Ja, es hat
auch mich erwischt. Mein neuer Terminkalender heißt
„Bullet
Journal“.
(Bullet = Aufzählungspunkte, Journal = Tagbuch,
Geschäftsbuch, Protokoll)
Wer nun aber einen Rausch an kreativen
Ergüssen á la PlannerNerds
erwartet, hat sich getäuscht. Denn
meine Motivation dazu ist tatsächlich,
dass ich mit anderen
Kalendersystemen nicht klar gekommen bin, dass
ich in
Zettelwirtschaft ertrunken bin, dass kein Kalender so war, wie ich
es
brauchte, …
Durch eine
Frau im Stempelchickenhof, die eine besonders schön gemalte
und
gestaltete Seite in ihrem BuJo zeigte, kam ich auf das System. Und
heute gibt es tatsächlich mal einen ganzen Haufen Links deshalb. Der
erste: Bullet Journal
Hier erfährst Du vom Erfinder alles über dieses
mitwachsende
Kalendersystem.
Als nächstes
habe ich gegoogelt. Ich hatte sofort begriffen, dass ich mich
als
ADS´lerin zwar bei diesem System angesprochen fühle und
darin eine
große Chance liegt, aber auch dass ich mich darin gehörig verlieren
große Chance liegt, aber auch dass ich mich darin gehörig verlieren
kann. Man kann sich nämlich auch IN einem Kalender
verzetteln … Sehr
schnell landete ich bei Youtube im Kanal einer
jungen Amerikanerin – mit
ADHS. Und die stellt das BuJo für
ADS´ler vor: Bullet Journal für ADS´ler
In der Folge
habe ich noch unzählige Youtube-Videos gesehen, in denen Leute
erklären, wo sie warum und wie was in ihrem BuJo machen. Tolle
Layouts (in manchmal endlosen Videos ...). Tolle Ideen für
Einteilungen und Inhalte. -
Aber für mich alles viel zu viel. Ich
habe ein paar Ideen bekommen und
dann einfach angefangen.
Tadaaaa!
Mein BuJo:
Ich habe
nicht das schöne, allgegenwärtig gerühmte (und teure)
Leutchtturm 1917 genommen sondern ein Spiralnotizbuch von "Feinkost
Albrecht". Plastik
hält viel aus, Farbiges findet man schnell wieder,
das Gummi ist
genial und die beweglichen Trennblätter helfen enorm
im Alltag beim
Wiederfinden.
Trotzdem der Link zum DEM Kultding: Leuchtturm 1917
Nach dem
Index (Inhaltsverzeichnis) und meinem persönlichen Zeichen-
schlüssel kommt das erste
Trennblatt, gefolgt von (einer Motivationsseite
und) dem „Futurelog“, also der mehrmonatigen
Übersicht. Durch das
Trennblatt finde ich diese beiden wichtigen
Seiten mit einem Griff.
Für die
Einteilung der Monatsübersicht habe ich mich an das Original
gehalten. 3 Monate auf einer
Seite reichen im Moment. Und hier schreibe
ich einfach alle reinkommenden langfristigen Termine hin.
Das nächste
Trennblatt folgt bei der aktuellen Monatsübersicht. Hier
landen alle Termine das laufenden Monats und werden bei Bedarf
zum aktuellen Tag übertragen. Getreu dem Motto
„schnell und ohne
Aufwand“ habe ich mir nicht die Mühe gemacht,
die Wochentage und
Zahlen zu schreiben. Ich habe einfach (mein Start
war Ende November)
in der Apotheke 2 kleine Zickzack-Terminkalender
geschenkt bekommen
und die Monate einzeln rausgeschnitten. Wenn der
neue Monat kommt,
klebe ich die Übersicht ein und habe auch
sofort Wochenenden und
Feiertage sichtbar. Nicht schön, aber schnell
und praktisch. Auf der
zweiten Seite sind dann 3 Kästen für z.Tl. wechselnde Zwecke – also
übergeordnete ToDo´s, wichtige Besorgungen, …
Dann wollte
ich noch eine Rubrik „Dauerbrenner“ für wiederkehrende
Listen
wie „Gewohnheiten“ oder „Finanzplan“ einrichten, aber die
sind
schon nach einem Monat wieder rausgeflogen. Solche Gewohnheiten
sind mir noch nie gelungen. Was allerdings Spaß macht ist, ab und
zu,
wie sie mir unterkommen, Gedichte, Gebete oder Gedanken einfach
schön
zu schreiben, bunt zu machen und so immer wieder
Motivationsseiten
einzustreuen, die die Freude am Leben hochhalten
sollen.
Und
schließlich kommt das dritte Trennblatt, das auch immer mitwandert,
zum aktuellen Tag, mit einem Griff aufgeschlagen. Hier rein kommen
alle ToDo´s, Ideen, auch
Details, was der Tag so bringt. Ein paar Schlüssel
helfen, sofort zu
erkennen, was da steht.
Die jeweils
erste Seite eines Monats bekommt einen Rand aus Washitape
und ein
Fähnchen oben. So kann ich vergangene Monate schnell wieder
finden.
Und das macht auch das BuJo ein bisschen bunter.
2 Rubriken
habe ich aus dem normalen Ablauf rausgenommen. Nämlich
alles zu
kreativen Projekten und alle dauerhaft nötigen Listen. Sie sind
durch weitere Trennblätter markiert und so schnell gefunden. Außerdem
haben sie einen eignen Index.
Bei den
Listen befinden sich die aktuellen Stundenpläne der Kinder,
Ferienpläne, Geschenke-/ Wunschlisten …
… und ein
Jahrsplan mit Geburtstagen, die ich ganz bestimmt nicht
in jedem
neuen BuJo wieder neu schreiben will. Einmal ausgedruckt,
eingeheftet
und ganz einfach ins nächste BuJo mitgenommen.
Am
rückwärtigen Deckel befinden sich eine Hülle mit den kommenden
Monatsübersichten, einem Lineal und daneben der Stiftehalter.
Fest
dran. Immer dabei. Wichtig!
Ich bin ja
Hausfrau und Mutter und als solche Motor der Familie. Das
heißt aber
auch, dass ich außer dem Chor keine regelmäßigen Termine
habe und
mich darum dazu zwingen muss, täglich ins BuJo zu schauen,
damit ich
dann die tatsächlich vorhandenen Termine für eine/n von
uns nicht
verpenne. Naja …
Aaaaber –
über Silvester hatte ich Besuch von einer lieben Freundin,
die in
der gleichen Rolle ist wie ich und auch schon länger nach einer
Lösung gegen die erfolglose Zettelwirtschaft suchte. Die kaufte sich
auf der Stelle ein Notizbuch. Und so saßen wir an Neujahr beide in
unserem Esszimmer, mit einer gemütlichen Tasse Tee, und legten
unseren
Jahresstart in den Bujo´s an. Da sie genauso wie ich gläubig
ist und
im Gegensatz zu mir tatsächlich täglich in den Herrnhuter
Losungen liest,
lagen die auch grade da. Und eh ich michs versah,
hatte ich erst die
Jahreslosung auf eine eigene Seite und dann die
Monatslosung unter
das Januar-Kalendarium geschrieben.
Ich kaufe das
Losungsheftchen, seit ich es vor 30 Jahren kennen
gelernt habe. Nach 3
Jahren habe ich aufgegeben, es täglich lesen
zu wollen. Und noch ein
paar Jahre später habe ich auch aufgehört,
ein schlechtes Gewissen
deswegen zu haben. Gekauft habe ich es
trotzdem. Und jetzt ist es auf
einmal DAS Vehikel, um täglich mein BuJo
zur Hand zu nehmen, die
ToDo´s des Tages zu checken, keine Termine
mehr zu verpassen – und
einfach jeden Tag die Losung ABZUSCHREIBEN.
Das nennt man – glaube
ich - „zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“ …
Und nun bin
ich morgens entspannter und bereiter für den Tag und die
ganze
Familie ein kleines Stückchen organisierter.












