Und schon
wieder ein Workshop. Meine Eltern sind beide 80 Jahre
alt geworden.
Anfang Mai wird groß gefeiert mit der ganzen
Mischpoke und noch
einigen mehr. Ich soll dafür die Tischkarten
machen:“Aber bitte
nix aufwändiges, es reicht ganz einfach,
einfach ein bisschen nett.“
Sie kennen ihre Tochter ja gut …
Und
natürlich mache ich es doch aufwändig, denn ich will es ja
mehr als
„ein bisschen nett“. Geplant hatte ich eine Schachtel für
Schoki, in diesem Fall ein paar Apfelringe in Schokolade, und dazu
eine Tischkarte. Lieblingsfarbe meiner Eltern ist bordeauxrot.
Ein
bisschen schnörkelig-nostalgisch darfs auch werden.
Als erstes
habe ich mir ein Blatt Papier geschnappt und ausge-
messen, wie groß
die Schachtel für die Apfelringe denn sein muss.
Wegen meines
Falzboardes bin ich in Inch unterwegs, die Schachtel
braucht also
Ausmaße von 3 1/4“ mal 4“ und eine Höhe von 1,5“.
Um das
Gefriemel mit Klebelaschen zu vermeiden, habe ich mich
für diagonal
gefalzte und reingeklebte Ecken entschieden.
Außerdem wollte ich im
Deckel ein Loch, da eignen sich alle
Rahmenstanzen. Der Entwurf sieht
also so aus:
Beim
Umsetzen habe ich dann festgestellt, dass ich sinnvollerweise
erstmal
diese 3 Falze (rot) mache, damit ich die ziemlich großen
Ausschuss-Stücke rausschneiden kann, bevor ich sie alle zer-falze.
Wenn man sich vorstellt, dass das 7x11“ große Stück für die
Schachtel am Rand sitzt (und nicht wie beim Entwurf mittendrin),
dann
bleiben da nämlich verwertbare Stücke übrig.
Jetzt
schneide ich also die beiden großen Stücke (grün) raus und
mache
erst jetzt alle anderen Falze, die auf der Skizze zu
sehen sind. Dann
schneide ich alle anderen Stücke auch weg.
So sieht
mein Rohling nun aus, mit diagonalen Falzen
in allen 4
Schachtelecken.
Jetzt kommt
das Loch im Deckel. Ich habe mich für die schön
geschwungenen
Framelits von SU entschieden. Mein Problem
ist allerdings, dass der
Rohling zu breit ist, um im ganzen
durch die Bigshot zu wandern. Also
muss ich tricksen. Ich knicke
die Schachtelseiten schonmal um, und
damit sich die nicht
durchdrücken, lege ich dann die Stanzplatte nur
auf die
Stanze, nicht auf den ganzen Rohling.
Und schon habe ich mein
Loch.
Weiter
geht’s mit dem Rahmen um das Loch. Dazu nehme ich
dann dunkelroten
Karton und stanze mit der Größe das Loches
und mit der nächsten
Größe ineinander. Das ergibt dann einen
geschwungenen Rahmen, der
genau um das Loch passt. Den klebe
ich von außen auf den Deckel und
runde nebenbei noch die Ecken
der Einstecklasche ab. Von innen klebe ich ein Stück
Windradfolie gegen das Loch, die sieht man auf
den Bildern gar nicht, macht aber am Original was her.
Jetzt geht
alles ganz schnell: ich bestreiche alle
4 Ecken der Schachtel von
AUßEN mit Klebstoff ...
... und klebe sie aneinander,
dadurch stehen sie
nach innen.
Dann klebe
ich sie nach und nach an die
längeren Seiten von innen an …
… bis die
Schachtel fertig ist.
Und
geschlossen sieht sie so aus:
Das gefällt
mir schonmal ganz gut. Bis auf die Tatsache, dass
die Seitenwände
und Klebelaschen neben dem Deckel so zu sehen
sind. Aber erstmal fällt
mir dafür keine Lösung ein. Also baue ich
jetzt mal an den
Tischkarten rum.
Vom Stanzen
der Löcher habe ich jede Menge Innenteile,
da möchte ich was draus
machen. Ich mache mir also 2
verschiedene Knickkarten in Dunkelrot
und spiele mit den
hellen Mitten rum.
Hochkant?
Oder lieber Quer?
Ruhen lassen. Und dann kommt mir die Lösung beider Probleme:
ich
drehe einfach die Schachtel um und stecke die Namenskarte
in den
langen Schlitz. So ist er einbezogen und stört mich optisch
nicht
mehr. Und ich muss an der Tischkarte nicht nochmal
rumstanzen sondern
kann einfach ein rotes Rechteck nehmen,
eine Querfalz, die Ecken
abrunden und für den Namen ein
Mittelteil drankleben. Fertig!
Die beiden
Eckenabrunder, die ich hier verwendet habe, gefallen
mir aber nicht.
Das eine ist zu eckig, das andere nimmt zuviel
von der Papierlänge
weg. Also werden sie wohl einfach rund.
Und auf jeden Fall gibts am Schluss noch ein paar Schmettis
oder Blömschen oben druff.
So, jetzt gibts auch das Endergebnis zu sehen - hier.
Ich bin echt
gespannt, was meine Eltern dazu sagen.