Jetzt hab
ich doch tatsächlich mal einen Auftrag von meinen Eltern gehabt. Sie
sind am Wochenende zur goldenen Hochzeit bei dem ältesten Freund
meines Vaters eingeladen und möchten einen Kulturgutschein
verschenken.
Die
Koordination war ein bisschen mühsam, denn ich sitze in Darmstadt,
die Eltern in Essen, die zu Beschenkenden bei Bonn. Also hab ich mal
gegoogelt und verschiedene Kulturstätten dort rausgefunden –
natürlich Oper und Theater. Dann das Beethoven-Festival. Ich wollte
aber auch Alternativ- und Kleinkunst-Szene und bin deshalb beim
„Theater an der Springmaus“ und beim Theater in Siegburg
gelandet. Was man bei so einer Recherche alles an sinnigen und
unsinnigen Homepages findet …
Egal. Ich
hab einiges an Spielplänen bekommen bzw. mir ausgedruckt und in
einem sehr großen „Klorollen“buch versteckt. Das hat 5 Schübe –
im ersten eine große Karte, auf der meine Eltern was schreiben
können (und eine ganz kleine Karte, auf die ich selbst einen
Glückwunsch geschrieben habe). Dieses entzückende alte Pärchen ist
einfach wie gemacht für diesen Anlass.
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| Kulturgutschein im Rollenbuch |
Und dann
folgen die anderen Schübe für Oper, Theater, Konzert und Kleinkunst
– jeweils mit entsprechenden Motiven versehen.
Ich liebe
es, Papier zu reißen. Es hat einen eigenen Willen, einen eigenen
Ausdruck. Bei den Farben habe ich wieder Erdtöne mit Bordeaux
kombiniert, einfach edel zu jedem Anlass. Der helle Streifen an der Seite ist ein Karton, der mit Efeuranken geprägt ist.
Gestempelt
habe ich mit SU Savanne und Schoko und StazOn Timber Brown. Und
manchmal ist Versamark für den Hintergrund dabei. Koloriert ist das
Pärchen auch mit den SU-Kissen, direkt mit dem Pinsel vom Kissen
genommen. Bei den Masken hier sieht man leider kaum die feinen Lienien der Schrift drumrum.
Die Schübe
sind jeweils am Ende mit einem schnörkeligen Eckenstanzer gelocht.
Da habe ich dann das Bändchen durchgezogen, damit die Züge gut aus
den Hüllen rutschen. Am Schluss ist es immer witzig, mit dem
Papierdraht und verschiedenen Bandstückchen einen netten Verschluss
zu zaubern.
Nun habe ich
das Werk zu meinen Eltern geschickt (für ein Heidengeld) und hoffe,
dass es wirklich morgen da ist. Mal sehen, was meine Eltern dazu
sagen. Und das Goldpaar natürlich … Mein Mann war ungewöhnlich
deutlich: „Das ist aber besonders schön geworden!“ Ich hab mich
nicht gewehrt ...




