Donnerstag, 10. April 2014

Schachtel mit Fenster im Deckel - Proto-Typ

Und schon wieder ein Workshop. Meine Eltern sind beide 80 Jahre 
alt geworden. Anfang Mai wird groß gefeiert mit der ganzen 
Mischpoke und noch einigen mehr. Ich soll dafür die Tischkarten 
machen:“Aber bitte nix aufwändiges, es reicht ganz einfach, 
einfach ein bisschen nett.“ Sie kennen ihre Tochter ja gut …

Und natürlich mache ich es doch aufwändig, denn ich will es ja 
mehr als „ein bisschen nett“. Geplant hatte ich eine Schachtel für 
Schoki, in diesem Fall ein paar Apfelringe in Schokolade, und dazu 
eine Tischkarte. Lieblingsfarbe meiner Eltern ist bordeauxrot. 
Ein bisschen schnörkelig-nostalgisch darfs auch werden.

Als erstes habe ich mir ein Blatt Papier geschnappt und ausge-
messen, wie groß die Schachtel für die Apfelringe denn sein muss. 
Wegen meines Falzboardes bin ich in Inch unterwegs, die Schachtel 
braucht also Ausmaße von 3 1/4“ mal 4“ und eine Höhe von 1,5“.
Um das Gefriemel mit Klebelaschen zu vermeiden, habe ich mich 
für diagonal gefalzte und reingeklebte Ecken entschieden. 
Außerdem wollte ich im Deckel ein Loch, da eignen sich alle 
Rahmenstanzen. Der Entwurf sieht also so aus:


Beim Umsetzen habe ich dann festgestellt, dass ich sinnvollerweise 
erstmal diese 3 Falze (rot) mache, damit ich die ziemlich großen 
Ausschuss-Stücke rausschneiden kann, bevor ich sie alle zer-falze.
Wenn man sich vorstellt, dass das 7x11“ große Stück für die 
Schachtel am Rand sitzt (und nicht wie beim Entwurf mittendrin), 
dann bleiben da nämlich verwertbare Stücke übrig.


Jetzt schneide ich also die beiden großen Stücke (grün) raus und 
mache erst jetzt alle anderen Falze, die auf der Skizze zu 
sehen sind. Dann schneide ich alle anderen Stücke auch weg.


So sieht mein Rohling nun aus, mit diagonalen Falzen 
in allen 4 Schachtelecken.


Jetzt kommt das Loch im Deckel. Ich habe mich für die schön 
geschwungenen Framelits von SU entschieden. Mein Problem 
ist allerdings, dass der Rohling zu breit ist, um im ganzen 
durch die Bigshot zu wandern. Also muss ich tricksen. Ich knicke 
die Schachtelseiten schonmal um, und damit sich die nicht 
durchdrücken, lege ich dann die Stanzplatte nur auf die 
Stanze, nicht auf den ganzen Rohling. 


Und schon habe ich mein Loch.


 Weiter geht’s mit dem Rahmen um das Loch. Dazu nehme ich 
dann dunkelroten Karton und stanze mit der Größe das Loches 
und mit der nächsten Größe ineinander. Das ergibt dann einen
geschwungenen Rahmen, der genau um das Loch passt. Den klebe 
ich von außen auf den Deckel und runde nebenbei noch die Ecken 
der Einstecklasche ab. Von innen klebe ich ein Stück 
Windradfolie gegen das Loch, die sieht man auf 
den Bildern gar nicht, macht aber am Original was her.


Jetzt geht alles ganz schnell: ich bestreiche alle 
4 Ecken der Schachtel von AUßEN mit Klebstoff ...


... und klebe sie aneinander, 
dadurch stehen sie nach innen.


Dann klebe ich sie nach und nach an die 
längeren Seiten von innen an …


bis die Schachtel fertig ist.


Und geschlossen sieht sie so aus:


Das gefällt mir schonmal ganz gut. Bis auf die Tatsache, dass 
die Seitenwände und Klebelaschen neben dem Deckel so zu sehen 
sind. Aber erstmal fällt mir dafür keine Lösung ein. Also baue ich 
jetzt mal an den Tischkarten rum.
Vom Stanzen der Löcher habe ich jede Menge Innenteile, 
da möchte ich was draus machen. Ich mache mir also 2 
verschiedene Knickkarten in Dunkelrot und spiele mit den 
hellen Mitten rum. 


Hochkant? 


Oder lieber Quer?

  

Ruhen lassen. Und dann kommt mir die Lösung beider Probleme: 
ich drehe einfach die Schachtel um und stecke die Namenskarte 
in den langen Schlitz. So ist er einbezogen und stört mich optisch 
nicht mehr. Und ich muss an der Tischkarte nicht nochmal 
rumstanzen sondern kann einfach ein rotes Rechteck nehmen, 
eine Querfalz, die Ecken abrunden und für den Namen ein 
Mittelteil drankleben. Fertig!


Die beiden Eckenabrunder, die ich hier verwendet habe, gefallen 
mir aber nicht. Das eine ist zu eckig, das andere nimmt zuviel 
von der Papierlänge weg. Also werden sie wohl einfach rund. 
Und auf jeden Fall gibts am Schluss noch ein paar Schmettis 
oder Blömschen oben druff.

So, jetzt gibts auch das Endergebnis zu sehen - hier.
Ich bin echt gespannt, was meine Eltern dazu sagen.

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