Manchmal
dauert es Monate, bis man eine Idee umsetzt. Und dann auch
wirklich
fertig stellt. Dieses Projekt habe ich am Donnerstag in einem
Youtube-Video von Alexandra Grape (Pinsel, Schere und Co) gesehen
und
sofort die alten Kalender rausgekramt und losgelegt. Freitag
Abend war
das Teil dann fertig. Dabei hatte ich zunächst das
Problem, dass es bei ihr
ein Jahrbuch für Erinnerungsschnipsel war
und ich ja nun mitten im Jahr
kein Jahrbuch basteln wollte. Auch in
Urlaub fahren wir dieses Jahr nicht.
Aber dann fiel mir ein, dass
mein Patenmädchen, das die ersten 8 Jahre mit
ihrer Familie in
Tansania gelebt hat, nun in diesem Sommer nach 5 Jahren
dort Urlaub
machen wird, weil alle sehen wollen, wo sie waren und wie es sich
verändert hat. Also: ein Urlaubsschnipseltagebuch für Tansania.
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| Urlaubstagebuch |
Entsprechend
war die Auswahl der Kalenderblätter: witzigerweise war
ein Kalender
mit Bildern aus Indien dabei, was einiges an exotischem
Stoff bot.
Ansonsten fand ich jede Menge unverfängliche Landschaft.
Aber der
Reihe nach.
Die Größe
der Kalenderblätter und damit der Umschläge gab die Größe
des
Albums vor. Ich entschied mich für die Außenmaße 15x25cm. Die
Graupappe habe ich mit Papier bezogen, auf dem Korbgeflecht zu
sehen
ist. Tolle und tollste Körbe gibt es dort nämlich auf jedem Markt.
Die
Ziehharmonika für die Bindung hat 16 Talfalten für 30 Umschläge.
Gefalzt habe ich alle halbe Inch. Aus 2 Stücken wurde dann die ganze
Harmonika. Die Harmonika und die Vorsatzpapiere habe ich an die
Deckel geklebt.
Die
Kalenderblätter wurden zu 30 Umschlägen verarbeitet. Die Papiere
waren jeweils 7,5 x 7,5“ groß und wurden mit dem Envelope Punch
Board
bei 3 3/4“ gefalzt.
Netflix und
Sherlock haben mir die Zeit der folgenden Fleißarbeit verkürzt.
Denn alle 30 Umschläge wurden nachgefalzt, entschieden, wie rum sie
ins
Album sollen, die rechte Lasche in den Umschlag geklebt und dann
die 3
anderen Seiten geschlossen. Dann habe ich mir nochmal alle
Bilder
angesehen und entschieden, in welcher Reihenfolge ich sie
einklebe.
Und dann
kamen die Umschläge in die Harmonika. Alexandra hat sie vor
die
Zacken geklebt. Ich fand es aber so schade, dass dadurch noch
weniger
von den Bildern auf den Umschlägen zu sehen sein sollte, und
habe
sie darum hinter die Zacken geklebt. Dabei habe ich mich von
hinten
nach vorne vorgearbeitet. So kann man die Umschläge immer
auf den
vorigen ausrichten, damit alles grade wird. Dass die Umschläge
minimal unterschiedlich groß waren, hat mich dabei nicht gestört.
(Ich
bin ja keine Maschine ...)
Alexandra
hat zur Stabilisierung die Zacken der Harmonika von außen
komplett
mit Tacki zugeklebt. Aber als ich mir vorstellte, dass das Album
mit
jede Menge Zetteln, Eintrittskarten, gepressten Blättern oder was
auch
immer gefüllt werden würde, beschloss ich, die Zacken nicht
zuzukleben,
damit das Album mit dem Inhalt mitwachsen kann. Ich hatte
schon oft
Tagebücher, die dann vorne riesig dick wurden und dabei fast ihren
Rücken sprengten. Mit der
Entscheidung habe ich allerdings auch in
Kauf genommen, dass das
Album ziemlich wabbelig sein würde.
Für die
Abdeckblätter der einzelnen Umschläge habe ich mir eine Schablone
gemacht und damit 30 „afrikanische“ Papiere zugeschnitten. Die
habe
ich dann von vorne auf die Umschläge geklebt, damit die
unruhigen
Bild“schnipsel“ der Laschen nicht mehr zu sehen sind.
Die meisten dieser
Papiere stammen aus einem älteren
SU-6“-Designpapier-Block mit
afrikanisch anmutenden Motiven. Beim
Einkleben ist was Tolles passiert.
Die Zacken wurden so praktisch
zwischen den Vorsätzen und den Umschlägen eingeschlossen. Und
dadurch wurde die gesamte Bindung zwar so flexibel
im Rücken, wie
gewünscht, aber trotzdem total stabil und überhaupt nicht
wabbelig.
Ich war verblüfft und begeistert.
Weil man
Kleinkram oft aus solchen Umschlägen nicht gut rausbekommt
und
sowieso vielleicht was dazu schreiben will, habe ich noch 30 Karten
in den Naturtönen der Kalenderblätter geschnitten, und zwar so,
dass
eine Lasche hoch geknickt war, in die man seinen Kram stecken
kann.
(Hier ist unten eine grüne karte)
Witzigerweise passten die Reste der 6“-Papiere exakt auf
diese hochgeklappten Streifen drauf, was die Karten
nochmal schöner macht.
Ganz faul im
Computer habe ich die Urlaubstage geschrieben,
dann ausgestanzt und
auf die Umschläge geklebt.
Im Deckel
habe ich noch einen weiteren Umschlag angebracht
für allgemeinen
Kleinkram.
Vorne drauf
ist das Label gelandet.
Und damit
nichts aus dem Album rausplumpst, habe ich dann noch
ein Band längs
der Vorderkante angeklebt und damit eine lange
Kordel fixiert, mit
der das Patenmädchen sein Album zubinden kann.
Hier der Rücken:
Und nun
hoffe ich, dass der Urlaub so toll und ereignisreich wird, wie
es mir
Spaß gemacht hat, das Album zu werkeln. Ich bedanke mich
jedenfalls
bei Alexandra für die sagenhaft schöne und simple Idee
dieser
Bauart und dieser Art zu erinnern.