Und weiter
geht’s im Advent. In unserer Gemeinde gibt es einen
„lebendigen
Adventskalender“. Das bedeutet, dass 24 Türen und
Fenster geöffnet
werden. Nur dass es echte Türen und Fenster
sind. Einige Menschen
einer Kirchengemeinde merlden sich vorher
und öffnen dann an dem
ihnen zugeteilten Tag ein Fenster,
immer um 18:00 Uhr. In der
Gemeinde werden die Adressen
bekannt gegeben, so dass alle wissen, wo
sie heute hinströmen
müssen. Es gibt ein wunderschön gemaltes
Holzschild, das von
Station zu Station wandert und auf das nächste
Fenster
aufmerksam macht. Der jeweilige Gastgeber hängt eine große
Zahl in sein Fenster.
Am 16.12.
waren wir an der Reihe. Es macht ungeheuer viel Spaß,
mit der ganzen
Familie das Thema das Fensters zu planen und
alles dafür
vorzubereiten. Wir lieben sehr das Engellied von den
Wise Guys, und
so war unser Thema schnell gefunden, Lieder und
Texte ausgesucht und
Knabbereien vorbereitet.
Ein Engel
MUSIK UND TEXT: DANIEL „DÄN“ DICKOPF
Ein Engel, der dir deinen Weg weist,
der dich leitet, wenn du ziellos durch das All kreist,
ein Engel, der dich an die Hand nimmt
und, wenn du Angst hast, ein Liedchen für dich anstimmt.
Ein Engel, der dir immer nah ist, der für dich da ist,
wenn du in Gefahr bist.
Ein Engel als tröstendes Licht.
Du sagst, diesen Engel gibt es nicht.
Ein Engel, der dir richtig zuhört,
der das verjagt, was dich nachts in deiner Ruhe stört,
ein Engel, der dich mal im Arm hält,
und der im Winter deine Heizung auf "warm" stellt.
Ein Engel, der dir einen Brief schreibt,
der mit dir wach bleibt, wenn die Angst dich umtreibt,
und der sich für dich den Kopf zerbricht.
Du sagst, diesen Engel gibt es nicht.
Doch dieser Engel ist da,
um dich zu schützen und zu halten.
Dieser Engel ist da,
jeden Tag, in verschiedenen Gestalten.
Er lässt dich nie im Regen stehn.
Er lässt dich nie allein.
Doch er ist leicht zu übersehn,
denn er kann überall sein.
Ein Engel, der dir wieder Mut macht
und diesen Job immer wieder richtig gut macht,
ein Engel, der dir einen ausgibt
und dich bei Sonnenschein energisch aus dem Haus schiebt.
Ein Engel, der dir freundlich zuwinkt,
mit dir Kaffee trinkt, dich zu deinem Glück zwingt,
und der manchmal mit dir Klartext spricht.
Du sagst, diesen Engel gibt es nicht.
Doch dieser Engel ist da...
Du hast ihn heute schon gesehn.
Ich glaub, du kennst ihn längst.
Und wenn du nicht mehr so viel denkst,
dann wirst du's irgendwann verstehn.
Dieser Engel ist da....
Rechtzeitig
haben wir das Rollo am Küchenfenster runterge-
lassen, um die Spannung
noch ein bisschen zu erhöhen. Als alle
da waren, haben wir von den
Engeln in der Weihnachtsgeschichte
erzählt und gesungen. Unser
Fenster öffnete sich, an dem alle
unsere gesammelten Engelfiguren
hingen. Stein, keramik, Holz,
Stroh, Papier, Plastik, Glas, Perlmutt,
Draht, Garn, Perlen – ein
zauberhaftes Sammelsurium hing wie ein
Vorhang an der Scheibe.
Dann kam die Frage: gibt es denn auch heute
Engel? Heftiges
Nicken von den Kindern, beiläufiges Lächeln von den
Erwachsenen.
Zunächst haben wir dieses Gedicht vorgelesen:
Es
müssen nicht Männer mit Flügeln sein
Es
müssen nicht Männer mit Flügeln sein, die Engel.
Sie gehen
leise, sie müssen nicht schrein,
oft sind sie alt und hässlich
und klein, die Engel.
Sie haben kein Schwert, kein weißes
Gewand, die Engel.
Vielleicht ist einer, der gibt dir die
Hand,
oder er wohnt neben dir, Wand an Wand, der Engel.
Dem
Hungernden hat er das Brot gebracht, der Engel.
Dem Kranken hat er
das Bett gemacht,
und er hört, wenn du rufst, auch tief in der
Nacht, der Engel.
Steht auch mal im Weg und sagt kräftig:
Nein, der Engel.
Groß wie ein Pfahl und hart wie ein Stein.
es
müssen nicht Männer mit Flügeln sein, die Engel.
Rudolf
Otto Wiemer
… und
nochmal gesungen. Und schließlich habe ich zur
laufenden CD das
Engel-Lied von den Wise Guys gesungen,
während meine Kinder kleine
Tütchen an die Leute verteilt
haben: ein Keks in Engelform mit dem
Gedicht und dem
Liedtext dabei und dem Label: DU bist ein Engel!
Für die Pappen habe ich meine viel zu üppigen
Vorräte an Designpapier geplündert.
Hinterher
gibt es immer noch Knabbereien und warme Getränke
und Klönschnack. Und der Regen hat auch niemanden gestört.
Die bei uns in der Straße zahlreichen Kinder holen sich ein
süßes
Abendessen und flitzen dann rum. Und die Stimmung
ist sehr entspannt.
Es macht immer wieder richtig Spaß.