Dienstag, 29. September 2015

Kindergeburtstag mit Speckstein

Unser Sohn ist mal wieder ein Jahr älter geworden. Und ich 
habe mich schon gefreut, dass er mit 11 Jahren immernoch 
die kreative Beschäftigung für seine Party einklagte.
 So gab es nach Geschenken, Kuchen und Spielchen: Speckstein.

Inzwischen hatte ich von uns ein paar verschiedene Stücke 
zu zeigen. Und nachdem ich den Kindern die verschiedenen 
Werkzeuge erklärt hatte, …


haben sie sich einen Stein ausgesucht und losgelegt. 

Das Kamel bekommt Augen:


Nach dem Raspeln und Feilen kommt die Feinarbeit.
Hier wird die Seite des Steins ganz fein geglättet. Das 
Schleifpapier ist nicht zu vergleichen mit dem, was wir als 
Schmirgelpapier kennen. Beim Speckstein arbeiten wir uns 
von Körnung 180 zu Körnung 1200 vor.


3 Stunden später gab es ein Kamel …


und 2 kleine Handschmeichler.


Hannah hat weiter an ihrem Pferdekopf 
aus dem Urlaub gearbeitet. 


Beim Ölen erschienen rötliche Streifen und Flecken, 
die den Stein ganz lebendig aussehen ließen.


Tobias machte diesmal einen Smiley für sich selbst. 
So sehen die gelieferten Scheiben aus:




Die Kinder waren alle glücklich mit ihrem Ergebnis. 

Ergebnisse der Kinder aus Speckstein

Und die Dauer von 2-3 Stunden war auch genau richtig 
für einen Kindergeburtstag.

Sonntag, 20. September 2015

kleine Eule aus Speckstein

Ich habe eine sehr gute Freundin gefragt, welche Tiere ihr 
besonders viel bedeuten. Sie nannte die Eule und – zu ihrem 
eigenen Erstaunen – die Schlange. Sie erklärte mir, dass 
die Schlange wohl dafür steht, dass man sich im Leben immer 
wieder „häutet“, also verändert, neu erfindet.

Interessanterweise hatte ich SOFORT das Bild vor Augen, wie 
eine Eule auf einem Baumstumpf sitzt und eine Schlange sich 
vom Stumpf aus darum windet und am Hinterkopf der Eule 
endet. Und das habe ich dann auch versucht, aus einem 
Stück Speckstein zu holen.

Ich fand einen beige-rötlichen Stein, dessen Form dazu passte. 
Ich musste nur wenig dafür tun, die grobe Form des Baumstumpfes 
herauszuholen und das Ende der Schlange darum zu wickeln. 
Aber vor dem Rest hatte ich sehr viel Respekt. Nur ganz vorsichtig 
habe ich nach und nach die Proportionen der Eule gearbeitet und 
die Schlange über die Kante des Baumstumpfes auf den Rücken 
der Eule kriechen lassen. So sah dann der Rohbau aus:



Die Krallen, Gesicht und Ohren der Eule waren echt knifflig, weil 
der Stein relativ porös ist und ich Sorge hatte, da würde mir was 
abbrechen. Aber es ist ja alles gut gegangen.


Ich habe dann zunächst alles ziemlich gut geglättet bis auf 
den Stumpf, der sollte rauh bleiben. Die Schlange zu polieren, 
ohne den Stumpf mit zu erwischen, war nicht so leicht. 



Überhaupt sieht man unter dem Schnabel und um die Augen 
besonders, dass es bei so feinen Strukturen gar nicht so leicht 
ist, den Stein wirklich glatt zu kriegen. Die Figur ist ja nur 6cm 
hoch. Ich bin an vielen Stellen auch mit kleinen Schmirgelstücken 
gar nicht dazwischen gekommen. Wie ich das machen kann, 
muss ich noch üben.


Erst, als alles so glatt wie möglich war, habe ich dann die 
verschiedenen Muster in die Schlange geritzt und dem 
Baumstumpf die Rindenstruktur grob reingefeilt.


Oben sieht man, wie die Zunge der Schlange genau im Pinselohr 
der Eule endet. Und unten sieht man, wie die Schlange an der 
Häutungsstelle ein neues Muster bekommt.


Und nach dem Ölen strahlte der Stein 
in seiner rötlichen Farbe auf.

Eule aus Speckstein

Meine Freundin hat sich halb tot gefreut.


Freitag, 11. September 2015

ein kleiner Tropfen aus Speckstein


Natürlich habe auch ich die Regenphasen im Urlaub genutzt, 
um weiter mit Speckstein zu arbeiten. Ich nahm einen kleinen 
flachen Stein und war erstmal ratlos. Aber dann fanden die 
Raspel und die Feile die Form des kleinen Tropfens ganz von 
alleine. Am Ende war ich ziemlich verblüfft. 
 
Ich habe zunächst aus dem rauhen Stein 
die Form herausgeraspelt.


Dann habe ich mit dieser Specksteinraspel 
die Kanten angeschrägt.


Die Specksteinfeile hat die Kanten dann schon 
schön abgerundet.


Und schließlich habe ich mich mit Schleifpapier von 
Körnung 240 bis 600 vorgearbeitet zu diesem glatten Stein.


Durchs Ölen kam dann die Farbe zum Vorschein. Aus dem 
staubgrauen Stein wurde eine grünliche Schönheit mit 
ziegelroten Einsprengseln, hier mit Vorder- und Rückseite:


Der Stein ist nur ca. 4cm lang und passt in die allerkleinste 
Tasche. Er liegt aber toll in der Hand. 
Zu Hause bei Licht betrachte, haben mich dann die 
vielen feinen Rillen doch gestört. Also habe ich noch zu 
Körnung 1200 gegriffen …


und nochmal geölt:

Speckstein-Tropfen

... und gestaunt. Diese lebendige Zeichnung ist einfach 
wunderschön. Jetzt ist er deutlich glatter, soweit das bei 
den rötlichen Einschlüssen geht (das ist ein sehr 
„sandiger“ Stein). 
Man muss sich irgendwann einen Ruck geben und mit dem 
Ergebnis leben. Sonst schmirgelt und poliert man ewig weiter, 
weils immer noch besser geht ...

Dienstag, 8. September 2015

Speckstein als Urlaubs-Regen-Programm

Nachdem ich selbst am Anfang des Sommers mein erstes Werk 
aus Speckstein gearbeitet hatte (der Elefant), fiel mir die Wahl 
für das diesjährige Urlaubs-Regen-Programm nicht mehr schwer. 
Ich nehme immer was mit, damit wir keinen Lagerkoller kriegen. 
Da wir in Devon waren (gleich neben Cornwall, in Südengland), 
wo es häufiger mal regnet, war das nicht ganz unwichtig – und 
dann tatsächlich auch nötig. Wir sind zwar rausgestürzt, sobald 
es trocken war, aber wir hatten doch an 4 von 7 Tagen zumindest 
zeitweilig Regen.

Also habe ich die Kiste mit Raspeln und Feilen, Schleifpapieren, 
Steinöl und natürlich diversen kleinen Rohlingen ausgepackt 
und den Kindern gezeigt, wie sie anfangen können. Meine Kinder 
mögen kreative Anregungen, und so waren schnell die ersten 
Steine gewählt und die ersten Projekte begonnen. Ab dem 3. Tag 
haben sie dann die Kiste völlig selbständig rausgeholt und 
losgelegt. Nur aufräumen durfte ich dann …

Tobias hat als erstes ein „T“ gemacht und Hannah versuchte sich 
an einem flachen Stein, der irgendwie ein Hase werden wollte.


Hier sieht man den Hasen und das „T“ …


und meinen Tropfen, der mir wie von allein unter 
der Hand entstand, von beiden Seiten.

Wenn man den Stein fertig bearbeitet hat, ...



wird er poliert und geölt. 


Und erst dann weiß man, wie der Stein eigentlich aussieht.

Als nächstes nahm sich Tobias eine Lochscheibe vor, um daraus 
einen Taschen-Smiley für eine Bekannte zu machen. Und Hannah 
machte aus einem vorgesägten Rohling einen Herzanhänger. 
Hier sieht man auch den rötlichen Stein, den sie später zu einem 
Pferdekopf verarbeitet hat.


Das Herz schimmerte wie durchsichtiger Alabaster, 
als es geölt war.


Und der Smiley war wunderschön individuell, weil sich an der 
einen Seite eine grüne Steinschicht zeigte. So ist das Grinsen 
ein bisschen schief …