ich losbaue, muss ich entscheiden, was ich auf den quadratischen Feldern unterbringen will. Ich habe mich hier für den Text „herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag“ entschieden. Dabei werden das Herz, das Glück und die Geburt durch kleine gestempelte Symbole ersetzt. Also brauche ich mit Lückenfüllern 24 Felder, umgerechnet in 3 Reihen je 8 Felder, passend auf je 7 Tafeln. Wenn Du die erste Karte gebaut hast, wird Dir das ganz klar, und dann wirst Du ohne Probleme das Zickzack an jede beliebige Anzahl Text-/Tafeln anpassen können durch Verlängerung oder Verkürzung. Am besten machst Du das jetzt erstmal so:



1. Das Bauen der Grundkarte

Ich nehme einen 12“-Bogen und halbiere ihn. Aus dem einen Teil mache ich 2 Quadrate für die Deckel (ca. 15,3cm²), das andere wird alle 3/4“ gefalzt, bis so ein Zickzack entsteht. Dadurch habe ich 7 Zacken gewonnen für die je Reihe 7 Tafeln, auf denen ich 8 quadratische Felder zur Gestaltung habe. 


Lege Dir das Zickzack so, dass die beiden Enden 
aufwärts zeigen. Die klebst Du nun an die Deckel. 


Das wird man am Schluss kaum noch sehen, 
weil darauf nachher die Seitengestaltungen kommen.


Von oben sieht Dein fertiger Rohling so aus:


Für die Gestaltung der Flächen habe ich mich für grüne 
Matten (15cm²) und cremeweiße Flächen (14,5cm²) 
entschieden. Dabei sind die Matten auf den Außenseiten 
dunkler als auf den Innenseiten.




2. Das Bauen der Wasserfälle

Die vielen Tafeln der Wasserfälle kommen als nächstes dran. Die Karte ist ja 15,3cm hoch. Damit ich zwischen den 3 Reihen jeweils ein bisschen Spielraum habe, mache ich die Tafeln 4,8cm hoch. Bei einer Kantenlänge von 1:2 also 4,8x9,6cm. Und wie vorher abgezählt brauche ich davon je Reihe 7, also 21 Stück.
Dazu schneide ich aus den Papieren für die Matten 24 Quadrate á 4,5cm². Hier lege ich abwechselnd hell- und dunkelgrün. 


Jetzt kommen noch die Buchstaben. Ich stemple sie auf das gleiche cremeweiße Papier, dazu das Herz für „herz“, den Würfel für „Glück“ und die 3 Babyaccessoires für „Geburts“ und stanze alles rund aus. Jetzt kann ich mir schonmal die 3 Reihen mit den Tafeln, den grünen Quadraten und dem Text zurecht legen. Auf 3 Felder kommen am Schluss die Papierblüten, die lasse ich frei.


Achtung! Ich habe ja 8 Quadrate auf 7 Tafeln je Reihe. 
Nur auf der jeweils obersten Tafel sind 2 Quadrate, 
der Rest wird ja verdeckt. Beim Legen unbedingt schon 
auf die Richtungen achten!

Bevor ich diese ganzen Kleinteile aneinander klebe, 
bearbeite ich die Kreise noch ein wenig. Ich habe hier 
die Ränder über ein grünes Stempelkissen gerollt.


Und weil das Herz so unscheinbar war, habe ich es 
nochmal auf rosa Blümchenpapier gestempelt, ausgeschnitten 
und aufgesetzt. (das nennt sich übrigens paper-piecing …)


 

3. Kleiner Exkurs über das 
exakte Schneiden von schmalen Streifen

Ich weiß nicht,wie es Dir geht. Ich schneide exakte Schnitte immer mit dem Hebelschneider. Und es hat mich immer tierisch angenervt, dass es nahezu unmöglich ist, schmale Streifen so genau zu schneiden, weil sich das Papier auf dem letzten Stück nicht mehr anlegen und grade ausrichten lässt. Inzwischen habe ich mir da eine Hilfe ausgedacht. Ich arbeite viel mit einem relativ großen Geodreieck. Und was ist exakt, wenn nicht das! Also lege ich als erstes das Geodreieck an der gewünschten Markierung des Hebelschneiders an, hier bei 4,5cm:


Dann lege ich daran mein Papier an und richte es 
an der Kante des Dreiecks aus. So ist es bestimmt auch 
grade zur Schnittrichtung:




Und dann kann ich das Geodreieck wegschieben und das 
Papier gut halten, um es zu schneiden. So kann ich sogar
Streifen schneiden, die nicht breiter als die Andruckleiste 
des Hebelschneiders sind, also ca. 3cm.







4. Das Gestalten der großen Flächen



Ich habe mir einen Stempel und einen Spruch ausgesucht, die meine Karte zieren sollen. Dazu schneide ich 2x Aquarellpapier in 8x8cm, dann 2x rosa Karton in 7,5x7,5cm und 2x grünen Karton in 7x7cm. Bei allen Seiten und Matten, also den Deckeln der Grundkarte, den Flächen innen und außen und diesen Stempelelementen, stanze ich die obere äußere Ecke rund (Danke Antje für diese schöne Anregung). Grüner und rosaner Karton dienen dazu, die Motive zu rahmen und abzuheben. Beim Bild setze ich die oberen Lagen mit 3D-Pads auf den rosa Karton. Beim Text klebe ich alles plan auf, damit es in der Karte nicht zu dick wird.


Jetzt mache ich mich an die Stapelblumen aus Papier, 
die jeweils eine Halbperle in die Mitte bekommen und 
mit einer Wäscheklammer zum Halten gebracht werden.




Die Vorderseite meiner Karte sieht dann so aus: 
3 Bänder von jeweils mindestens 65cm Länge 
werden mittig quer geklappt, darauf kommt das 
gestempelte und mit Tombows kolorierte Bild. 
Die 3 großen Blüten „streue“ ich drumrum. 

 



Das Texttafel kommt in die Karte nach links. Also versehe ich die Tafel erst mit 2 Bänderresten, die ich geknickt hinter die Unterkante klebe. Dann setze ich die Tafel auf meine Innenseite, etwas an den Rand, damit es später nicht von den Buchstabentafeln verdeckt wird. Achte dabei darauf, dass Du nicht – wie ich hier - die Texttafel verdreht zur runden Ecke aufklebst. Ich hab es grade noch gemerkt, bevor es so richtig fest war ... 

 



Damit Du siehst, wie schön diese Fläche nun den Ansatz 
der Ziehharmonika verdeckt, klebe ich sie schonmal auf:

 






5. Das Montieren der Wasserfälle



Jetzt wird’s spannend. Der obere und untere Wasserfall wandern ja nach rechts, der mittlere wird links-wandernd angeklebt. Damit am Ende alles schön übereinander liegt, drücke ich die Ziehharmonika zusammen, klappe sie auf den Rückdeckel und sichere sie mit einer Wäscheklammer.

Ich fange mit dem oberen Wasserfall an, und zwar mit der untersten Tafel. Ich mache ein bisschen Kleber auf das Ende der Rückseite und schiebe die Tafel 2mm unterhalb des oberen Kartenrandes AUF die unterste Zacke (nicht auf die Kartenrückseite!).




Jetzt folgen die anderen Tafeln dieses Wasserfalls, 
immer genau übereinander ausgerichtet 
jeweils auf die nächsthöhere Zacke.




Bis schließlich alle dran sind. Die 
oberste Tafel mit 2 grünen Quadraten sitzt auf 
der obersten Zacke und müsste jetzt ganz zu sehen sein.




Neugierig, wie ich bin, habe ich die Karte 
gleich mal auseinander gezogen:




Der zweite Wasserfall ist der unterste. 1. geht er in die 
gleiche Richtung, die Klammer wandert also nur nach oben. 
Und 2. kann ich dann als Drittes den mittleren 
Wasserfall genau zwischen den beiden anderen ausrichten.


Auf den Rücken gelegt sieht das jetzt ein bisschen 
wie ein Karteikasten aus:




Jetzt klebe ich den 3. Wasserfall an. Dazu klappe ich das ganze Zickzack auf den vorderen Deckel und nehme wieder die Wäscheklammer zu Hilfe. Jetzt liegen die beiden äußeren Wasserfälle schön als Begrenzung da.

Achtung – jetzt muss wieder auf die Reihenfolge der Täfelchen geachtet werden! Ich fange wieder mit der untersten an, also hier mit der linkesten, und klebe sie auf die unterste Zacke (nicht auf den Deckel).

 



Und wenn alle Tafeln des mittleren Wasserfalls dran sind, 
sieht meine Karte schon ziemlich fertig aus.

 



Wenn ich nun Deckel und Rückseite auseinander ziehe, 
liegt der ganze Text vor mir.

 





6. Die Endmontage



Auf die 3 noch leeren grünen Quadrate klebe ich nun 
die 3 kleineren Papierblumen und fixiere sie 
(zumindest die am Rand) mit Wäscheklammern. 


Die Trockenzeit kann ich nutzen, 
indem ich die äußeren Flächen anklebe.


Da ich noch 2 Flächen ungenutzt habe - nämlich innen und außen von der Rückseite - mache ich spontan aus einem 6x6“ großen Stück DP und dem Envelope Punch Board einen kleinen Briefumschlag. Den werde ich innen hinten einkleben, falls ich die Karte als Gutschein nutzen will. Da kommt dann was auch immer rein. Und meinen persönlichen Gruß kann ich dann außen auf die Rückseite schreiben. Ansonsten schreibe ich einfach innen hinten und lasse die Rückseite leer.




Die Blumen halten, die Klammern kommen ab, 
und nun kann ich die Karte ganz zu klappen 
und die Bänder hinten um die Karte herumführen.

 



Dadurch wird der dicke Rücken zusammengedrückt, und die Karte kann im geschlossenen Zustand gut halten. Da nun innendrin mehr Spielraum ist, als ich erwartet hatte, könnte ich sogar ein flaches Geschenk einarbeiten. Zu dem Stempelmotiv würde z.B. ein Tütchen mit Blumensamen passen. Mal sehen.

 



Diese Karte ist mal wieder ein aufwändiges Teil, aber das liebe ich ja so. Und ich freue mich, wenn auch Du daran Spaß hast. Bastele die Karte ruhig nach und gib auch die Anleitung gerne weiter. Aber vergiss bitte nicht, mein Blog zu erwähnen und die Anleitung zu verlinken.Danke!







1 Kommentar:

Sandy hat gesagt…

hallo bettina,

wow...das ist ja eine hammerkarte. und diese tolle anleitung dazu. vielen vielen dank für die anregung. bei nächster gelegenheit, werde ich die mal nachbasteln... natürlich mit verlinkung zu dir. versteht sich ja von selbst.

liebe grüße
sandy