Mittwoch, 29. Februar 2012

Workshop für eine Turmdose

Ich muss mal was dazwischen schieben. Ich bin in einem Forum um eine Anleitung für eine selbst zu bauende Turmdose aus Grau- oder Finnpappe gebeten worden. Meine Anleitung ist aber als Datei wohl zu groß, um gemailt zu werden. Also gibts die jetzt für die Allgemeinheit auf meinem Blog. Und ich wünsche allen Nachbastlerinnen ganz viel Spaß dabei. 

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Workshop Turmdose

Ein genialer Organizer mit 3-4 Fächern für allen möglichen Kleinkram ist dieser Turm. Zugeklappt ist alles aus dem Weg, aufgeklappt entfalten sich die Fächer nebeneinander.

Turmdose aus Graupappe
  1. Material und Werkzeug

Eigentlich brauche ich nur Finnpappe, Buchbinderleinen und Buchbindeleim. Es geht auch Graupappe, aber grade, wenn ich mit einem handelsüblichen Hebelschneider oder Cutter und Lineal hantiere, ist Finnpappe viel besser geeignet, weil leichter zu schneiden. Außerdem ist Finnpappe fast weiß, so dass ich beim Beziehen auch mit dünneren Papieren arbeiten kann. Bei Graupappe muss ich blickdichtes Papier verwenden.
Also:
  • Finnpappe (oder Graupappe) in 2mm Stärke
  • Buchbinderleinen (selbstklebende Streifen oder Bögen/z.B.artemio)
  • Buchbindeleim (z.B. Planatol), Malerkrepp-Klebeband
  • Schneidewerkzeug
  • Schneidematte
  • Pinsel
  • Geodreieck
  • Falzbein
  • Unterlagen zum Kleistern/Wischen/...

  • Bezugspapier für alle sichtbaren Flächen außen und innen (z.B. edles Geschenkpapier, Scrappapier, Countryside o.a. zum Bestempeln geeignetes Papier)
  • Stempel zum Gestalten der Flächen
  • Wischwerkzeug u.a. Utensilien
  • ein Stapel großer Stempel o.a. ist hilfreich beim Anbringen der Fächer





    1. Zuschnitt der Teile

    Für eine Dose von 12cm², 20cm Höhe und 3 Fächern brauche ich:
  • für die Außenwände 4x 12x20cm (A)
  • für den Deckel 1x 13,4cm²(B) und 4x 13,2x3cm (C)
  • für ein großes Fach (6cm Höhe) 1x Boden 11,5cm²(D) und 4x Seiten 11,3x6cm (E)
  • für 2 kleine Fächer (4cm Höhe) je 1x Boden 11,5cm²(D) und 4x Seiten 11,3x4cm (F)

Aus dem Bogen Buchbinderleinen schneide ich viele lange Streifen von ca. 2,5cm Breite. Davon sollten 7-8 Streifen eine Länge von ca. 55cm haben, alle anderen können deutlich kürzer sein. Beim Schneiden muss überhaupt nicht exakt gearbeitet werden, denn das Leinen wird nur an den Dosen- und Fachkanten gesehen, das meiste (alle Kanten vom Leinen) wird von den Bezugspapieren überklebt. Bei allem Leimen gilt: ich saue zwar immerzu meine Finger mit ein, aber ich muss sie trotzdem immer wieder sauber rubbeln, damit ich nicht die bereits geklebten Teile an den später sichtbaren Kanten verklebe!



  1. Außenwände der Dose
Nun baue ich die Außenhülle meiner Dose. Dazu nehme ich Streifen vom Buchbindeleinen von ca. 12cm Länge und leime sie um die 8 Schmalseiten der 4 Seitenteile (A) .


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    Dann brauche ich 4 Streifen von ca. 2,5x42cm. Auf den ersten Streifen leime ich 1cm über der Kante 2 Seitenteile (A) mit 3-4mm Abstand parallel an. Das Geodreieck hilft bei der Ausrichtung als Anschlag, damit alle Teile wirklich parallel liegen. Das kurze Stück unten leime ich nach oben, dann folgt das lange obere Ende vom Streifen.



    Nun sind die beide Seitenteile fest verbunden, haben aber etwas Spielraum durch den Abstand. Das alles wiederhole ich, bis die 4 Teile aneinander sind, und klebe auch um die Außenkanten Leinenstreifen. Achtung: die vierte Seite wird nicht geschlossen! Jetzt alles ein paarmal hin und her knicken.





    1. Der Deckel (und die Fächer)

    Jetzt folgt der Deckel. Ich habe die Decke (B) und vier Seiten (C). Diese 4 Seiten werden auf den Deckel geleimt. Die ersten beiden Seiten gleichzeitig, dann hält es sofort gut. Ich streiche 2 Kanten eines Seitenteiles mit Leim ein und setze es genau auf eine Ecke der Decke. Dadurch bleiben am anderen Ende 2mm übrig, auf die ich den nächsten eingeleimten Streifen setze. U.S.W. Der letzte Streifen schließt den Rand. Ich kann, um entspannt arbeiten zu können, die Seitenteile mit etwas Abstand mit Malerkrepp-Streifen fixieren, dann einfach hochklappen.


    Hier sieht man, wie die Malerkrepp-Streifen das Seitenteil halten. Das bleibt dran, wenn das Teil hochgeklappt wird und bis alles trocken ist. Dann kann man es ganz einfach wieder abziehen.



    Ist die Pappe ein bisschen gebogen, muss ich die Teile vor dem Anleimen vorsichtig gegenbiegen und an der Deckelkante ausrichten. Das geht aber ganz einfach. 
    Ist mein Deckel durchgetrocknet, nehme ich die Krepp-Streifen ab und arbeite die Ecken und Kanten. Als erstes klebe ich Leinenstreifen an die Ecken. Dazu nehme ich einen Streifen Buchbinderleinen von doppelter Wandhöhe plus 1cm und beginne innen bündig am Boden.



    Mit dem Falzbein fest in die Kante drücken. Nun ziehe ich den Streifen über die Ecke nach außen und klebe ihn dort über der Kante fest. Das Leinen lässt sich gut an der Ecke überall ziehen und andrücken. Zum Schluss schneide ich den Überstand ab.


     Als Nächstes werden mit einem langen Streifen von mind. 53cm die 4 Deckel-Kanten verkleidet, dabei jeweils an den Ecken eingeschnitten und überlappend geklebt. Der fertige Deckel sieht dann so aus:



    In gleicher Machart leime ich nun die 3 Fächer aus jeweils einem Boden (D) und 4 Seiten (E, oder F) zusammen. Nun habe ich 4 Bauteile, die ich zum Trocknen beiseite stelle (hier noch ohne den Umlaufstreifen):






    1. Die Gestaltung der Papiere

    Jetzt geht es an die Bezugspapiere. Hier kann ich mich so richtig austoben. Entweder schneide ich erst alle Teile zu und gestalte sie einzeln. Ich kann aber auch mehrere große Papiere mit Schnörkeln/Mustern/Farben großflächig gestalten und dann die benötigten Stücke herausschneiden. Was brauche ich?
  • Seitenwände: 8x 11,5x19,5cm, nach Bedarf innen anders als außen
  • Deckelseiten: 4x 13x7cm
  • Deckel: außen und innen 1x 13cm²

Mein Favorit ist es, die Bezugspapiere mit Stempeln zu gestalten. Das kann ganz zart sein mit Schnörkeln und Versamark z.Bsp., oder mit kräftigen Farben und Mustern. Scrappapiere kann ich z.B. wischen und distressen,... Ich habe hier gestempelt, außen kräftiger als innen, Schnörkel, die vom Rand her in die Fläche ragen, sie aber nicht ganz füllen. Dazu sind die Ränder innen und außen hell gewischt. Man könnte noch einen Text oder einen kolorierten Abdruck an einer oder mehreren Seiten anbringen, ...
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     Sinnvollerweise leime ich die 8 Blätter für die Seitenwände gleich an, wenn sie fertig sind, damit auch diese gut trocknen, bevor sie die Fächer tragen müssen. Dabei lasse ich zu allen Seiten gleich viel Anstand.
    Achtung: wann immer ich Papier mit dem Buchbindeleim klebe, wellt sich zunächst alles wie wild. Wenn der Leim abgebunden hat, ist aber alles von alleine schön glatt. Die Kanten der Papiere müssen gut eingeschmiert sein, ich darf aber beim Kleben nicht rubbeln, weil das nasse Papier daduch zerstört wird. Ich streiche alle Papiere mit den flachen Händen an.


     Beim Deckel werden die Papiere genauso wie gewünscht gearbeitet. 
     

    Beim Anleimen gehe ich folgendermaßen vor: Ich leime als erstes das gestaltete Papier auf die Deckelfläche. Möglichst schön mittig. Dann beginne ich mit einer Seite, die ich außen ansetze, oben über die Kante lege und nach innen drücke.




     Schön glatt streichen und mit dem Falzbein in alle Kanten drücken. Idealerweise ist das Papier exakt so breit wie das Fach innen, so dass in den Ecken am Boden keine Lücke entsteht.




    Wenn alle 4 Seiten angeklebt sind, folgt noch das (hier ungestaltete) Papier, das innen die Finnpappe verdeckt und dabei auch die Klebekanten der Seitepapiere verschwinden lässt.



    6. Gestaltung der Fächer

    Weiter mit den Bezugspapieren:
  • großes Fach: Boden 1x 11x11cm, von unten beziehen wir die Fächer nicht
  • Fachseiten: 4x 10,8x13cm (6cm)
  • 2 kleine Fächer: 2x Boden 11x11cm
  • Fachseiten: für 2 Fächer = 8x 10,8x9cm (4cm)
Die Papiere für die Fächer habe ich komplett in hell gehalten, passend zu den großen Innenwänden. Hier habe ich die ganze Fläche bestempelt mit zarten Notenlinien, die für mich gut zu den Schnörkeln passen. Nun beklebe ich die Seiten der Fächer mit den entsprechenden Papieren. Das funktioniert genauso wie beim Deckel, erst die Seiten von außen nach innen arbeiten, dann das Blatt auf den Boden kleben.



  1. Anbringen der Fächer

Als letzten Arbeitsschritt müssen wir nun noch die Fächer an den Seitenwänden befestigen. Dazu nehmen wir als erstes das größte Fach, schmieren eine Außenseite mit Leim ein, stellen es auf den Tisch und setzten daran das erste Element unserer Außenhülle. Dabei achten wir darauf, dass das Fach mittig an der Fläche landet. Eine Wäscheklammer oder kleine Heimwerkerklemme fixiert nun das Fach, bis der Leim getrocknet ist. Oder ich drücke einfach eine Weile mit der Hand - es geht wirklich unglaublich schnell.

  •  Das zweite Fach bringe ich in beliebiger Höhe (hier mindestens 7cm hoch an der Unterseite) am zweiten Element der Außenhülle an. Ich habe mir lange den Kopf zerbrochen, wie ich die oberen Fächer exakt waagerecht angeklebt kriege. Ein Blick auf meine Wand mit großen Stempeln brachte die Lösung …



     Das dritte Fach wird dann wiederum höher am dritten Element fixiert. Hier dürfte eine Wäscheklammer oder kleine Zwinge von oben heranreichen. Achtung: an jede Seitenwand nur ein Fach anleimen! Es können also max. 4 Fächer sein.

    Turmdose aus Graupappe - geöffnet

    Fertig ist meine Turmdose. Nun kann ich die 4 Seiten zusammen schieben und den Deckel aufsetzen. Soll der Deckel noch einen Knauf bekommen, kann ich hier einen Knopf oder eine schöne Perle ankleben. Dazu markiere ich mit zarten Strichen die Mitte, indem ich das Lineal in beide Richtungen diagonal von Ecke zu Ecke lege.


    Und für die nächste Dose kann ich nach Bedarf in der Breite und Höhe und Anzahl der Fächer variieren, ganz wie es gebraucht wird – z.Bsp. 4x 4cm-Fächer oder 3 Fächer mit 7;6 und 4cm.


    Viel Spaß damit!

    Diese Anleitung wurde erprobt und verfasst von Bettina Rothe
    www.KunstálaCard.blogspot.com

    Du darfst sie Dir ausdrucken, um sie besser benutzen zu können. Es ist mir nur wichtig, dass Du diesen kleinen Anhang dran lässt, falls Du sie weitergibst.

Dienstag, 31. Januar 2012

Afrika, Afrika ...

Das Thema lässt mich nicht los. Ich war im Sommer 2011 zusammen mit meiner Tochter Hannah 3 Wochen in Tanzania. Wir haben Freunde besucht, die dort 7 Jahre lang auf einer Missionsstelle in der Stadt Moshi am Fuße des Kilimandscharo gelebt haben. Unglaublich beeindruckend - spannend, anstrengend, inspirierend, ... - waren diese Tage. Und selbst 
die vielen, vielen geduldigen Antworten auf meine gefühlt 1000en von Fragen haben mich 
nicht satt gemacht. Ich hätte noch 4 Wochen immer so weiter machen können. 

Mehrfach habe ich seitdem Menschen zu Gast gehabt, die neugierig auf das Land und 
unsere Erlebnisse waren, und habe sie mit meinen Bildern und dem tanzanischen Ugali-Essen in diese fremde Welt entführt. Zuletzt schließlich hatte sich Hannah einen Afrika-Geburtstag gewünscht. Ich habe also die vielen, vielen Bilder abgespeckt auf gut 100, die Hannah oder 
mir besonders wichtig waren und sich eigneten, sie 10-13-jährigen Mächen zu zeigen. Besonders das eriträische Mädchen aus ihrer Klasse war völlig elektrisiert "das sieht ja aus 
wie bei uns zu Hause!" Und ich hatte den Eindruck, sie war stolz, den anderen auf diesem Umweg von ihrer Heimat erzählen zu können.



Der Tisch war mit Mitbringseln gedeckt, einem wunderschönen Stoff, mit tanzenden Figuren bedruckt, der Bastmatte, den Ebenholzleuchtern und der Steinfigur. Die Kinder tranken Rosella-Saft, ein Sirup aus einer intensivroten Blüte gekocht, von der mir dort aber niemand 
sagen konnte, was für eine Pflanze das eigentlich ist.

Fürs Schmuckbasteln haben wir den Tisch geräumt. Die Kinder haben erst Hannahs 
blaue Kette mit den vielen Perlen und den 3 kleinen Muscheln bewundert (man sieht sie 
im Vordergrund). Und dann haben sie sich an die Arbeit gemacht, nach selbst ausgedachten Mustern Perlen auf einen Spiraldraht zu fädeln. Je nach Größe der Perlen eine echte Herausforderung ... Vorbilder waren auch die Perlenarbeiten, die sie auf den Bildern 
von Massaifrauen gesehen hatten. Phantasievolle Muster und Formen aus 1000en von 
Perlen, auf Draht aufgefädelt.

Kindergeburtstag mit Schmuck


Und herausgekommen ist dabei immerhin so etwas: die Kette ist das Mitbringsel, das Spiralarmband hat Hannah sich gemacht. Und den braunen Kettenanhänger habe ich versucht nach dem mitgebrachten Vorbild. Mehrere der Mädchen machten es mir aber nach und bekamen es genauso gut hin. Ich fand es gar nicht so schwer - zu erklären und zu machen. 
Und bei all dem Strandgut aus dem indischen Ozean, das man auf diesem Bild noch sieht, 
sind auch einige Muscheln mit Loch, die man an so einem Anhänger befestigen könnte.


Ganz wichtig war Hannah, dass der Tag mit einem zünftig gegessenen Ugali endet. Ugali 
ist eigentlich einfach Maismehl. Aber der tanzanische Mais ist nicht gelb wie unserer sondern weiß. Er wird dort einfach in kochendes Wasser gerührt und ergibt innerhalb einer Minute eine schnittfeste Masse. Dazu gibt es beim Normalo-Tanzaner eine Sauce aus roten Bohnen. Bei uns bekam das Ugali einen Teil Milch zum Wasser und eine Prise Salz. Und die Sauce enthielt noch Huhn. Das Entscheidende für Hannah dabei ist aber, dass es mit den Händen gegessen wird! Man matscht sich Ugali und Sauce auf dem Teller zusammen und steckt 
sich die Happen in den Mund.


Alle meine erwachsenen Gäste haben sich bisher geweigert. Aber die Kinder hatten da 
keine Scheu und haben es alle sehr genossen: "endlich können wir mal so richtig mit 
dem Essen matschen, und keiner sagt was dagegen!"


Hannah fand ihren Geburtstag toll, und ich glaube, ich habe - neben den Masken und 
den Filztaschen - noch eine schöne Beschäftigung für einen Kindergeburtstag im Format entdeckt. Schmuck mit Draht zu machen und entsprechend formen zu können, hat mir 
selbst richtig gut gefallen.



Donnerstag, 29. Dezember 2011

Meine eigenen Adventskalender-Kärtchen ...

... sollte ich vielleicht auch zeigen. Ich hatte ja wieder das ganze Jahr Zeit dafür, aber spätestens Ende Januar kann ich einfach keine Weihnachtsstempel mehr sehen bzw. mir fällt dazu nichts mehr ein. Und wenn Anfang November die fertigen Dinger bei der "Umverteil-Station" sein sollen, ist bei mir schon der berufliche Herbststress ausgebrochen, und die Weihnachtsstimmung schleicht grade erst wieder gähnend aus der Koje. Wie gut, dass ich unter Hochdruck kreativ sein kann. Wie im Jahr vorher auch habe ich wieder von allen Motiven mehrere gemacht, und zwar immer ein paar mehr als nötig. So war es überhaupt möglich, dass ich Mitte Oktober noch im zweiten Kreis eingestiegen bin.

Da der zweite Kreis auch ein paar von der "Überschussproduktion" von 2010 bekommen hat, zeige ich die auch nochmal:


"Leise rieselt der Schnee" war - soweit ich mich erinnere - ohne Rückseite, dafür mit aufgesetztem Schrumpfi-Kristall. Bei den Tannenbäumen ist der Stern embossed, ausgeschnitten und aufgesetzt - und natürlich das Lied auf der Rückseite.


Von diesem Nikolaussack gab es nur wenige Exemplare, weil er so viel Arbeit gemacht hat - 3D in 4 Lagen, alles koloriert und das Gedicht auf der Rückseite. Den Sack haben ein paar spezielle Hühnchen bekommen.

  

Das Silvester-Kärtchen spricht für sich, da war die blaue Rakete aufgesetzt. Und bei dem Blaugoldenen ist der Stern aus einem Schrumpfi. Das Gedicht mag ich ganz besonders.


Der Bratapfel von Fontane hatte dazu einen Schrumpfi-Apfel - und natürlich ein Rezept dafür auf der Rückseite. Und bei dem Keksmädel rutschen ein paar 3D-Kekse vom Blech. Auf der Rückseite war dann ein Rezept für Hamburger Braune Kuchen.


In diesem Jahr sahen meine Kärtchen so aus:


Die Heiligen Könige kamen in Dunkelrot daher geritten. Und die Weihnachtsbaum-Parade fuhr in skandinavisch weiß-rot vor. Da war auf der Rückseite ein besonders witziges Gedicht:


An der Straßenecke

An der Straßenecke, in der Häuser Gedränge,
in der Großstadt wogender Menschenmenge,
inmitten von Wagen, Karren, Karossen
ist heimlich ein Märchenwald entsprossen,
von leisem Glockenklingen durchhallt:
von Weihnachtsbäumen ein Tannenwald.
Da hält ein Wagen, ein Diener steigt aus
und nimmt den größten Baum mit nach Haus.
Ein Mütterchen kommt, und prüft und wägt,
bis endlich den rechten sie heimwärts trägt.
Verloren zur Seite ein Stämmchen stand,
das fasste des Werkmanns ruhige Hand.
So sah ich einen Baum nach den andern
in Schloss und Haus und Hütte wandern,
und schimmernd zog mit jedem Baum
ein duftiger, glänzender Märchentraum. -
Frohschaukelnd auf der Zweige Spitzen
schneeweißgeflügelte Englein sitzen.
Die einen spielen auf Zinken und Flöten,
die andern blasen die kleinen Trompeten,
die wiegen Puppen, die tragen Konfekt,
die haben Bleisoldaten versteckt,
die schieben Puppentheaterkulissen,
die werfen sich mit goldenen Nüssen,
und ganz zuhöchst, in der Hand einen Kringel,
steht triumphierend ein pausbackiger Schlingel.
Da tönt ein Singen, ein Weihnachtsreigen -
verschwunden sind alle zwischen den Zweigen.
Am Tannenbaum hängt, was in Händen sie trugen.
Ein Jubelschrei schallt; und von unten lugen
mit Äuglein, hell wie Weihnachtslichter,
glückselig lachende Kindergesichter. 
 

Jakob Loewenberg (1856-1929)




Den Engel von Inkadinkado liebe ich ganz besonders. Davon eine Matte herzustellen, damit ich die Noten drumrum stempeln konnte, war eine Herausforderung. Und solche Sterne habe ich dieses Jahr endlos viele gemacht. Aber für die Kärtchen mussten sie besonders klein sein. Das war ein ziemliches Gefrickel ...

Nachdem ich nun alle Vorräte an Kärtchen von 2 Jahren aufgebraucht habe, muss ich im nächsten Jahr real neu ran. Mal sehen, was mir so einfällt. Aber jedenfalls habe ich schon genaue Vorstellungen, wie ich die Umschläge mache. Und bei Feinkost Albrecht gibts grade Briefumschläge im Rauswurf. Ich werde mich schonmal eindecken und die Hüllen werkeln. Ideen und Zeit auf einem Haufen - das sollte ich nutzen!!!