Sonntag, 26. Juli 2015

Schultütenkurs am 24. Juli 2015

Auch der 4. Schultütenkurs des Jahres war ein sehr netter Abend.
Angesichts des Aufstiegs der Darmstädter Lillien in die 
1. Bundesliga war es eigentlich erstaunlich, dass insgesamt nur 
2 Fußballtüten gebaut wurden.


Allerdings hatte diese Mutter sich eine ganz besondere Idee 
aus dem Internet .gesucht: der Verschluss ist nicht das übliche 
Krepppapier sondern ein Stoffball vom schweidischen Möbelhaus 
in einem reingeklebten Netz. Gefunden bei Kullaloo .

Der Fußballer hat natürlich ein Lilientrikot angezogen 
bekommen. Und auf den blau-weißen Fähnchen steht der 
Name des Schulkindes.




Seepferdchen sind mit viel Schnibbelei verbunden, wirken dann 
aber auf dem dunklen Blau richtig gut. Natürlich schwimmt 
immer noch ganz viel drumrum. Und als Spitze gab es wie 
immer Sandpapier.






Flieder mit türkis-petrol und ganz viel weißem Schimmer 
zeichnen diese tolle Tüte aus.


 Und eine Sternenfontäne fliegt wie Feuerwerk in den Himmel, 
schließt sich unter dem Pferd und sieht so aus wie ein großes Herz.




Als bei der Anmeldung das Motiv „Vampir“ angegeben wurde, 
ahnte ich nicht im Traum, dass es sich dabei um „Graf Zahl“ 
aus der Sesamstraße handeln würde. Und bitte mit richtig 
großem Kopf …

Schultüte "Graf Zahl"














 Also wagten wir ein neues Experiment: die gesamte Tüte wurde 
in einem schwarzen Umhang gehüllt und bekam einen riesigen 
roten Kragen. Die Tüte hat also gar keinen Verschluss sondern 
nur die Verengung durch den Kragen, der wiederum den großen 
Kopf stützt. Das Loch wurde nach dem Befüllen dann mit einem 
Stück Stoff verdeckt.













Hier sieht man, wie schön plastisch Ohren und Nase 
geworden sind. Diese Tüte war bestimmt einmalig.

 











Die größte Herausforderung war aber der Wunsch, 
die Eiskönigin aus dem Kinofilm auf die Tüte zu zaubern. 


Mir gefiel vor allem die Idee, dass eine Schneekristall-Fontäne 
aus ihrer Hand kommt. Also suchte ich im Netz verschiedene Bilder 
von Elsa und machte daraus eine Vorlage. Den ausgestreckten 
Arm holte ich mir von einem anderen Bild. Und die Mutter fusselte 
dann geduldig die filigranen Hände und anderen Teile zu einer 
echten Elsa zusammen.

Spitze unten und Band oben waren silbern, und viele kleine 
selbstklebende Perlen setzten zauberhafte Akzente.

Die Schultüten-Saison hat mir wieder viel Spaß gemacht. 
Es folgen nur noch eine paar Auftragstüten, und dann können 
alle in die Schule marschieren. Es waren dieses Jahrt besonders 
fröhliche und harmonische Gruppen, die flexibel und kreativ 
gewerkelt haben und – glaube ich – alle Spaß dran hatten. 

Danke!

Dienstag, 21. Juli 2015

Rohbau eines Schultüten-Rohlings

Und jetzt – wie versprochen – die Bilder, wie ich einen Schultüten-
rohling zusammensetze. Ich zeige es hier anhand eines Wellpappe-
rohlings. Es ist angenehmer zu arbeiten und leichter zu knipsen …

Ich klebe erst das Krepp an die obere Kante. Bei Bedarf als erstes 
eine kurze Reihe, die hinterher hochsteht. Die erste Reihe ist am 
einfachsten, weil das Krepp hier auf die glatte Pappe geklebt wird.
Die 2. Reihe ist 2/3 einer Krepprolle hoch. Die 3. Reihe hat die volle 
Höhe. Das obere Ende aller Bahnen wird mit einer starken Schere 
als ganze Rolle nach Wunsch in Form geschnitten, bogig oder 
zackig,. Ich arbeite mit der Heißklebepistole, das hält am besten.

Der Rohling besteht aus 7 senkrechten Elementen. Auf der einen 
Seite sind 3 Laschen zum Einstecken. Auf der anderen Seite sind 
nach dem 1. Element die Schlitze für diese Einstecklaschen.


An dieser Seite beginne ich. Ich schmiere immer ein Stück
des Rohlings mit Heißkleber ein, ...


... dann lege ich das Krepp an und raffe es zügig 
mit dem Daumennagel in die heiße Pampe.


Heiß. Wirklich. Leider … Deshalb sage ich: mit dem Nagel, denn 
der ist nicht ganz so hitzeempfindlich wie die Fingerkuppe.

Das nächste Stück einschmieren, reinraffen. U.s.w. Das letzte 
Element des Rohlings, das mit den Einstecklaschen, wird nicht 
mit Krepp versehen!!!!!!!!!! Das Klappt nämlich über das andere 
und würde sonst abstehen. Was von der Rolle zuviel ist, wird 
grade abgeschnitten.


Ab der zweiten Runde wird es ein bisschen mühsamer. Denn auf 
dem gerafften Krepp Kleber hinzuschmieren ist leicht, aber darauf 
das nächste Papier zu raffen, ist manchmal etwas mühsam.


Immer weiter im Takt, und zwischendurch mal das neu Geklebte 
fest in die heiße Pampe und die unteren Schichten drücken, 
damit alles gut hält (ja, ich weiß – heiß …)


Auch hier am letzten Element aufhören.

Jetzt setze ich den Rohling zusammen. Ich habe schon vorher 
alle Elemente längs vorgeknickt. Jetzt drücke ich alle 3 Schlitze 
schonmal von unten auf. 


Dann lege ich den Rohling so hin, dass von beiden Seiten 2-3 
Elemente umgeklappt werden und mit einem Element überlappen, 
klappe den Rohling einseitig wieder auf und schmiere das Element 
vor den Schlitzen bis zum 2. Schlitz an den Längskanten ein. Wenn 
es am schmalen Ende kleckert, macht das nichts, das verschwindet 
in der Spitze. Aber es sollte niemals Kleber IN den Rohling geraten. 
Dann lässt er sich am Ende nicht runden.
Habe ich den Kleber drauf, stecke ich schnell erst die untere, dann 
die mittlere Lasche in ihre Schlitze …


und drücke das Ganze gut an.


Jetzt schmiere ich auch das obere Ende gut ein …


stecke die letzte Lasche in den letzten Schlitz 
und drücke wieder alles an.


Jetzt ist der Rohling soweit fertig. Der Wellpapperohling wirkt 
relativ wabbelig. Aber wenn die Spitze dran ist, man ein bisschen 
Zeitung innen in das Ende stopft und dann das Krepp oben zuge-
bunden ist, ist so eine Tüte genauso stabil wie eine feste runde Tüte.

Die Spitze habe ich nach einer Vorlage zugeschnitten, in diesem 
Fall die 6 Enden etwas nach außen gerollt und kleine Kreppstücke 
als Gras von innen angeklebt.


 Dann gebe ich von innen ganz viel Kleber auf die 6 Enden und in 
die Runde. Ich greife von oben in die Tüte (wenn das Krepp mich 
durchlässt), schiebe die Spitze auf das Tütenende und drücke die 
Spitze fest an ...


mit Gegendruck von oben. Die Spitze schmiegt sich an die 
6 Elemente der Tüte und stabilisiert die Form bis oben hin.

Und am Ende ist es ein richtig wilder Dschungel.


Beim runden Schultütenrohling ist meistens eine Filzmanschette 
von außen angeklebt. Die ist aber faltig, labberig und zu kurz. 
Darum wird sie in den meisten fällen kurz geschnitten und nach 
unten geklappt oder ganz entfernt. Stattdessen wird auch hier 
Krepp in die Runde geklebt. Das ist ein bisschen mühsamer, weil 
die Runde enger und eben geschlossen ist. Das bereits angeklebte 
Krepp muss immer nach außen weggeklappt werden, damit man 
weiter hantieren kann. Aber es sieht einfach schöner aus.


Hier wurde statt des Filzes ein Band um die kante geklebt und dann Krepp von innen. Und hier wurde eine kurze, stehende Runde von außen angeklebt, der Klebstoff durch ein Band verdeckt und dann 2 Reihen Krepp von innen angeklebt.




Sonntag, 19. Juli 2015

Schultütenkurs am 17. Juli 2015

Der dritte Schultüten-Termin war wieder ein Abend. Es war wieder 
sehr heiß, aber irgendwann hat man sich in diesem Sommer ja 
daran gewöhnt, ständig zu zerfließen ...

Es gab wieder einen Feuerwehrmann. Diese Mutter war ganz 
besonders gut darin, die Teile wie Gesicht oder Hydrant mit den 
Buntstiften zu kolorieren.


Richtig stark ist die Spitze der Tüte: silbern schimmernd mit 
Flammenkante. Den Filz haben wir wieder angemacht und 
auf die Kante stattdessen ein silbernes Band geklebt. Das 
Krepppapier ist aus flammenfarbenen Resten zusammengesetzt.

Schultüte "Feuerwehrmann"
Es gab 2 maritime Motive - diese Delphine, die sich 
mit Seesternen und Seepferdchen tummelten:

Schultüte "Delphine"




... und diese süße Meerjangfrau, die einen 
kleinen Tintenfisch in den Armen hält:
 
Schultüte "Meerjungfrau"



Auch hier wurde der Filz ganz entfernt. Eine kurze Kreppreihe 
kam von außen drauf und wurde mit einem schmalen Band 
und Muscheln noch verziert.


Die Muscheln wurden im letzten Urlaub gesammelt 
und bekamen hier einen Ehrenplatz.


Die Pferdetüte wurde nicht fertig, aber immerhin das Motiv:


Außerdem nutzte eine Mutter die Gunst der Stunde und 
verwendete gleich die neuen Hicks-und-Ohnezahn-Vorlagen.

Schultüte "Hicks und Ohnezahn"

Allerdings ist die Lieblingsfarbe grün darum musste Ohnezahn 
über einer Wiese mit Schafen und einer Wikingerhütte fliegen.




Hier ist der Himmel aus vielen verschiedenen 
Blau-Stücken zusammengesetzt.

Sonntag, 12. Juli 2015

Schultüten-Nachmittag am 11.7. im Format

Der zweite Schultütentermin fiel – ja, nicht ins Wasser sondern 
eher ins „Feuer“. Der Seminarraum liegt im 1. Stock unter dem 
Flachdach und ist rundum von der Sonne bestrahlt. Darum haben 
wir am letzten Freitag die weiße Fahne gehisst und den Kurs 
kurzerhand verlegt. Draußen: 36°C – drinnen: 36°C! Herzlichen 
Dank nochmal an alle flexiblen Teilnehmerinnen. Wir wären einfach 
eingegangen. Und ich wahrscheinlich irgendwann umgekippt, weil 
ich ja die ganzen 4-5 Stunden stehe …

Jetzt aber der tatsächlich 2. Termin am Samstag, 11.7., 
traditionell der Termin, bei dem die Kinder mitbasteln können. 
Das taten auch 2. Weil sie aber auch noch auf einen 
Geburtstag eingeladen waren, wurden die großen Schwestern 
gleich mitgebracht, damit es im Schnelltempo gehen konnte. 
Ich war ja etwas skeptisch, weil beide Wunschmotive eher 
kompliziert waren.

Den Anfang mache ich mit dem Lilien-Fußballer. Sieht der nicht 
stark aus? Der besteht aus 22 Teilen! Die Mutter fand im Laden 
einen kleinen Lilienstanzer und hat damit das Trikot und die 
Tütenspitze mit weißen Lilien verzieren können.


Hinter dem Kicker ist noch ein Tor, 
und das Krepp oben ist natürlich auch blau-weiß.



Für die zweite Tüte gab es einen besonderen Wunsch: irgendwas 
aus „Drachenzähmen leicht gemacht“. Da ich nicht wusste, ob es 
ein Mädchen oder ein Junge ist, habe ich sowohl Hicks und 
Ohnezahn als auch Astrid mit Sturmpfeil zu Vorlagen 
verarbeitet. Es wurde Hicks, und das im Schnelldurchlauf!


Ein Foto 4x auszudrucken und dann in Teile zu zuschneiden, 
ist eine Sache. Aber dass das dann sooo echt aussieht, 
ist schon genial. 


Die Spitze war aus Schmirgelpapier, und die grauen Felstürme 
stehen vor der Küste im Meer, wie im Film. Der Kreppverschluss ist 
aus diversen Blautönen zusammen geklebt.




Nach nur 2,5 Stunden sind die beiden Familien glücklich zum 
nächsten Event gestartet. Und ich konnte mich der geduldigen 
dritten Teilnehmerin zuwenden, die von der Vorwoche verschoben 
wurde. Ein Taucher war gewünscht. Ich hatte zwar ein Foto im 
Netz gefunden, aber die Mutter malte mir auf, wie ihre Tochter 
immer die Taucher malt. Da musste ich völlig umdenken.
Außerdem gab es keine dunkelblauen runden Tüten mehr. Also 
hat sie erstmal ihr ganzes Meeresgetier fertig gemacht. Und 
ich habe eine hellblaue Tüte mit dunkelblauem Tonpapier bezogen. 
Dann habe ich aus diversem Schmirgelpapier den Meeresboden 
an der Tütenspitze gemacht. Die Tüte im ganzen:


Plötzlich fiel mir auf, dass da ja eine Schatztruhe hinpassen 
würde. Meine Kiste mit Glitzersteinen musste herhalten für 
Golddublonen, Saphire, Smaragde und Diamanten. Ich habe 
die Truhe gemalt und dann am Truhenrand eingeschlitzt, 
so dass ich die großen Dublonen halb reinkleben konnte.


Die Taucherin bekam die Frisur von Franziska und alles, was 
ihr wichtig war: Gasflasche, Brille UND Schnorchel! Nicht schlecht, 
so mussten wir kein Gesicht malen. In die Hand kam dann noch 
eine Dublone. Und auf den Bauch der Anfangsbuchstabe.


Auf dem Meeresboden wachsen nun jede Menge Korallen, …


... ein Seestern krabbelt über Grund …


und um die Taucherin schwimmt so ziemlich alles, was 
wasserfest ist, ein Delphin, Fische, ein Tintenfisch und eine 
geniale Krabbe, die ich leider nicht geknipst habe. 
Auch hier sind die blauen Klebesteinchen als 
Luftblasen das I-Tüpfelchen.


Hier habe ich mich wieder mit diversen blauen Kreppresten 
ausgetobt. Ich fand es besonders schön, wie harmonisch die 
warmen Farbtöne des ganzen Getiers zusammenpassen. 
Nur die pinke Koralle ist (gewollter) Kontrast.

3 Schultüten, dreimal WOW!