In
diesem Sommer habe ich mich endlich an ein Material
gewagt, das mich
schon sehr lange gereizt hat. Ich habe
mich an Speckstein gemacht.
Der Stein selbst ist ja ganz
weich und leicht zu bearbeiten. Aber 1.
muss man dennoch
sorgfältig arbeiten, damit kein Stück abbricht.
Man muss
2. geduldig sein, denn die verschieden feinen Schleifpapiere
nacheinander brauchen schon Zeit, und in die Ecken und
Kanten kommt
man gar nicht so leicht rein.
Und
schließlich unterscheidet sich „Bildhauerei“ grundsätzlich
von
allen anderen kreativen Techniken. Denn sonst baue ich
ja ein Bild,
eine Töpferei, ein Objekt auf. Aber hier habe ich
einen Stein –
und muss vorher wissen, wo mein fertiges Werk
darin steckt. Ich muss
versuchen, die Maserung des Steins
zu ahnen, damit ich sie
einbeziehen kann. Und ich muss das
Material ab-bauen. Das fand ich
echt knifflig.
Was weg ist, ist weg! Da gibt’s kein: „da sollte
noch...“
Das muss ich vorher sehen.
Als
erstes Werk habe ich mir einen Handschmeichler für die
Hosentasche
gemacht. Ich fand ein kleines „Tortenstück“,
abgesägt von einem
größeren Block.
Und
ich wusste, dass ich einen Elefanten machen will. Für die
grobe Form
musste ich eigentlich nur die Spitze und den Hintern
abrunden, unter dem Rüssel
einiges wegraspeln und die Beine
andeuten. Ich wollte, dass alle
Formen erkennbar, aber so stabil
sein würden, dass das Tier es
aushält, immer irgendwo
„hingestopft“ zu werden. Und ich wollte,
dass man hinterher noch
die Ursprungsform des Steins sieht – das
Tortenstück.
Und
genau das war dann das Problem, als der Körper, die Beine,
die
Ohren, der Rüssel da waren. Und ich feststellte, dass die Zähne
fehlen. Die Zähne durften nicht in die Gegend stehen, damit sie
nicht abbrechen können. Und ich wollte auch den Rüssel nicht
schmaler machen, nur damit die Zähne hervorstehen können.
Also habe
ich nochmal Bilder von Elefanten studiert, um zu sehen,
wo die Zähne
eigentlich langlaufen. Als ich gesehen habe, dass
die Zähne aus dem
Rüsselansatz kommen, war es nicht mehr
schwer, sie unterzubringen.
Bei
den vorherigen Bildern sieht man, wie schwer es ist,
den Stein
wirklich glatt zu polieren. Selbst mit dem feinsten
Schleifpapier
bleibt es in den Rillen noch „kratzig“ und ein
bisschen matt.
Fragt nicht, wiiiieeeeeee oft ich da nochmal
und nochmal drüber
geschmirgelt habe …
Aber
das Polieren mit Geduld lohnt sich doch:
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| Elefant aus Speckstein |
Es
ist faszinierend, wie schön der Stein wird, wenn man ihn
geduldig
immer weiter poliert. Am Schluss wird er noch gewachst
oder geölt –
und ist dann wunderbar glatt und weich und glänzend.
Der Charakter des Steins kommt zum Vorschein, viele haben eine
Maserung wie mein Elefant mit den orangenen Schichten.
Nun
steckt er immer in meiner Hosentasche. Und wenn Kinder-
erziehen, Lehrerzähmen, Warteschlangenertragen, Müdigkeit und
Selbstzweifel mich anschleichen wollen, dann nehme ich meinen
Elefant in die Hand und sage mir:
Ich bin ruhig und stark – so wie dieser hier!