So, wie
versprochen kommt sofort die Anleitung
für die Zickzack-Wasserfall-Karte
hinterher.
Das gibt jetzt ein „bisschen“ Text, aber es lohnt
sich.
Am Ende
steht diese Karte:
Innen sieht
sie dann so aus:
Novch bevor
ich losbaue, muss ich entscheiden, was ich auf den quadratischen
Feldern unterbringen will. Ich habe mich hier für den Text
„herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag“ entschieden. Dabei
werden das Herz, das Glück und die Geburt durch kleine gestempelte
Symbole ersetzt. Also brauche ich mit Lückenfüllern 24 Felder,
umgerechnet in 3 Reihen je 8 Felder, passend auf je 7 Tafeln. Wenn Du
die erste Karte gebaut hast, wird Dir das ganz klar, und dann wirst
Du ohne Probleme das Zickzack an jede beliebige Anzahl Text-/Tafeln
anpassen können durch Verlängerung oder Verkürzung. Am besten
machst Du das jetzt erstmal so:
1.
Das Bauen der Grundkarte
Ich nehme
einen 12“-Bogen und halbiere ihn. Aus dem einen Teil mache ich 2
Quadrate für die Deckel (ca. 15,3cm²), das andere wird alle 3/4“
gefalzt, bis so ein Zickzack entsteht. Dadurch habe ich 7 Zacken
gewonnen für die je Reihe 7 Tafeln, auf denen ich 8 quadratische
Felder zur Gestaltung habe.
Lege Dir das
Zickzack so, dass die beiden Enden
aufwärts zeigen. Die klebst Du
nun an die Deckel.
Das wird man
am Schluss kaum noch sehen,
weil darauf nachher die
Seitengestaltungen kommen.
Von oben
sieht Dein fertiger Rohling so aus:
Für die
Gestaltung der Flächen habe ich mich für grüne
Matten (15cm²) und
cremeweiße Flächen (14,5cm²)
entschieden. Dabei sind die Matten
auf den Außenseiten
dunkler als auf den Innenseiten.
2.
Das Bauen der Wasserfälle
Die vielen
Tafeln der Wasserfälle kommen als nächstes dran. Die Karte ist ja
15,3cm hoch. Damit ich zwischen den 3 Reihen jeweils ein bisschen
Spielraum habe, mache ich die Tafeln 4,8cm hoch. Bei einer
Kantenlänge von 1:2 also 4,8x9,6cm. Und wie vorher abgezählt
brauche ich davon je Reihe 7, also 21 Stück.
Dazu
schneide ich aus den Papieren für die Matten 24 Quadrate á 4,5cm².
Hier lege ich abwechselnd hell- und dunkelgrün.
Jetzt kommen
noch die Buchstaben. Ich stemple sie auf das gleiche cremeweiße
Papier, dazu das Herz für „herz“, den Würfel für „Glück“
und die 3 Babyaccessoires für „Geburts“ und stanze alles rund
aus. Jetzt kann ich mir schonmal die 3 Reihen mit den Tafeln, den
grünen Quadraten und dem Text zurecht legen. Auf 3 Felder kommen am
Schluss die Papierblüten, die lasse ich frei.
Achtung! Ich
habe ja 8 Quadrate auf 7 Tafeln je Reihe.
Nur auf der jeweils
obersten Tafel sind 2 Quadrate,
der Rest wird ja verdeckt. Beim Legen
unbedingt schon
auf die Richtungen achten!
Bevor ich
diese ganzen Kleinteile aneinander klebe,
bearbeite ich die Kreise
noch ein wenig. Ich habe hier
die Ränder über ein grünes
Stempelkissen gerollt.
Und weil das Herz so unscheinbar war, habe ich
es
nochmal auf rosa Blümchenpapier gestempelt, ausgeschnitten
und
aufgesetzt. (das nennt sich übrigens paper-piecing …)
3.
Kleiner Exkurs über das
exakte Schneiden von schmalen Streifen
Ich
weiß nicht,wie es Dir geht. Ich schneide exakte Schnitte immer mit
dem Hebelschneider. Und es hat mich immer tierisch angenervt, dass es
nahezu unmöglich ist, schmale Streifen so genau zu schneiden, weil sich
das Papier auf dem letzten Stück nicht mehr anlegen und grade
ausrichten lässt. Inzwischen habe ich mir da eine Hilfe ausgedacht.
Ich arbeite viel mit einem relativ großen Geodreieck. Und was ist
exakt, wenn nicht das! Also lege ich als erstes das Geodreieck an der
gewünschten Markierung des Hebelschneiders an, hier bei 4,5cm:
Dann
lege ich daran mein Papier an und richte es
an der Kante des Dreiecks
aus. So ist es bestimmt auch
grade zur Schnittrichtung:
Und
dann kann ich das Geodreieck wegschieben und das
Papier gut halten,
um es zu schneiden. So kann ich sogar
Streifen schneiden, die nicht breiter
als die Andruckleiste
des Hebelschneiders sind, also ca. 3cm.
4.
Das Gestalten der großen Flächen
Ich
habe mir einen Stempel und einen Spruch ausgesucht, die meine Karte
zieren sollen. Dazu schneide ich 2x Aquarellpapier in 8x8cm, dann 2x
rosa Karton in 7,5x7,5cm und 2x grünen Karton in 7x7cm. Bei allen
Seiten und Matten, also den Deckeln der Grundkarte, den Flächen
innen und außen und diesen Stempelelementen, stanze ich die obere
äußere Ecke rund (Danke Antje für diese schöne Anregung). Grüner
und rosaner Karton dienen dazu, die Motive zu rahmen und abzuheben.
Beim Bild setze ich die oberen Lagen mit 3D-Pads auf den rosa Karton.
Beim Text klebe ich alles plan auf, damit es in der Karte nicht zu
dick wird.
Jetzt
mache ich mich an die Stapelblumen aus Papier,
die jeweils eine
Halbperle in die Mitte bekommen und
mit einer Wäscheklammer zum
Halten gebracht werden.
Die
Vorderseite meiner Karte sieht dann so aus:
3 Bänder von jeweils
mindestens 65cm Länge
werden mittig quer geklappt, darauf kommt das
gestempelte und mit Tombows kolorierte Bild.
Die 3 großen Blüten
„streue“ ich drumrum.
Das
Texttafel kommt in die Karte nach links. Also versehe ich die Tafel
erst mit 2 Bänderresten, die ich geknickt hinter die Unterkante klebe.
Dann setze ich die Tafel auf meine Innenseite, etwas an den Rand,
damit es später nicht von den Buchstabentafeln verdeckt wird. Achte
dabei darauf, dass Du nicht – wie ich hier - die Texttafel
verdreht zur runden Ecke aufklebst. Ich hab es grade noch gemerkt,
bevor es so richtig fest war ...
Damit
Du siehst, wie schön diese Fläche nun den Ansatz
der Ziehharmonika
verdeckt, klebe ich sie schonmal auf:
5.
Das Montieren der Wasserfälle
Jetzt
wird’s spannend. Der obere und untere Wasserfall wandern ja nach
rechts, der mittlere wird links-wandernd angeklebt. Damit am Ende
alles schön übereinander liegt, drücke ich die Ziehharmonika
zusammen, klappe sie auf den Rückdeckel und sichere sie mit einer
Wäscheklammer.
Ich
fange mit dem oberen Wasserfall an, und zwar mit der untersten Tafel.
Ich mache ein bisschen Kleber auf das Ende der Rückseite und schiebe
die Tafel 2mm unterhalb des oberen Kartenrandes AUF die unterste Zacke
(nicht auf die Kartenrückseite!).
Jetzt
folgen die anderen Tafeln dieses Wasserfalls,
immer genau
übereinander ausgerichtet
jeweils auf die nächsthöhere Zacke.
Bis
schließlich alle dran sind. Die
oberste Tafel mit 2 grünen
Quadraten sitzt auf
der obersten Zacke und müsste jetzt ganz
zu sehen sein.
Neugierig,
wie ich bin, habe ich die Karte
gleich mal auseinander gezogen:
Der
zweite Wasserfall ist der unterste. 1. geht er in die
gleiche
Richtung, die Klammer wandert also nur nach oben.
Und 2. kann ich dann
als Drittes den mittleren
Wasserfall genau zwischen den beiden
anderen ausrichten.
Auf
den Rücken gelegt sieht das jetzt ein bisschen
wie ein Karteikasten
aus:
Jetzt
klebe ich den 3. Wasserfall an. Dazu klappe ich das ganze Zickzack
auf den vorderen Deckel und nehme wieder die Wäscheklammer zu Hilfe.
Jetzt liegen die beiden äußeren Wasserfälle schön als Begrenzung
da.
Achtung
– jetzt muss wieder auf die Reihenfolge der Täfelchen geachtet
werden! Ich fange wieder mit der untersten an, also hier mit der linkesten, und klebe sie auf die
unterste Zacke (nicht auf den Deckel).
Und
wenn alle Tafeln des mittleren Wasserfalls dran sind,
sieht meine
Karte schon ziemlich fertig aus.
Wenn
ich nun Deckel und Rückseite auseinander ziehe,
liegt der ganze Text
vor mir.
6.
Die Endmontage
Auf
die 3 noch leeren grünen Quadrate klebe ich nun
die 3 kleineren
Papierblumen und fixiere sie
(zumindest die am Rand) mit
Wäscheklammern.
Die Trockenzeit kann ich nutzen,
indem ich die
äußeren Flächen anklebe.
Da
ich noch 2 Flächen ungenutzt habe - nämlich innen und außen von der
Rückseite - mache ich spontan aus einem 6x6“ großen Stück DP und
dem Envelope Punch Board einen kleinen Briefumschlag. Den werde ich
innen hinten einkleben, falls ich die Karte als Gutschein nutzen
will. Da kommt dann was auch immer rein. Und meinen persönlichen
Gruß kann ich dann außen auf die Rückseite schreiben. Ansonsten
schreibe ich einfach innen hinten und lasse die Rückseite leer.
Die
Blumen halten, die Klammern kommen ab,
und nun kann ich die Karte
ganz zu klappen
und die Bänder hinten um die Karte herumführen.
Dadurch
wird der dicke Rücken zusammengedrückt, und die Karte kann im
geschlossenen Zustand gut halten. Da nun innendrin mehr Spielraum
ist, als ich erwartet hatte, könnte ich sogar ein flaches Geschenk
einarbeiten. Zu dem Stempelmotiv würde z.B. ein Tütchen mit
Blumensamen passen. Mal sehen.
Diese
Karte ist mal wieder ein aufwändiges Teil, aber das liebe ich ja so.
Und ich freue mich, wenn auch Du daran Spaß hast. Bastele die Karte
ruhig nach und gib auch die Anleitung gerne weiter. Aber vergiss
bitte nicht, mein Blog zu erwähnen und die Anleitung zu
verlinken.Danke!