Dienstag, 18. August 2015

eine Löwen-Schultüte

Der Sohn der Nachbarn kam auch in die Schule. 
Und er wollte selbst mit basteln. Die Eltern haben sich nicht 
gewehrt, als sie feststellten, dass ich das mit dem jungen 
Mann alleine machen würde.

Er wollte einen großen Löwen. Also habe ich ihm alle Teile 
vorgemalt, und er hat wie ein Weltmeister ausgeschnitten. 
Mit Engelsgeduld und Sorgfalt.


Es mussten 5 Sonnenblumen sein, obwohl jede aus 6 Teilen bestand. 
Und 5 Wolken aus selbst ausgesuchten verschiedenen Blautönen. 
Auch Band und Krepppapier hat er selbst entschieden. Ich habe 
eigentlich nur zusammengesetzt.


Als die Eltern ihn abholten, staunten sie nicht schlecht 
über diese stimmige, schöne Tüte ihres Sohnes.

sonnige Schultüte mit einem großen Löwen


Montag, 17. August 2015

Pferde-Schultüte für eine kleine Dame

Immer wieder kommt es vor, dass mich Bekannte bitten, Ihrem Kind 
eine Schultüte zu bauen. Das mache ich besonders gerne, weil ich 
ja das erntsprechende Kind schon kenne. Diesmal gab es eine 
pink-silber-türkise Pferdetüte für das Einschulungskind und eine 
kleine Rakete für den großen Bruder.


Das große Pferd ist nach der Vorlage eigentlich ein ziemlich 
kitschiges Einhorn. Die Mutter brachte mich aber auf die Idee, 
noch ein Fohlen dazu zu stellen. Ich habe die überschäumende 
Mähne „eingedämmt“ und das Horn weggelassen.


Dann habe ich ein liegendes Fohlen gefunden und als 
Vorlage umgesetzt. Zusammen finde ich das Motiv 
gar nicht mehr so kitschig.


Schimmernde Silberfolie bildet die hochgezogene Spitze. 
Irgendwie fehlte mir aber noch eine verspielte Komponente. 
Da fiel mir das Transparentpapier mit Blumen in die Finger. 
Ein schmaler Streifen am Rand der Silberfolie bildet einen 
schönen Übergang.


Oben setzt der bogig abgeschnittene Filz den Rahmen. Und damit 
das Türkis noch ein paarmal auftaucht, habe ich einige Blüten 
aus Glitzerpapier gestanzt und auf den Rand gesetzt.


Die restlichen türkisen Blüten bekamen Gesellschaft von einigen 
transparenten Blüten-Blüten und wurden auf die Ganze Tüte 
und die Spitze verteilt. Fertig war der Mädchentraum:

Mädchen-Schultüte mit Pferden in Pink

Der große Bruder bekam schlicht eine kleine Rakete auf blauer 
Geschwistertüte und ein paar silberne Sterne dazu.

Geschwisterschultüte "kleine Rakete"

Die junge Dame soll ziemlich stolz in die Schule marschiert sein.

Samstag, 15. August 2015

Koffer mit Abschiedswünschen

Im Sommer habe ich eine Reha gemacht, um mal was gegen die 
*15-Jahre-lang-Kinder-hüten*-Erschöpfung zu tun. Ich hatte 
Superärzte und eine Supergruppe. Als nach einer Weile die erste 
von uns nach Hause ging, haben wir ihr symbolisch gute Wünsche 
in einen Koffer gepackt.


Das brachte mich auf die Idee, allen Mitpatienten einen Koffer 
zu packen. Mit dem Falzboard kann man ja wunderbar schnell 
rumprobieren. Und so entstanden nach dem Prototyp …



zügig einige kleine Koffer für alle.


Genial war dafür der riesengroße Schottenkaro-Stempel 
von Hero Arts. Ich kann mich aus meiner Kindheit noch an 
Stoffkoffer mit den abgerundeten Lederecken erinnern … 


Dann habe ich die kleinen Textstempel in verschiedenen 
Farbkombinationen gestempelt und aufgeklebt.




In jeden Koffer habe ich 10 Kärtchen gepackt,
eines davon natürlich mit einem Brief von mir.


Und als Verschluss habe ich farblich passende kurze 
Bändchen zusammengeknotet und um den Koffergriff geknotet.



Es haben sich alle wie Bolle gefreut. Und am meisten ich, denn 
ich war vor der Reha (wie man hier auch an der „Menge“ der 
Beiträge vom Frühjahr sehen kann) ziemlich ausgepumpt und 
am Schluss nur noch phantasielos. Endlich hatte es wieder so 
richtig geflutscht. Ich habe das Werkeln total genossen.


Dienstag, 11. August 2015

Kreative Monate Mai, Juni und Juli

Meine krativen Monate Mai, Juni und Juli 
stehen noch aus. Hier sind meine Collagen:


Ich war im Juli und August in Kur 
und habe dort Speckstein kennengelernt. 


Allerdings war ich im Vorfeld und währenddessen natürlich 
viel weniger an meinem Basteltisch, deshalb kann man die 
Einzelheiten auf meinen Collagen auch gut erkennen …

Montag, 10. August 2015

kleiner Hosentaschenkamerad aus Speckstein

In diesem Sommer habe ich mich endlich an ein Material 
gewagt, das mich schon sehr lange gereizt hat. Ich habe 
mich an Speckstein gemacht. Der Stein selbst ist ja ganz 
weich und leicht zu bearbeiten. Aber 1. muss man dennoch 
sorgfältig arbeiten, damit kein Stück abbricht. Man muss 
2. geduldig sein, denn die verschieden feinen Schleifpapiere 
nacheinander brauchen schon Zeit, und in die Ecken und 
Kanten kommt man gar nicht so leicht rein.
Und schließlich unterscheidet sich „Bildhauerei“ grundsätzlich 
von allen anderen kreativen Techniken. Denn sonst baue ich 
ja ein Bild, eine Töpferei, ein Objekt auf. Aber hier habe ich 
einen Stein – und muss vorher wissen, wo mein fertiges Werk 
darin steckt. Ich muss versuchen, die Maserung des Steins 
zu ahnen, damit ich sie einbeziehen kann. Und ich muss das 
Material ab-bauen. Das fand ich echt knifflig. 
Was weg ist, ist weg! Da gibt’s kein: „da sollte noch...“ 
Das muss ich vorher sehen.

Als erstes Werk habe ich mir einen Handschmeichler für die 
Hosentasche gemacht. Ich fand ein kleines „Tortenstück“, 
abgesägt von einem größeren Block. 


Und ich wusste, dass ich einen Elefanten machen will. Für die 
grobe Form musste ich eigentlich nur die Spitze und den Hintern 
abrunden, unter dem Rüssel einiges wegraspeln und die Beine 
andeuten. Ich wollte, dass alle Formen erkennbar, aber so stabil 
sein würden, dass das Tier es aushält, immer irgendwo 
„hingestopft“ zu werden. Und ich wollte, dass man hinterher noch 
die Ursprungsform des Steins sieht – das Tortenstück.

Und genau das war dann das Problem, als der Körper, die Beine, 
die Ohren, der Rüssel da waren. Und ich feststellte, dass die Zähne 
fehlen. Die Zähne durften nicht in die Gegend stehen, damit sie 
nicht abbrechen können. Und ich wollte auch den Rüssel nicht 
schmaler machen, nur damit die Zähne hervorstehen können. 
Also habe ich nochmal Bilder von Elefanten studiert, um zu sehen, 
wo die Zähne eigentlich langlaufen. Als ich gesehen habe, dass 
die Zähne aus dem Rüsselansatz kommen, war es nicht mehr 
schwer, sie unterzubringen.



Bei den vorherigen Bildern sieht man, wie schwer es ist, 
den Stein wirklich glatt zu polieren. Selbst mit dem feinsten 
Schleifpapier bleibt es in den Rillen noch „kratzig“ und ein 
bisschen matt. Fragt nicht, wiiiieeeeeee oft ich da nochmal 
und nochmal drüber geschmirgelt habe …

Aber das Polieren mit Geduld lohnt sich doch:

Elefant aus Speckstein

Es ist faszinierend, wie schön der Stein wird, wenn man ihn 
geduldig immer weiter poliert. Am Schluss wird er noch gewachst 
oder geölt – und ist dann wunderbar glatt und weich und glänzend.
Der Charakter des Steins kommt zum Vorschein, viele haben eine
Maserung wie mein Elefant mit den orangenen Schichten.

Nun steckt er immer in meiner Hosentasche. Und wenn Kinder-
erziehen, Lehrerzähmen, Warteschlangenertragen, Müdigkeit und 
Selbstzweifel mich anschleichen wollen, dann nehme ich meinen 
Elefant in die Hand und sage mir: 
Ich bin ruhig und stark – so wie dieser hier!