… der
Vorhang geht auf! Obwohl – in dem Theater, für das ich neuerdings
immer Karten verschenke, gibt es gar keinen Vorhang. Seit Jahren
schon kenne und liebe ich die Art der „Neuen Bühne Darmstadt“,
Theater zu machen. Erfahrbar, erlebbar zu machen. Und seit einem Jahr
bin ich Teil davon und gehe völlig darin auf.
Ich darf nämlich als
Ehrenamtliche (gegen eine geringe Aufwandsentschädigung) am
Bühnenbild mitarbeiten. Und zwar nicht nur mit der Nähmaschine
sondern auch mit Ideen und Vorschlägen, mit vielen, kleinen Tricks,
wie man dieses oder jenes Problem lösen könnte.
Das
beinhaltet allerdings keinen Vorhang, den gibt es wie gesagt nicht.
Es sei denn, man würde die profane Eingangstür des alten Kinos in
Darmstadt-Arheilgen als Vorhang bezeichnen. Denn in dem Moment, wo
man das Haus betritt, wird man von den Schauspielern ins Stück mit
reingezogen. Sie sind bereits in ihr Kostüm, Sprache,
Bewegungsmuster und Charakter geschlüpft und bedienen so beim Essen,
wenn man sich an den kleinen Tischen niederlässt und aus der
Speisekarte passend zum Stück auswählt. Da kann es schonmal
vorkommen, dass Moliére oder Ludwig XIV., Dorfrichter Adam oder Don
Camillo Dir Dein Abendessen bringen. Und dann gibt es Theater
mittendrin und um Dich drumrum und zaubert Dich in eine andere Welt.
Und weil ich
so davon überzeugt bin, dass das „Theater für die Sinne“
einfach wunderbar geeignet ist, Menschen zu verwandeln und zu
entspannen und einfach für ein paar Stunden aus der Wirklichkeit zu
entführen, verschenke ich nun dauernd Theaterkarten.
So, und
jetzt sind wir endlich beim Thema. Ich habe ja schon ein paar
„Klorollenbücher“ gezeigt. Inzwischen sind da allerdings längst
keine Klorollen mehr drin. Ich brauche für die Theaterkarten und
-Programme ein viel größeres Format. Und darum nehme ich einfach
farblich passenden Karton und mache mir die 3-4 Schübe selbst.
Das erste
Exemplar hat Hannahs Klarinettenlehrerin bekommen als Dankeschön.
Sie ist eine Lokalgröße, eine wunderbare, inspirierende Frau, die
international gefeierte „Queen of Klezmer“ - und wohnt 3 Häuser
weiter vom Theater, war aber noch nie dort. Als sie uns nun half, für
Hannah sehr günstig ein richtig gutes eigenes Instrument zu finden
und zu kaufen, da habe ich die Änderung dieses unhaltbaren Zustandes
eingeleitet:
![]() |
| Rollenbuch mit Theatereinladung |
Die Rollen
werden immer flach gedrückt und dann links mit drumgeklapptem
Schmuckpapier geschlossen und gleichzeitig damit gebunden. Am rechten
offenen Ende gibt es dann die Möglichkeit, Textkarten,
Eintrittskarten, Programmhefte oder sonstwas reinzustecken.
Die Bindung mache ich inzwischen in der Regel mit papierummanteltem Draht. Das hält gut, lässt sich ganz toll formen und ist selbst schlicht ein Hinkucker.
Das Zweite
haben liebe Nachbarn bekommen. Eine kulturell, vor allem musikalisch
und schauspielerisch sehr interessierte und aktive Familie, die
dieses Jahr durch eine ziemliche Durststrecke musste. Und als sie
neulich so seufzte:“Wenn ich dran denke, wie lange wir nicht mehr
im Theater waren ...“ - na, da war das natürlich für mich ein
Steilvorlage!
Diesmal die
Farben gedeckter. Den Hintergrund bilden auf allen drei Schüben die wunderbaren Unterschriften-Stempel von Judi Kins. Auf einem sind Unterschriften von allen berühmten Komponisten versammelt, auf dem anderen die von Malern aus allen Jahrhunderten. Mit Versamark gestempelt bilden sie passende zarte Hintergründe für Kulturelles.
Diesen Spruch habe ich in beiden Karten verbraten -
er passt einfach so gut zu solchen Menschen.
Dieses Gebilde ist total einfach zu machen. Eines der Bänder wird an der Wickelstelle des Drahtes angeknotet, alle anderen Bandstückchen werden einfach oder zur Schlaufe gelegt drauf gelegt, und dann hält das erste Band mit einem einfachen Knoten alles zusammen. Dann noch ein Drahtende um den kleinen Finger wickeln - fertig.
Und zu den Karten gleich noch den
Babysitter-Gutschein dazu, damit der Abend richtig entspannt und rund
wird.






