Adventskalender
erleben zur Zeit eine echte Renaissance. Vergessen die Zeit, als liebevoll gemalte Bildchen hinter Papiertürchen klebten. Lange vorbei die Zeit, wo
Großmutters Handgestickter mit genähten kleinen Säckchen an der
Küchentür hing. Unmodern auch die Zeit, als das billige Display mit
Minischokostückchen 5x nebeneinander hing, weil alle Verwandten auf
die selbe Idee kamen. Nein,
heute sind es die Riesendisplays von allen namhaften Spielwaren-,
Kosmetik-, Alkoholika- und anderen Herstellern, die die Gänge im
Supermarkt verstopfen und die Mütter, die mit Kindern einkaufen
gehen müssen, zum Wahnsinn treiben.
Ich
bin ja der festen Überzeugung – und praktiziere dies schon seit
vielen Jahren -, dass nicht nur Kinder den Adventskalender lieben,
auch Erwachsene lieben die täglichen kleinen Überraschungen. Aber
mal ehrlich –
will ich 24 Kosmetikprodukte blind als DAS Liebesgeschenk meines Mannes verkauft kriegen? Ich schenke für mein Leben gern Adventskalender, aber die sind immer selbst gemacht.
will ich 24 Kosmetikprodukte blind als DAS Liebesgeschenk meines Mannes verkauft kriegen? Ich schenke für mein Leben gern Adventskalender, aber die sind immer selbst gemacht.
8
Jahre lang habe ich am Kalender für meine Kinder gearbeitet.
Erst habe ich das Tuch mit den Linien und die Säckchen mit den Zahlen bestickt. So konnte der Kalender sofort benutzt werden (auch wenn Hannah noch gar keine Zahlen konnte).
Erst habe ich das Tuch mit den Linien und die Säckchen mit den Zahlen bestickt. So konnte der Kalender sofort benutzt werden (auch wenn Hannah noch gar keine Zahlen konnte).
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| gestickter Adventskalender |
Oben und unten sind Tunnelzüge für dünne Stangen, die den Stoff stabilisieren. Daran hänge ich den Kalender dann an die Wohnzimmerwand, wo er ein Bild ersetzt. Die Ziffern haben jeweils ein eigenes Muster, das bei allen Zahlen wieder auftaucht.
Und
von da an habe ich jedes Jahr im Oktober und November 2-5 neue Bilder
da auf das Tuch gestickt, wo die Säckchen davor hängen. Und am
30.11. wurde – wo auch immer – die Nadel rausgezogen und das Tuch
mitsamt den Säckchen aufgehängt.
Einige Bilder habe ich aus entsprechenden Handarbeitsheften wie den Adventskranz. Auch der Schneemann ist daraus, allerdings angepasst, denn daneben stand ein Nikolaus. Also habe ich aus noch einem anderen Bild die Katze ge"mopst" und ihm zur Seite gestellt.
Der Pinguin stammt aus einem Bilderbuch von Hannah. Ich habe ihn eingescannt, grob gerastert und dann selbst die Farben endgültig verteilt, bis es mir gefiel.
Die Adventsonntage sind ja in jedem Jahr mit anderen Daten, aber ich hatte beschlossen, trotzdem exemplarisch dafür 1-4 Kerzen zu sticken. Die Kinder stört es jedenfalls nicht, dass das nicht immer passt.
Diesen Stern hat Hannah nach ein paar
Jahren entworfen und energisch gefordert, dass der auch auf dem Kalender
zu sehen sein wird. Da war ihr Wunsch natürlich Befehl für mich. Sie
ist heute noch stolz drauf.
Lange
haben
die
Kinder
gar
nicht
kapiert,
was
ich
da
tue,
und
die
neuen
Bilder
tatsächlich
mit
Spannung
erwartet.
Dann
war
meine
Stickerei
eine
Zeit
lang
einfach
der
erste
willkommene
Vorbote
auf
Weihnachten.
Letztes
Jahr schließlich habe ich die letzten beiden Bilder im Frühjahr
fertig gemacht. Ich wollte einfach fertig werden. Und Mitte November
sagte Hannah dann plötzlich:“Mami! Du hast ja noch gar nicht
gestickt dieses Jahr!!!“






