Dienstag, 3. Mai 2016

Miniatur-Gärten - Kreativität im Blumentopf

Seit ein paar Tagen bin ich bei Pinterest angemeldet. Und schwups – 
habe ich schon wieder eine neue kleine Leidenschaft! Fairy gardens! 
Naja – also diese ausgeklügelten, mit jede Menge gekauften Häuschen 
und Bänkchen und Männchen ausgestatteten Supergärten eher nicht. 
Viel mehr hat mich mal wieder fasziniert, was man alles aus irgendwas 
machen kann. Ganz besonders schön daran finde ich, dass man so einen Mini-Garten so toll gemeinsam als Familie machen kann.

Und weil ich sowieso endlich den großen blauen Pott vor der Haustür 
bepflanzen wollte, habe ich gleich angefangen, diesmal nur eine 
Pflanze gekauft und dann meinen Keller geplündert.

Als erstes braucht man also den großen Topf, die Erde und ein paar 
Pflanzen. Als nächstes braucht man einen netten Familienspaziergang 
in den nächsten Wald. Dort werden dann Moos, Stöckchen, Steine, Schnecken-
häuser u.a.m. gesammelt. Wieder zu Hause geht es dann richtig los.


Man pflanzt die Blume an der Seite in den großen Topf und füllt 
alles andere mit Erde auf. Das einzige, was ich hier gekauft habe, 
ist das kleine Fahrrad. Draht, Dekosteinchen und Holzstäbchen fanden 
sich im Keller.


Mit Geduld und Spucke habe ich mich dran gemacht und einen kleinen 
Gartenzaun selbst gemacht. Ich habe 2 lange Drähte genommen und die 
jeweils halbiert. Dann habe ich immer in beide Drähte ein Holzstäbchen 
eingelegt und dahinter die Drahtenden ineinander gedreht. 



Am Anfang habe ich dabei immer in dieselbe Richtung gedreht, weil die Handbewegung so am bequemsten war. Aber dabei haben sich die langen Drahtenden verheddert. Also habe ich irgendwann immer einmal beide 
Stränge rechtrum verdreht und nach dem nächsten Stäbchen beide linksrum 
verdreht. Dadurch habe ich sozusagen die Windungen im Draht immer 
gleich wieder aufgedreht.

Hier sieht man den Zaun im Topf und bei genauem Hinsehen auch die Verlängerungen, die ich in regelmäßigen Abständen mit Heißkleber an 
die Zaunlatten angebracht habe, damit ich den Zaun damit in den 
Topf stecken kann.


Irgendwie reichte mir das noch nicht. Also habe ich mir den winzigen 
Blumentopf genommen, ihn mit den kleinen gelben Kunstblumen und 
richtiger Erde gefüllt und ihn neben der echten Pflanze verbuddelt. 
Ich finde die Vorstellung, dass in dem Minigarten auch ein Miniblumen-
topf steht, witzig. Aber ich habe im Internet nur lauter winzige Pflanzen 
gesehen, die bei uns ganz schnell eingehen würden. Denn in unserer 
nach Süden ausgerichteten Reihenhausgasse wird es im Sommer brutal 
warm. So schnell kann kein Mensch gießen. Aber diese Kunstblumen 
muss man schon von sehr Nahem ansehen, um die Mogelei zu entdecken. 
Und so habe ich mir ein bisschen den Stress rausgenommen.


Und dann ging alles ganz schnell. Ich habe das Moos auf der Erde 
verteilt, den Zaun an die Seite gesteckt, die Steinchen als Weg 
ausgelegt und das Fahrrad in den Garten gestellt. 


Vor allem, wenn man mit Kindern zusammen arbeitet, muss man allerdings 
mit allem rechnen. Was am Ende im Topf wirklich drin ist, hat nur bedingt 
etwas mit dem zu tun, was man am Anfang rausgesucht hat. Mir zum 
Beispiel fiel dann noch ein kleines Holzschild in die Finger, das mal in einem geschenkten Blumentopf gesteckt hatte. Die Schrift und die Farbe waren 
verwittert. Also habe ich mir Schmirgelpapier und einen Edding geschnappt, 
die Oberfläche etwas bearbeitet und das „Willkommen“ draufgeschrieben. 
Achtung, die Farbe sollte für Töpfe, die draußen ihren Platz finden, 
wasserfest sein!

Und so sieht mein erster Miniaturgarten nun aus. Ich habe ihn vor die 
Haustür gestellt - in der Hoffnung, dass die kleineren Kinder unserer Reihenhaussiedlung nicht die Einzelteile „ernten“ werden.



Mein Sohn hat dann doch lieber Fußball gespielt, als bei etwas 
mitzumachen, worunter er sich nichts vorstellen konnte. Aber mein 
Mann hat fleißig mitgewerkelt. Auf der Terrasse stand noch der 
große alte Topf mit dem Strunk meines viele Jahre heiß geliebten 
Gummibaumes. Der war letztes Jahr eingegangen, aber ich hatte 
den Topf einfach in den Garten gestellt. Mit dem inzwischen darin 
gewachsenen Gras war er schon fast ein fertiger Mini-Garten. 
Mein Mann hat also auch fröhlich in meine Gruftelkiste gegriffen 
und angefangen, den Gummibaumrest zu verschönern. Die gelbe 
Holzblume und der ausgeblichene Blechvogel waren schon im Topf 
und blieben einfach da.


Allerdings hst er weniger planvoll gearbeitet als ich, wie man sieht. 
Aber genauso schön! Ich würde das dann „freestyle“ nennen … Nach 
und nach kamen verschiedene Farben Bast, Reis, ein eingesteckter 
Lattenzaun, ein Minihäuschen, Schneckenhäuser und sogar ein 
Spielzeugauto dazu.



Ich denke, wenn man das mit Kindern zusammen macht, ist es 
wahrscheinlich genau so – bunt und spontan und schön – eben ohne Plan.



Und ich freue mich jetzt total, dass aus dem Stumpf meines 
geliebten Gummibaumes nochmal was geworden ist.


1 Kommentar:

Sandy hat gesagt…

wow, sieht echt klasse aus....

lg
sandy