Bei der
Tischdeko für die Hochzeit einer Freundin hatte ich so richtig mein
Vergnügen (bis auf den Zeitdruck vorher, der durch akutes 3-tägiges
„ich habe Rücken“ zurüchzuführen war …).
Die
Einladung hatten sie im Internet in Druck gegeben. Zu sehen war ein
klassischer Fotonegativstreifen mit Bildern vom Brautpaar drauf. Und weil
der Braut nichts anderes als Motto einfiel, wurde
daraus eine ziemlich abgefahrene und ganz zauberhafte Tischdeko-Idee.
Ein paar Telefonate
und nur eine Woche Wartezeit später bekam ich
eine große Kiste von
CEWE-Color aus OL von einer unglaublich lieben
Mitarbeiterin, der meine
Idee so gefiel, dass sie sich richtig ins
Zeug gelegt hat. Was ich mir von ihr
gewünscht hatte, waren leere Filmhülsen von
klassischen Negativstreifen.
70(!) Stück hat sie mir geschickt. Und
dazu einen ganzen Haufen von den Endschnipseln, die abgeschnitten
werden, bevor der eigentliche Film in die Entwicklungsmaschine
eingespannt wird. Daaaaanke nochmal!
Daraus
wurden dann die Namensschilder, auf denen ich im Schweiße meines
Angesichts die deutschen bzw. chinesischen Namen untergebracht habe –
nervös war ich deshalb, weil bei den chinesischen Schildern die
Namen in
beiden Schreibweisen drauf sein sollten. Ich kann aber kein
Chinesisch, und
darum war die Fehlergefahr so hoch.
Die
Filmspulen bekamen eine schlichte schwarze Bauchbinde, darauf
einen
Kreis mit den Namen des Brautpaars und dem Datum. Und in den
Schlitz
habe ich den Namensstreifen eingeklebt.
So sah das
Ergebnis dann aus: ein eingedeckter Platz am Kaffeetisch:
Die meiste
Vorarbeit für den Blumenschmuck hat die kleine Schwester der
Braut
geleistet. Die wollte nämlich unbedingt helfen und bekam darum die
Aufgabe, diese zarten Papierblüten zu falten und ineinander zu
kleben.
Immer eine weiße oder rosane Blüte sitzt auf einer eeeetwas
größeren,
zart grün schimmernden Blüte. In der Mitte sitzt eine
winzige Klebeperle.
Und davon
hat sie sooo viele gemacht, dass die wirklich überall waren –
in
den kleinen Sträußen, auf den Tischen, im ganzen Raum auf den Fenster-
brettern, sogar am Buffet. Hier – neben dem schlichten
Teelichtglas mit
einer kleinen Stumpenkerze – sieht man etwas
besser das „Untendrunter“.
Große grüne Pailletten wurden an
papierumhülltem Draht befestigt und
dann mit Heißkleber unter die
meisten Blüten geklebt. Der Draht blieb
entweder lang, damit man die
Blüte in die Blumengläser stecken konnte,
oder wurden um den Finger
gedreht und auf die Tische gestellt oder gelegt.
Als
Streuteile gab es also überall: die Filmabschnitte, die
Papierblüten,
rote Herzgummibären und eine großzügige Mischung
aus diversen
passenden Zuckerstreuseln.
Für den
Blumenschmuck habe ich bei der Hochzeit meines Neffen geklaut.
Ich
habe ganz viele Gläser und Gläschen besorgt. Daraus entstanden
auf
den Tischen 12 Blumeninseln aus je 5 verschiedenen Gläsern, klein
und groß, dick und dünn, Marmeladen-, Sektgläser, Sirupflaschen
zum Selbsteinkochen. Was die Schränke und Keller von mir und der
Brautmutter
so hergaben. Ein paar habe ich auch dazu gekauft.
An
jedem Glas war in weiß, grau, rosa oder zartgrün eine Spitze, ein
Schleifenband, Washitape oder Bast befestigt. Und in all diesen
Gläsern
steckte schlicht und einfach Schleierkraut. Dazu bei jeder
Blumeninsel
irgendwo 1 weiße Ranunkel und 1 rosane Hyazinthe oder
orangene Rose.
Sonst nischt. Halt, die Papierblumen natürlich. Das
Ergebnis war ganz
filigran und zauberhaft. Hier einfach Impressionen:
Nach dem
Abbauen am nächsten Tag, wo keiner mehr nach den Blumen
gefragt hat,
habe ich einfach eine große Kiste voll gemacht und zu
Hause neu in
einigen Gläsern arrangiert. Wir haben diese Gläschen
im ganzen Haus verteilt.
Da sich Schleierkraut ewig hält, konnte
ich mich noch eine ganze
Weile an der niedlichen Pracht erfreuen.