Posts mit dem Label Handarbeit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Handarbeit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 3. August 2017

Angefixt - das 1. Tuch 2.0 ...

Ich habe mal wieder an der Nadel gehangen. An der Häkelnadel …
Anfang des Jahres schenkte mir meine Schwiegermutter eine
Häkelzeitschrift von gehobenem Niveau. Das interessierte mich zwar
nicht besonders, aber auf der Rückweite war die Werbung eines
deutschen Wollshops, für den ich hier nun schamlos Werbung machen
werde: die Wollfactory oder auch Garnmanufaktur. Normalerweise
geht man in den Laden und schaut, was es für Garne gibt, ob einem
eine Farbe oder Stärke oder Haptik oder Material einer Wolle genug
gefällt, um sich dazu was einfallen zu lassen. Schnee von gestern …
Bei der Wollfactory sucht man sich die Garnqualität aus – und dann
fängt man an, sein eigenes Garn zu designen. Fadenstärke,
Fadenlänge, Farben, Farbreihenfolge, Farbübergänge – einfach alles
entscheidet man selbst und bekommt dann sein Knäuel von Hand
gewickelt. Bei mir machte es Ping im Kopf, und die Idee für ein
Konfirmationsgeschenk für mein Patenmädchen entstand. Und dann
habe ich brav und fleißig ein schönes Sternentuch gehäkelt. Grün,
groß und kuschelig. Als ich Ende April in den Zug stieg, um zu dieser
Konfirmation zu fahren, fehlten noch 2 !!!!!!!! Reihen. Darum war
die Tüte im Rucksack obenauf. Und muss mir schon im ersten Zug
beim Fahrkarterausholen runter gefallen sein. Jedenfalls habe ich
es im zweiten Zug, als ich weiterarbeiten wollte, nicht mehr gefunden.
Boah, was ein Frust! Nachdem mein Mann das ganze Haus auf den
Kopf gestellt und die Nachforschung bei der Bahn auch nichts ergeben
hat, habe ich aufgegeben. Aber nicht aufgehört! Da steckte jetzt so
viel Arbeit drin – dann konnte ich auch von vorne anfangen.
Grünes Tuch 2.0 !

In der Zwischenzeit habe ich das gemusterte Tuch für meine Tochter
gehäkelt, aus der Erfahrung heraus ein größeres Knäuel bestellt und
dann nochmal losgelegt. Ich habe ein paar Fehler nicht mehr gemacht, ...

gehäkeltes Sternentuch

... die Übergänge der Farbabschnitte an den Rand verlegt und jeden
Farbabschnitt mit einer Musterreihe abgeschlossen, was das Tuch nicht
nur ordentlicher sondern einfach auch edler aussehen lässt.


Gearbeitet habe ich nach einer Anleitung aus "Crazypatterns" von
"Andrea_maschenanschlag". Das 2.0 ist nun eeeeeendlich fertig und
hat sich mit einem Brief in den Norden aufgemacht, wo es sicher
genauso bekuschelt wird, ...



... wie das Rosane von meiner Tochter.

Sonntag, 18. Juni 2017

Angefixt - das 2. Tuch ...

Eine sehr liebe Stempelfreundin ist vor ein paar Jahren etwas „abgedriftet“,
als sie angefangen hat, wunderschöne Tücher zu häkeln. Ich hab mir das so
angesehen auf ihrem Blog, fand die Tücher auch ganz schön, habe aber
eigentlich vor allem ihre wunderschönen Stempelwerke vermisst.
Ihre Blogposts mit den Tüchern sind immer überschrieben mit „ich hänge an
der Nadel ...“. Tja – und wie man sieht – ich jetzt auch …

Klar hab ich als Kind häkeln gelernt. Naja – Topflappen. Ansonsten habe ich
jahrelang exzessiv gestrickt und in den letzten Jahren vor allem genäht.
Aber vor allem-allem-allem mit Papier gearbeitet. Irgendwann im letzten
Jahr hat mir meine Schwiegermutter ein moderne Häkelzeitschrift von
gehobenem Niveau gegeben mit den Worten „das ist doch nix für mich,
vielleicht kannst Du sie brauchen“. Nö, ich auch nicht. Aaaaber – auf der
Rückseite ist eine ganzseitige Anzeige von – tädäääääää – der Wollfactory.
Und da wars passiert.
Die Wollfactory ist eine deutsche Firma, die Garne unterschiedlichster
Qualitäten individuell nach eigener Zusammenstellung wickelt. Hä? Ja, man
sucht sich die Garnqualität aus, die Fadenstärke, die Lauflänge – und dann
sucht man sich noch die Farbtöne, die Reihenfolge und die Wicklung aus.
Man entscheidet einfach alles selbst. Nur das Gewickele, das übernehmen die.
Und nach wenigen Tagen hat man SEIN Knäuel in der Hand. Bombastisch!

Ich wusste auch sofort, was ich machen wollte – ein lieblingsfarben-grünes
Tuch zur Konfirmation meines Patenkindes, symbolisch für Gott, der sie immer
wärmen und schützen will. Gesagt getan, Wolle bestellt, bei Crazypatterns im
Netz eine tolle Anleitung für ein Sterntuch gefunden, losgehäkelt, mit dem
Zug zur Konfirmation gefahren, das Tuch im Zug verloren und nie wieder
gesehen. Boah, ich hätte soooo heulen können!

Aber während der Häkelei kam meine Tochter auf den Geschmack.
Und darum durfte sie sich eigene Farben aussuchen, Form und Muster
bestimmen. Und hier zeige ich nun das 2. Tuch in Rosa und Beerentönen
für die tollste Tochter der Welt zum Schulabschluss der Realschule:


In diesem Fall habe ich einfach ein paar Häkelzeitschriften mit
Mustersammlungen gekauft und die Schönsten Muster hintereinander
weg auf die Farbstreifen der Wicklung verteilt. Die meisten Streifen
enden mit einer Reihe Relief-Stäbchen.


Das verarbeitete Garn ist Lola, 2-fädig, 250g mit Nadelstärke 3,5
gehäkelt. Es fühlt sich wunderbar weich an, lässt sich super verarbeiten.
Und weil ich wollte, dass die Farben immer am Rand anfangen, habe
ich jeweils die Reststücke der Farben abgeschnitten. So konnte ich
dann auch am Schluss einmal mit immer den richtigen Farben ganz
außenrum häkeln und mit festen Maschen den Rand begradigen,
stabilisieren und gleich die Fäden alle darin verschwinden lassen.
(Ich hasse Fäden vernähen …)

Auch wärmend um den Hals gewickelt sieht das Tuch schick aus.


Tja, und dann habe ich mich an das 1. Tuch 2.0 gemacht. Denn das
sehe ich ja gar nicht ein, dass mein tolles Patenmädchen auf sein
Konfigeschenk verzichten soll! Das zeige ich dann demnächst.

Dienstag, 9. April 2013

Altardecke für den Mini-Gottesdienst

In unserer Gemeinde arbeite ich ehrenamtlich im Mini-Gottesdienst 
mit (für Kleinkinder von 0-6 und die Eltern dazu, die auch mal 
auftanken wollen, ohne wegen ihrer Kinder ständig unter 
Strom zu stehen …). Beim letzten Mal haben wir dort
 eine Geschichte erzählt, die sich an den Frederik von 
Middlehauve anlehnt – eine kleine Maus, die im Herbst statt Essen 
lieber Sonnenstrahlen und Geschichten über Gott sammelt. 
Und wenn die Mäusefamilie dann in der dunklen, kalten Höhle 
sitzt, dann kann er ihnen mit seinen Geschichten von Gott 
und seiner großen, warmen Sonne wieder Mut machen.

Anschließend haben wir die Kinder und Eltern die vorgemalten 
Blätter, Mäuse, Vögel und Äpfel anmalen und ausschneiden lassen. 
Sonnenstrahlen und Wiese kamen direkt auf das neue Altartuch, 
auf dass ich vorher schon den nackten Baum, die Sonnenscheibe 
und die Steine genäht hatte.

Nach und nach versammelten sich die ganzen kleinen Kunstwerke 
auf dem Tuch in unserer Mitte. Dass da zwei kleine neue Blätter 
aus dem Aststumpf wachsen, ist zum Beispiel die Idee einer
 4-Jährigen gewesen – einfach toll! 
Es sah schon gelegt sooooo toll aus!

Heute nun habe ich 5 Stunden an der Nähmaschine gesessen 
und mit ständig wechselnden Oberfäden alles, alles angenäht. 
Mich dabei gefühlte 100mal an einer der rausstehenden Nadeln 
gestochen, ebenso gefühlte 2000 mal den rausgerutschten 
Faden wieder eingefädelt. Und ich muss ja mal sagen: 
ich mag meine tolle, neue Nähmaschine – wirklich. 
Aber diese modernen Fadenführungen sind so schick in der 
Verkleidung versteckt. Die führen dazu, dass man den
 aus der Nadel rausgerutschten Faden nicht mehr einfach greifen 
und wieder in die Nadel stecken kann. Nein, man muss den 
Faden von oben her ganz rausziehen und komplett 
neu einfädeln. Grrrr. (im Radio läuft grade „früher war alles 
besser“ von den Wise Guys. Passt …)

So sieht es von vorne aus, mit frei hängenden 
Mauseschwänzchen, rechts die kleine Maus:

Altardecke für den Krabbelgottesdienst

Und so von hinten, echt witzig:


Und nun hängt unser schönes Tuch fertig da und lacht farbenfroh 
und strahlt Gottes Lebensfreude und die Vielfalt seiner wunder-
baren Kinder aus. Ich freue mich schon auf die Gesichter
 der Kinder, wenn sie beim nächsten Mal IHR Altartuch sehen.

Freitag, 9. November 2012

Mein gestickter Adventskalender

Adventskalender erleben zur Zeit eine echte Renaissance. Vergessen die Zeit, als liebevoll gemalte Bildchen hinter Papiertürchen klebten. Lange vorbei die Zeit, wo Großmutters Handgestickter mit genähten kleinen Säckchen an der Küchentür hing. Unmodern auch die Zeit, als das billige Display mit Minischokostückchen 5x nebeneinander hing, weil alle Verwandten auf die selbe Idee kamen. Nein, heute sind es die Riesendisplays von allen namhaften Spielwaren-, Kosmetik-, Alkoholika- und anderen Herstellern, die die Gänge im Supermarkt verstopfen und die Mütter, die mit Kindern einkaufen gehen müssen, zum Wahnsinn treiben.

Ich bin ja der festen Überzeugung – und praktiziere dies schon seit vielen Jahren -, dass nicht nur Kinder den Adventskalender lieben, auch Erwachsene lieben die täglichen kleinen Überraschungen. Aber mal ehrlich – 
will ich 24 Kosmetikprodukte blind als DAS Liebesgeschenk meines Mannes verkauft kriegen? Ich schenke für mein Leben gern Adventskalender, aber die sind immer selbst gemacht.

8 Jahre lang habe ich am Kalender für meine Kinder gearbeitet. 
Erst habe ich das Tuch mit den Linien und die Säckchen mit den Zahlen bestickt. So konnte der Kalender sofort benutzt werden (auch wenn Hannah noch gar keine Zahlen konnte).

gestickter Adventskalender

Oben und unten sind Tunnelzüge für dünne Stangen, die den Stoff stabilisieren. Daran hänge ich den Kalender dann an die Wohnzimmerwand, wo er ein Bild ersetzt. Die Ziffern haben jeweils ein eigenes Muster, das bei allen Zahlen wieder auftaucht.



Und von da an habe ich jedes Jahr im Oktober und November 2-5 neue Bilder da auf das Tuch gestickt, wo die Säckchen davor hängen. Und am 30.11. wurde – wo auch immer – die Nadel rausgezogen und das Tuch mitsamt den Säckchen aufgehängt.

Einige Bilder habe ich aus entsprechenden Handarbeitsheften wie den Adventskranz. Auch der Schneemann ist daraus, allerdings angepasst, denn daneben stand ein Nikolaus. Also habe ich aus noch einem anderen Bild die Katze ge"mopst" und ihm zur Seite gestellt.


 Der Pinguin stammt aus einem Bilderbuch von Hannah. Ich habe ihn eingescannt, grob gerastert und dann selbst die Farben endgültig verteilt, bis es mir gefiel.


Die Adventsonntage sind ja in jedem Jahr mit anderen Daten, aber ich hatte beschlossen, trotzdem exemplarisch dafür 1-4 Kerzen zu sticken. Die Kinder stört es jedenfalls nicht, dass das nicht immer passt.


Diesen Stern hat Hannah nach ein paar Jahren entworfen und energisch gefordert, dass der auch auf dem Kalender zu sehen sein wird. Da war ihr Wunsch natürlich Befehl für mich. Sie ist heute noch stolz drauf. 


Lange haben die Kinder gar nicht kapiert, was ich da tue, und die neuen Bilder tatsächlich mit Spannung erwartet. Dann war meine Stickerei eine Zeit lang einfach der erste willkommene Vorbote auf Weihnachten.

Letztes Jahr schließlich habe ich die letzten beiden Bilder im Frühjahr fertig gemacht. Ich wollte einfach fertig werden. Und Mitte November sagte Hannah dann plötzlich:“Mami! Du hast ja noch gar nicht gestickt dieses Jahr!!!“