Montag, 9. Januar 2017

mein Bullet Journal

Ja, es hat auch mich erwischt. Mein neuer Terminkalender heißt 
„Bullet Journal“
(Bullet = Aufzählungspunkte, Journal = Tagbuch, Geschäftsbuch, Protokoll) 
Wer nun aber einen Rausch an kreativen Ergüssen á la PlannerNerds 
erwartet, hat sich getäuscht. Denn meine Motivation dazu ist tatsächlich, 
dass ich mit anderen Kalendersystemen nicht klar gekommen bin, dass 
ich in Zettelwirtschaft ertrunken bin, dass kein Kalender so war, wie ich 
es brauchte, …

Durch eine Frau im Stempelchickenhof, die eine besonders schön gemalte 
und gestaltete Seite in ihrem BuJo zeigte, kam ich auf das System. Und 
heute gibt es tatsächlich mal einen ganzen Haufen Links deshalb. Der 
erste: Bullet Journal Hier erfährst Du vom Erfinder alles über dieses 
mitwachsende Kalendersystem.

Als nächstes habe ich gegoogelt. Ich hatte sofort begriffen, dass ich mich
als ADS´lerin zwar bei diesem System angesprochen fühle und darin eine 
große Chance liegt, aber auch dass ich mich darin gehörig verlieren 
kann. Man kann sich nämlich auch IN einem Kalender verzetteln … Sehr 
schnell landete ich bei Youtube im Kanal einer jungen Amerikanerin – mit 
ADHS. Und die stellt das BuJo für ADS´ler vor: Bullet Journal für ADS´ler

In der Folge habe ich noch unzählige Youtube-Videos gesehen, in denen Leute erklären, wo sie warum und wie was in ihrem BuJo machen. Tolle Layouts (in manchmal endlosen Videos ...). Tolle Ideen für Einteilungen und Inhalte. - 
Aber für mich alles viel zu viel. Ich habe ein paar Ideen bekommen und 
dann einfach angefangen.

Tadaaaa! Mein BuJo:


Ich habe nicht das schöne, allgegenwärtig gerühmte (und teure) 
Leutchtturm 1917 genommen sondern ein Spiralnotizbuch von "Feinkost 
Albrecht". Plastik hält viel aus, Farbiges findet man schnell wieder, 
das Gummi ist genial und die beweglichen Trennblätter helfen enorm 
im Alltag beim Wiederfinden.


Trotzdem der Link zum DEM Kultding: Leuchtturm 1917 

Nach dem Index (Inhaltsverzeichnis) und meinem persönlichen Zeichen-
schlüssel kommt das erste Trennblatt, gefolgt von (einer Motivationsseite
und) dem „Futurelog“, also der mehrmonatigen Übersicht. Durch das 
Trennblatt finde ich diese beiden wichtigen Seiten mit einem Griff.


Für die Einteilung der Monatsübersicht habe ich mich an das Original 
gehalten. 3 Monate auf einer Seite reichen im Moment. Und hier schreibe 
ich einfach alle reinkommenden langfristigen Termine hin.


Das nächste Trennblatt folgt bei der aktuellen Monatsübersicht. Hier 
landen alle Termine das laufenden Monats und werden bei Bedarf 
zum aktuellen Tag übertragen. Getreu dem Motto „schnell und ohne 
Aufwand“ habe ich mir nicht die Mühe gemacht, die Wochentage und 
Zahlen zu schreiben. Ich habe einfach (mein Start war Ende November) 
in der Apotheke 2 kleine Zickzack-Terminkalender geschenkt bekommen 
und die Monate einzeln rausgeschnitten. Wenn der neue Monat kommt, 
klebe ich die Übersicht ein und habe auch sofort Wochenenden und 
Feiertage sichtbar. Nicht schön, aber schnell und praktisch. Auf der 
zweiten Seite sind dann 3 Kästen für z.Tl. wechselnde Zwecke – also
übergeordnete ToDo´s, wichtige Besorgungen, …


Dann wollte ich noch eine Rubrik „Dauerbrenner“ für wiederkehrende 
Listen wie „Gewohnheiten“ oder „Finanzplan“ einrichten, aber die sind 
schon nach einem Monat wieder rausgeflogen. Solche Gewohnheiten 
sind mir noch nie gelungen. Was allerdings Spaß macht ist, ab und zu, 
wie sie mir unterkommen, Gedichte, Gebete oder Gedanken einfach schön 
zu schreiben, bunt zu machen und so immer wieder Motivationsseiten 
einzustreuen, die die Freude am Leben hochhalten sollen.


Und schließlich kommt das dritte Trennblatt, das auch immer mitwandert,
zum aktuellen Tag, mit einem Griff aufgeschlagen. Hier rein kommen 
alle ToDo´s, Ideen, auch Details, was der Tag so bringt. Ein paar Schlüssel 
helfen, sofort zu erkennen, was da steht.


Die jeweils erste Seite eines Monats bekommt einen Rand aus Washitape 
und ein Fähnchen oben. So kann ich vergangene Monate schnell wieder
finden. Und das macht auch das BuJo ein bisschen bunter.


2 Rubriken habe ich aus dem normalen Ablauf rausgenommen. Nämlich 
alles zu kreativen Projekten und alle dauerhaft nötigen Listen. Sie sind 
durch weitere Trennblätter markiert und so schnell gefunden. Außerdem 
haben sie einen eignen Index.


Bei den Listen befinden sich die aktuellen Stundenpläne der Kinder, 
Ferienpläne, Geschenke-/ Wunschlisten …


und ein Jahrsplan mit Geburtstagen, die ich ganz bestimmt nicht 
in jedem neuen BuJo wieder neu schreiben will. Einmal ausgedruckt, 
eingeheftet und ganz einfach ins nächste BuJo mitgenommen.


Am rückwärtigen Deckel befinden sich eine Hülle mit den kommenden Monatsübersichten, einem Lineal und daneben der Stiftehalter. 
Fest dran. Immer dabei. Wichtig!


Ich bin ja Hausfrau und Mutter und als solche Motor der Familie. Das 
heißt aber auch, dass ich außer dem Chor keine regelmäßigen Termine 
habe und mich darum dazu zwingen muss, täglich ins BuJo zu schauen, 
damit ich dann die tatsächlich vorhandenen Termine für eine/n von 
uns nicht verpenne. Naja …

Aaaaber – über Silvester hatte ich Besuch von einer lieben Freundin, 
die in der gleichen Rolle ist wie ich und auch schon länger nach einer 
Lösung gegen die erfolglose Zettelwirtschaft suchte. Die kaufte sich 
auf der Stelle ein Notizbuch. Und so saßen wir an Neujahr beide in 
unserem Esszimmer, mit einer gemütlichen Tasse Tee, und legten unseren 
Jahresstart in den Bujo´s an. Da sie genauso wie ich gläubig ist und 
im Gegensatz zu mir tatsächlich täglich in den Herrnhuter Losungen liest, 
lagen die auch grade da. Und eh ich michs versah, hatte ich erst die 
Jahreslosung auf eine eigene Seite und dann die Monatslosung unter 
das Januar-Kalendarium geschrieben.


 Ich kaufe das Losungsheftchen, seit ich es vor 30 Jahren kennen
gelernt habe. Nach 3 Jahren habe ich aufgegeben, es täglich lesen 
zu wollen. Und noch ein paar Jahre später habe ich auch aufgehört, 
ein schlechtes Gewissen deswegen zu haben. Gekauft habe ich es 
trotzdem. Und jetzt ist es auf einmal DAS Vehikel, um täglich mein BuJo 
zur Hand zu nehmen, die ToDo´s des Tages zu checken, keine Termine 
mehr zu verpassen – und einfach jeden Tag die Losung ABZUSCHREIBEN. 
Das nennt man – glaube ich - „zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“ …
Und nun bin ich morgens entspannter und bereiter für den Tag und die 
ganze Familie ein kleines Stückchen organisierter.

1 Kommentar:

Creativehobbit81 hat gesagt…

Sehr schön und sehr informativ. Und was habe ich gelacht über "Feinkost Albrecht", ahahhahahaaa...