Dienstag, 2. April 2013

Osterkarten mit Ausblick

Ein paar Osterkarten habe ich doch dieses Jahr auch gewerkelt, nachdem ich zum Resteklauben bei der Manufaktur Renke im Süden von Köln vorbei gefahren bin. Das Feld war zwar schon ziemlich abgegrast, aber ein paar Stempel sind in meinen Einkaufskorb gehüpft, und vorher hatte ich schon online geschoppt. Zusammen ergibt das dann:

Osterkarte mit Kuckloch

Die runden Stempel sind übrigens genau in der Mitte des Loches, das sieht man hier schlecht, weil sich die Karten beim Knipsen etwas aufgeklappt haben.


Die witzige Idee mit dem Fenster für den runden Stempel ist von Annel. Die Eierreihe sieht so einfach aus. Es sind aber einzelne Stempel von Renke, Hero Arts und von Bettys Creations. Also habe ich sie alle einzeln mit Stempelsetzer platziert, damit sie nett in einer Reihe stehen.


Diese Hasensilhouette gefiel mir richtig gut. Ostern ist für mich ja eigentlich ein ausschließlich christliches „Event“ und hat mit Hasen nichts zu tun. Aber diese sind nicht kitschig. Damit kann ich dann doch (und ganzjährig) was anfangen.

Hintergrund mit der Andruckwalze rollen

Anfang März haben wir uns mit einigen Hofhühnern aus ganz Deutschland getroffen, um miteinander zu werkeln und uns gegenseitig einiges beizubringen.
Eine Andruckwalze hatte ich schon lange, und gewischt habe ich auch schon ganz lange. Aber was Annel uns gezeigt hat, hat mir Welten geöffnet. Und das ist dabei herausgekommen.


Ich fand den Platz unter dem Baum zu kahl, also habe ich diese Blümchen drunter gestempelt. Und dann sahen die doch so fehl am Platze aus vor dem schwebenden Hintergrund. Also habe ich die gleiche Karte nochmal gemacht ohne Blümchen und bin damit doch zufriedener.


Das Brayern hat echt Spaß gemacht. Also habe ich es mal schräg versucht. Die Bäume davor habe ich jeweils einmal eingefärbt und dann mehrfach abgedrückt. Ich liebe diesen schwebenden Eindruck von nebligem Wald.


Der kleine Stempel mit Akazie und Elefanten ist ein selten genutzter Schatz. Ich habe einfach den Grund abgeklebt und dann mit braun kräftig die Savanne gebrayert. Man sieht den Ansatz vom Stempel kaum noch. Und der Sonnenuntergang glüht am Horizont. 


Und das Geheimnis? War so einfach. Wenn man die Andruckwalze kräftig eingefärbt hat, dann rollt man nicht gleich über die entsprechende Karte sondern "verschwendet" man erstmal tüchtig Farbe, indem man erst 2 Runden auf ein Schmierpapier rollt, bevor man an das Projekt geht. Dadurch werden die Farbverläufe zarter und kontrollierbarer. Ich kann mehrere Farben nacheinander auftragen, die zusammen ganz viel Tiefe erreichen, ohne dass die Farben zu dunkel werden. Meine Andruckwalze wird jedenfalls jetzt nicht mehr verstauben.

Donnerstag, 28. März 2013

Anleitung für die Drehkulissen-Karte

 So nach und nach will ich alle Workshops, die irgendwo mal eingestellt habe,
 auch hier auf meinem Blog haben. Da ich grade eine Drehkulisse gezeigt habe,
 schiebe ich doch den Workshop gleich hinterher.
 Ich habe die Karte so genannt, weil sie im aufgeklappten Zustand dreidimensional ist 
Drehkulissenkarte geschlossen
Drehkulissenkarte geöffnet
wie eine Drehbühne im Theater. Und ich sag gleich dazu: es sieht wilder aus, als es ist.

Geschlossen sieht sie so aus:

 

Offen so:





TEIL1

Für die Grundkarte braucht man 4 gleiche Segmente,
 also zunächst 4 gleich große Quadrate. Ich habe hier 20cm Kantenlänge,
 so dass die Karte am Schluss geschlossen 10x10cm groß ist. 
Ich habe komplett mit Mi Teintes-Papier gearbeitet, 
weil es die richtige Stärke und so schön zarte Farben hat.

Und los gehts. Das Quadrat fürs erste Segment falten wir wie folgt:
2 Talfalten teilen das Papier in 4 Teile: 


 
2 Bergfalten teilen die unteren Teile diagonal.  

 
 
Als nächstes muss ich ein Dreieck rausschneiden,
am besten bei allen Segmenten das gleiche:

 


Und wenn ich jetzt die unteren Teile über einander schiebe, 
entsteht dieser halbe Würfel:

 


Das ist bereits ein fertiges Segment von 4en für unsere Karte.
Wenn ich jetzt von unten an den Boden drücke und die beiden "Wände" 
zusammenschiebe, klappt dieses Segment zusammen:


 
 und sieht dann geschlossen so aus:

 


Davon baue ich 4 Stück in der gewünschten Farbe. 
Ich klebe die Böden noch nicht zusammen und auch die Segmente 
noch nicht aneinander, weil sich das flache Papier einfach besser verzieren lässt.



TEIL2

Zum Verzieren eines Segmentes brauche ich einen Boden und 2 Seitenwände, für die ganze Karte also 4 Böden und 8 Seitenwände, dazu 2 Deckel für Vorder- und Rückseite der geschlossenen Karte. Ich habe alle Flächen einen halben Cm kleiner als die Karte geschnitten, also bei 10cm Kantenlänge = 9,5 cm für die Quadrate. So entsteht gleich eine kleine Matte durch die Grundkarte. Nur die Deckseite habe ich dann noch ganz mini gemattet. Alle Seitenkanten sind mit mit "bamboo leaves" bzw. "sky blue" Memento-Kissen gewischt. Mit den beiden Farben habe ich auch gestempelt, nur die Vögel mit "paris dusk", auch Memento.

Der Boden wird gestaltet und dann exakt diagonal geschnitten, damit er über dem Bodenknick nicht spannt:



Exakt geklebt, ist der Schnitt flach kaum zu sehen:



gibt aber nach, wenn die Karte gefaltet wird:

 


Meine Seiten bestehen aus oben zartblau und unten grün, 
das grüne Papier ist gerissen, die Seiten werden gestaltet 
und dann an die Wände meines Segments geklebt.
Für meine Blumenwiese habe ich die Blüten alle zusammen 
auf ein ganz zart rosanes Stück Papier gestempelt, 
dann aus der Knopfkiste die ganzen Knöpfe rausgesucht 
und schließlich die Blüten noch mit Tombows zart koloriert. 


 
Die Bänder hängen da schon, weil dies mein erstes Segment ist 
und ich auch den Deckel schon gearbeitet und angeklebt habe, 
bevor ich den Boden fertig gestellt habe. 
Bänder klebe ich seit dem Tipp eines Hofhuhns 
 immer unter dem entsprechenden Papier fett mit Tesafilm an, 
weil grade z.B. Chiffon sonst ganz schnell wieder rausrutscht. 
Das Papier klebe ich dann wie gewohnt oben drauf. So hälts.
Dann den Boden zu - das erste Teil ist fertig:

 


Die anderen 3 Segmente werden entsprechend gearbeitet. 
Beim vierten darf man nicht vergessen, den Rückendeckel 
und das andere Band zu arbeiten und erst anzukleben.



TEIL3

Sind die 4 Segmente fertig, gehts an die Endmontage. 
Nacheinander klebe ich die Segmente im zugeklappten (!) Zustand 
exakt aneinander. So sehe ich besser, ob sie gut aufeinander liegen.
(Die 3 Bilder habe ich ungeklebt mit der unverzierten Grundkarte gemacht,
 nicht irritieren lassen von den ungeklebten Böden.)
Wenn alle aneinander sind, sieht die zugeklappte Karte so aus: 

 
Beim Öffnen so:

 


Geöffnet von oben so. Und da sind wir bei unserer Drehbühne:

 



Und fertig ist das Schmuckstück: 

 

 


Da der Kartenrücken ja sehr eng geklebt ist, ist es nicht sinnvoll, die Karte innen mit zu viel dickem Zeug zu füllen, "Ball" flach halten, sonst wird die Karte etwas unförmig. Trotz der Neugierde sollte man die Karte auch nicht stramm zubinden, bevor nicht der Klebstoff richtig gut trocken ist. Sonst reißen die Segmente am Rücken sofort wieder auf. Ich bin ja nicht markentreu, aber inzwischen nehme ich - nur für den Rücken - ein breites tackitape, weil das wirklich klebt wie die Pest und darum dem starken Zug gewachsen ist.

Ich hoffe, alles ist gut zu verstehen. Mit den entsprechenden Stempeln kann man so sicher eine ganze Geschichte erzählen oder eine Landschaft bauen. 
Wie immer: Nachbau erlaubt und erwünscht, 
bei der Nutzung des Workshops bitte meinen Namen 
und mein Blog angeben.

Viel Spaß beim Basteln!!!

Mittwoch, 27. März 2013

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt eines Mädchens ...

Schon seit langem sind ja hier in einem Post die Bilder meiner Drehkulissen-Karte für einen Jungen zu sehen. Aber jetzt habe ich einen Auftrag für eine Mädchen-Karte, und da zeig ich doch einfach mal auch die andere Variante. 
Eine Freundin wollte ihre Kusine beglücken. 

Für die Front diesmal ein blumiger Jeansstoff.


Hier ist der kleine Elefant dazu gekommen. 
Und der Spruch an der Wand.


Drehkulissenkarte "Mädchenzimmer"zur Geburt

Der Vogelbauer. 
Ach ja, und die Socke ist auch noch neu.


Und hier Vespa, Geige und Pöppel.


Fast schon ein bisschen verrückt – ich hab schon wieder ein paar neue Details drin - der Vogelkäfig hängt echt an einem Faden, das Musikinstrument schnibbele ich aus einem Collage-Stempel – 
und für die nächste habe ich grade noch 
Turnschuhe und ein kleines Radio gefunden.

Es macht sooo viel Arbeit – 
und es macht sooooo viel Spaß, diese Karte zu bauen!

Donnerstag, 21. März 2013

Das "den-Frühling-herbei-Bastel"-Ketting

Weil wir alle den Frühling sooooo satt haben, 
haben wir grade im Stempelhühnerhof ein Frühlingsketting 
veranstaltet. Das Motto stellte Eduard Mörike zur Verfügung:

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!

Mich erreichte diese wunderbare, 
frühlingsfarbenfrohe Absage an Kälte und Grau 
von Christina (schon ihr Nick im Hof ist Programm: Sunshine!)


Und ich durfte Nelli bewichteln. Ich habe mich vom blauen Band 
und den Veilchenblüten inspirieren lassen. 
Und das ist dabei herausgekommen (und inzwischen angekommen):


Damit es nun auch wirklich Frühling wird, 
habe ich gleich 2 blaue Bänder wehen lassen.

Ich bin ja nicht so sehr die Niedliche, 
aber dieses Motiv mag ich einfach sehr.

  

Mädels, es hat wieder viel Spaß gemacht.
Wenn die Muse so verfroren in der Ecker hockt, 
braucht sie eben mal einen kreativen Schubser ...