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Dienstag, 21. Juli 2015

Rohbau eines Schultüten-Rohlings

Und jetzt – wie versprochen – die Bilder, wie ich einen Schultüten-
rohling zusammensetze. Ich zeige es hier anhand eines Wellpappe-
rohlings. Es ist angenehmer zu arbeiten und leichter zu knipsen …

Ich klebe erst das Krepp an die obere Kante. Bei Bedarf als erstes 
eine kurze Reihe, die hinterher hochsteht. Die erste Reihe ist am 
einfachsten, weil das Krepp hier auf die glatte Pappe geklebt wird.
Die 2. Reihe ist 2/3 einer Krepprolle hoch. Die 3. Reihe hat die volle 
Höhe. Das obere Ende aller Bahnen wird mit einer starken Schere 
als ganze Rolle nach Wunsch in Form geschnitten, bogig oder 
zackig,. Ich arbeite mit der Heißklebepistole, das hält am besten.

Der Rohling besteht aus 7 senkrechten Elementen. Auf der einen 
Seite sind 3 Laschen zum Einstecken. Auf der anderen Seite sind 
nach dem 1. Element die Schlitze für diese Einstecklaschen.


An dieser Seite beginne ich. Ich schmiere immer ein Stück
des Rohlings mit Heißkleber ein, ...


... dann lege ich das Krepp an und raffe es zügig 
mit dem Daumennagel in die heiße Pampe.


Heiß. Wirklich. Leider … Deshalb sage ich: mit dem Nagel, denn 
der ist nicht ganz so hitzeempfindlich wie die Fingerkuppe.

Das nächste Stück einschmieren, reinraffen. U.s.w. Das letzte 
Element des Rohlings, das mit den Einstecklaschen, wird nicht 
mit Krepp versehen!!!!!!!!!! Das Klappt nämlich über das andere 
und würde sonst abstehen. Was von der Rolle zuviel ist, wird 
grade abgeschnitten.


Ab der zweiten Runde wird es ein bisschen mühsamer. Denn auf 
dem gerafften Krepp Kleber hinzuschmieren ist leicht, aber darauf 
das nächste Papier zu raffen, ist manchmal etwas mühsam.


Immer weiter im Takt, und zwischendurch mal das neu Geklebte 
fest in die heiße Pampe und die unteren Schichten drücken, 
damit alles gut hält (ja, ich weiß – heiß …)


Auch hier am letzten Element aufhören.

Jetzt setze ich den Rohling zusammen. Ich habe schon vorher 
alle Elemente längs vorgeknickt. Jetzt drücke ich alle 3 Schlitze 
schonmal von unten auf. 


Dann lege ich den Rohling so hin, dass von beiden Seiten 2-3 
Elemente umgeklappt werden und mit einem Element überlappen, 
klappe den Rohling einseitig wieder auf und schmiere das Element 
vor den Schlitzen bis zum 2. Schlitz an den Längskanten ein. Wenn 
es am schmalen Ende kleckert, macht das nichts, das verschwindet 
in der Spitze. Aber es sollte niemals Kleber IN den Rohling geraten. 
Dann lässt er sich am Ende nicht runden.
Habe ich den Kleber drauf, stecke ich schnell erst die untere, dann 
die mittlere Lasche in ihre Schlitze …


und drücke das Ganze gut an.


Jetzt schmiere ich auch das obere Ende gut ein …


stecke die letzte Lasche in den letzten Schlitz 
und drücke wieder alles an.


Jetzt ist der Rohling soweit fertig. Der Wellpapperohling wirkt 
relativ wabbelig. Aber wenn die Spitze dran ist, man ein bisschen 
Zeitung innen in das Ende stopft und dann das Krepp oben zuge-
bunden ist, ist so eine Tüte genauso stabil wie eine feste runde Tüte.

Die Spitze habe ich nach einer Vorlage zugeschnitten, in diesem 
Fall die 6 Enden etwas nach außen gerollt und kleine Kreppstücke 
als Gras von innen angeklebt.


 Dann gebe ich von innen ganz viel Kleber auf die 6 Enden und in 
die Runde. Ich greife von oben in die Tüte (wenn das Krepp mich 
durchlässt), schiebe die Spitze auf das Tütenende und drücke die 
Spitze fest an ...


mit Gegendruck von oben. Die Spitze schmiegt sich an die 
6 Elemente der Tüte und stabilisiert die Form bis oben hin.

Und am Ende ist es ein richtig wilder Dschungel.


Beim runden Schultütenrohling ist meistens eine Filzmanschette 
von außen angeklebt. Die ist aber faltig, labberig und zu kurz. 
Darum wird sie in den meisten fällen kurz geschnitten und nach 
unten geklappt oder ganz entfernt. Stattdessen wird auch hier 
Krepp in die Runde geklebt. Das ist ein bisschen mühsamer, weil 
die Runde enger und eben geschlossen ist. Das bereits angeklebte 
Krepp muss immer nach außen weggeklappt werden, damit man 
weiter hantieren kann. Aber es sieht einfach schöner aus.


Hier wurde statt des Filzes ein Band um die kante geklebt und dann Krepp von innen. Und hier wurde eine kurze, stehende Runde von außen angeklebt, der Klebstoff durch ein Band verdeckt und dann 2 Reihen Krepp von innen angeklebt.




Samstag, 30. August 2014

Ausziehkarte á la Nellie Snellen

Schon vor einer ganzen Weile habe ich mit einer genialen 
Metallschablone von Nellie Snellen diese Ziehkarte gewerkelt.


Ausgezogen sieht sie so aus:


Jetzt bin ich heute mal für die SI im Stempelhühnerhof zuständig 
und habe deshalb eine Fotostrecke gemacht, wie man ganz 
einfach selbst an so eine Schablone kommt. Und natürlich, 
wie man sie benutzt.


TEIL1 : Die Schablone

Ich entscheide mich für die Größe der fertigen Karte und mache 
mir 3 einfache Karten aus dem gleichen Material. Außerdem 
aus einem sehr stabilen Material noch eine, die dann zur 
Dauerschablone wird.


Für die Schablone zeichne ich mir rundum einen Rand 
von 7 mm an. Bei einer Karte von 12 x 17 cm mache ich mir 
bei 11 cm der Längsseite eine „Nase“ von 1 cm x 5 mm:

Das Innere dieses Rahmens nutze ich auch – für den Schub. 
Im Abstand von 2 mm zum Rahmen ziehe ich mir (rot) die Linien 
für den Schub. Dann nehme ich an den Seiten längs soviel weg, 
wie ich brauche, damit der Schub sich überhaupt bewegen kann. 


(Deshalb sind die alten durchgehenden Linien blass-rot, weil 
radiert, die dick-roten sind die Gültigen. Und grün sind die 
Linien, die andeuten, dass man den Schub auch verkleinern 
kann.) Wenn ich beides ausschneide, habe ich die Schablonen 
für Rahmen und Zug.)




TEIL2 : Der Rohling

Das schneide ich nun aus einer der 3 gleichen Karten aus ...


... und habe dann folgendes:


Den schmalen Rahmen klebe ich nun sorgfältig auf eine der 
übrigen Karten (für die bessere Sichtbarkeit hier mit der gelben 
Schablone geknipst)


Dann lege ich die letzte Karte lose aber genau drauf 
und schneide bei 11 cm der Längsseite alles durch.


Wenn ich nun die losen Deckblätter wegnehme, 
kann ich den Schub einlegen.


Mit eingelegtem Schub klebe ich nun die beiden 
Deckblätter auf ihre Unterseiten (Achtung, nicht mit 
Klebstoff in die Mitte kleckern!) …


und habe dann den fertigen Rohling:




Teil 3 : Länge des Schubes

Wie schon erwähnt und mit der grünen Linie angedeutet, kann 
ich natürlich den Schub auch kleiner machen, wenn z.B. nur 
ein schmaler Schriftzug erscheinen soll. Dann würde der große 
Schub seltsam und leer wirken. Je nach Länge und Ausrichtung 
kann die Karte dann so aussehen:





Teil 4 : Gestaltung

Das bleibt natürlich jeder selbst überlassen. Ich habe jetzt 
mal was Schnelles gemacht. Außen:



Innen:


Und jetzt wünsche ich viel Spaß beim Werkeln. 
Bitte gerne den Workshop nutzen, dann aber zu mir verlinken. 
Danke!

Dienstag, 22. Juli 2014

Set aus Karte und Lesezeichen

Schon vor 2 Monaten hatte ich Geburtstag. Meine Lieblings-
patentante schenkte mir all die Jahre ein Buch mit einem 
sogenannten „Längsgefalteten“ drin. Dieses Jahr kam „nur“
der Längsgefaltete – ich vermute, dass ihre Knie langsam 
streiken und Ausflüge in die Stadt zur Buchhandlung zu 
mühsam sind. Also habe ich ihr nun mit dem, was ich mir dafür 
gekauft habe, etwas gebastelt, damit sie eine Vorstellung 
hat, wo ihr Längsgefalteter gelandet ist - eine Karte und 
ein Lesezeichen.


In irgendeinem Shop war nämlich ein günstiges Schneidebrett 
noch günstiger im Angebot. Und da ich schon lange mit der 
Idee geliebäugelt hatte, saubere Innenschnitte machen zu 
können ohne das Gehampel mit Lineal, Bleistift, Cutter und 
Co., habe ich mir das nun zugelegt.
Als erstes kamen 2 gleiche Streifen Craft, zum tag gestanzt 
mit der tag-Stanze von SU. Und dann habe ich in eins der 
beiden die 3 Schlitze geschnitten. 


Ein PostIt eingeschoben, die Lasche weiß gewischt. Darauf 
 den Bücherstapel der Stempelschmiede gestempelt und 
mit Tombows koloriert. 


Dann habe ich die beiden Teile einfach aneinander geklebt. 
Schließlich das Band durchgezogen und mit einem Faden 
zusammen gebunden. Das hält gut, gibt aber nicht so einen 
fetten Knoten wie mit dem Band direkt. Dabei habe ich das 
eine Ende des Bandes direkt hinter dem Steg gedreht, 
damit das Muster vorne erscheint.


Als nächstes kam eine Karte dazu. Die wollte ich im selben 
Grundton haben. Aber was drauf? Da fiel mir beim Suchen 
mein Harlekin nebst fertiger Maske in die Finger. Also habe 
ich den Harlekin gestempelt, die Maske drauf und dann 
drüber gewischt. 



Das hat einen wunderbaren Rand und einen toll schwebenden 
Effekt ergeben. Und kolorieren musste ich den Harlekin auf 
die Weise auch nicht.


Gesehen habe ich diese Art Lesezeichen bei AnnasArt.
Am Schluss habe ich noch einen schön langen Brief 
geschrieben – und ab in den Kasten.

Donnerstag, 10. April 2014

Schachtel mit Fenster im Deckel - Proto-Typ

Und schon wieder ein Workshop. Meine Eltern sind beide 80 Jahre 
alt geworden. Anfang Mai wird groß gefeiert mit der ganzen 
Mischpoke und noch einigen mehr. Ich soll dafür die Tischkarten 
machen:“Aber bitte nix aufwändiges, es reicht ganz einfach, 
einfach ein bisschen nett.“ Sie kennen ihre Tochter ja gut …

Und natürlich mache ich es doch aufwändig, denn ich will es ja 
mehr als „ein bisschen nett“. Geplant hatte ich eine Schachtel für 
Schoki, in diesem Fall ein paar Apfelringe in Schokolade, und dazu 
eine Tischkarte. Lieblingsfarbe meiner Eltern ist bordeauxrot. 
Ein bisschen schnörkelig-nostalgisch darfs auch werden.

Als erstes habe ich mir ein Blatt Papier geschnappt und ausge-
messen, wie groß die Schachtel für die Apfelringe denn sein muss. 
Wegen meines Falzboardes bin ich in Inch unterwegs, die Schachtel 
braucht also Ausmaße von 3 1/4“ mal 4“ und eine Höhe von 1,5“.
Um das Gefriemel mit Klebelaschen zu vermeiden, habe ich mich 
für diagonal gefalzte und reingeklebte Ecken entschieden. 
Außerdem wollte ich im Deckel ein Loch, da eignen sich alle 
Rahmenstanzen. Der Entwurf sieht also so aus:


Beim Umsetzen habe ich dann festgestellt, dass ich sinnvollerweise 
erstmal diese 3 Falze (rot) mache, damit ich die ziemlich großen 
Ausschuss-Stücke rausschneiden kann, bevor ich sie alle zer-falze.
Wenn man sich vorstellt, dass das 7x11“ große Stück für die 
Schachtel am Rand sitzt (und nicht wie beim Entwurf mittendrin), 
dann bleiben da nämlich verwertbare Stücke übrig.


Jetzt schneide ich also die beiden großen Stücke (grün) raus und 
mache erst jetzt alle anderen Falze, die auf der Skizze zu 
sehen sind. Dann schneide ich alle anderen Stücke auch weg.


So sieht mein Rohling nun aus, mit diagonalen Falzen 
in allen 4 Schachtelecken.


Jetzt kommt das Loch im Deckel. Ich habe mich für die schön 
geschwungenen Framelits von SU entschieden. Mein Problem 
ist allerdings, dass der Rohling zu breit ist, um im ganzen 
durch die Bigshot zu wandern. Also muss ich tricksen. Ich knicke 
die Schachtelseiten schonmal um, und damit sich die nicht 
durchdrücken, lege ich dann die Stanzplatte nur auf die 
Stanze, nicht auf den ganzen Rohling. 


Und schon habe ich mein Loch.


 Weiter geht’s mit dem Rahmen um das Loch. Dazu nehme ich 
dann dunkelroten Karton und stanze mit der Größe das Loches 
und mit der nächsten Größe ineinander. Das ergibt dann einen
geschwungenen Rahmen, der genau um das Loch passt. Den klebe 
ich von außen auf den Deckel und runde nebenbei noch die Ecken 
der Einstecklasche ab. Von innen klebe ich ein Stück 
Windradfolie gegen das Loch, die sieht man auf 
den Bildern gar nicht, macht aber am Original was her.


Jetzt geht alles ganz schnell: ich bestreiche alle 
4 Ecken der Schachtel von AUßEN mit Klebstoff ...


... und klebe sie aneinander, 
dadurch stehen sie nach innen.


Dann klebe ich sie nach und nach an die 
längeren Seiten von innen an …


bis die Schachtel fertig ist.


Und geschlossen sieht sie so aus:


Das gefällt mir schonmal ganz gut. Bis auf die Tatsache, dass 
die Seitenwände und Klebelaschen neben dem Deckel so zu sehen 
sind. Aber erstmal fällt mir dafür keine Lösung ein. Also baue ich 
jetzt mal an den Tischkarten rum.
Vom Stanzen der Löcher habe ich jede Menge Innenteile, 
da möchte ich was draus machen. Ich mache mir also 2 
verschiedene Knickkarten in Dunkelrot und spiele mit den 
hellen Mitten rum. 


Hochkant? 


Oder lieber Quer?

  

Ruhen lassen. Und dann kommt mir die Lösung beider Probleme: 
ich drehe einfach die Schachtel um und stecke die Namenskarte 
in den langen Schlitz. So ist er einbezogen und stört mich optisch 
nicht mehr. Und ich muss an der Tischkarte nicht nochmal 
rumstanzen sondern kann einfach ein rotes Rechteck nehmen, 
eine Querfalz, die Ecken abrunden und für den Namen ein 
Mittelteil drankleben. Fertig!


Die beiden Eckenabrunder, die ich hier verwendet habe, gefallen 
mir aber nicht. Das eine ist zu eckig, das andere nimmt zuviel 
von der Papierlänge weg. Also werden sie wohl einfach rund. 
Und auf jeden Fall gibts am Schluss noch ein paar Schmettis 
oder Blömschen oben druff.

So, jetzt gibts auch das Endergebnis zu sehen - hier.
Ich bin echt gespannt, was meine Eltern dazu sagen.