Immer wieder
habe ich Menschen, denen ich vor allem
ein liebes Wort oder einen
Gedanken schenken möchte.
Aber ich mag ja nun nicht einfach eine
Geschichte kopieren
und in einen Breifumschlag stecken. Als am letzten
Sonntag
der „lebendige Adventskalender“ unserer Gemeinde bei uns
Station gemacht hat, habe ich unser Fenster zu dieser
Geschichte
gestaltet und allen Besuchern diese Geschichte
dann auch geschenkt.
Die
Legende vom vierten König
Ausser
Caspar, Melchior und Balthasar war auch ein vierter König aus dem
Morgenland aufgebrochen, um dem Stern zu folgen, der ihn zu dem
göttlichen Kind führen sollte. Dieser vierte König hieß Coredan.
Drei wertvolle rote Edelsteine hatte er zu sich gesteckt und mit den
drei anderen Königen einen Treffpunkt vereinbart. Doch Coredans
Reittier lahmte unterwegs. Er kam nur langsam voran, und als er bei
der hohen Palme eintraf, war er allein. Nur eine kurze Botschaft, in
den Stamm des Baumes eingeritzt, sagte ihm, dass die anderen drei ihn
in Betlehem erwarten würden. Coredan ritt weiter, ganz in seinen
Wunschträumen versunken.
Plötzlich
entdeckte er am Wegrand ein Kind, bitterlich weinend und aus mehreren
Wunden blutend. Voll Mitleid nahm er das Kind auf sein Pferd und ritt
in das Dorf zurück, durch das er zuletzt gekommen war. Er fand eine
Frau, die das Kind in Pflege nahm. Aus seinem Gürtel nahm er einen
Edelstein und vermachte ihn dem Kind, damit sein Leben gesichert sei.
Doch dann ritt er weiter, seinen Freunden nach.
Er fragte
die Menschen nach dem Weg, denn den Stern hatte er verloren. Doch
eines Tages erblickte er den Stern wieder, eilte ihm nach und wurde
von ihm durch eine Stadt geführt. Ein Leichenzug begegnete ihm.
Hinter dem Sarg schritt eine verzweifelte Frau mit ihren Kindern.
Coredan sah sofort, dass nicht allein die Trauer um den Toten diesen
Schmerz hervorrief. Der Mann und Vater wurde zu Grabe getragen. Die
Familie war in Schulden geraten, und vom Grabe weg sollten die Frau
und die Kinder als Sklaven verkauft werden. Coredan nahm den zweiten
Edelstein aus seinem Gürtel, der eigentlich dem neugeborenen König
zugedacht war. “Bezahlt, was ihr schuldig seid, kauft euch Haus und
Hof und Land, damit ihr eine Heimat habt !”
Er wendete
sein Pferd und wollte dem Stern entgegenreiten – doch dieser war
erloschen. Sehnsucht nach dem göttlichen Kind und tiefe Traurigkeit
überfielen ihn. War er seiner Berufung untreu geworden? Würde er
sein Ziel nie erreichen?
Eines
Tages leuchtete ihm sein Stern wieder auf und führte ihn durch ein
fremdes Land, in dem Krieg wütete. In einem Dorf hatten Soldaten die
Bauern zusammengetrieben, um sie grausam zu töten. Die Frauen
schrieen und Kinder wimmerten. Grauen packte den König Coredan,
Zweifel stiegen in ihm auf. Er besaß nur noch einen Edelstein –
sollte er denn mit leeren Händen vor dem König der Menschen
erscheinen? Doch dies Elend war so groß, daß er nicht lange
zögerte, mit zitternden Händen seinen letzten Edelstein hervorholte
und damit die Männer vor dem Tode und das Dorf vor der Verwüstung
loskaufte.
Müde und
traurig ritt Coredan weiter. Sein Stern leuchtete nicht mehr.
Jahrelang wanderte er. Zuletzt zu Fuß, da er auch sein Pferd
verschenkt hatte. Schließlich bettelte er, half hier einem
Schwachen, pflegte dort Kranke; keine Not blieb ihm fremd.
Und eines
Tages kam er am Hafen einer großen Stadt gerade dazu, als ein Vater
seiner Familie entrissen und auf ein Sträflingsschiff, eine Galeere,
verschleppt werden sollte. Coredan flehte um den armen Menschen und
bot sich dann selbst an, um anstelle des Unglücklichen als
Galeerensklave zu arbeiten. Sein
Stolz bäumte sich auf, als er in Ketten gelegt wurde. Jahre
vergingen. Er vergaß, sie zu zählen. Grau war sein Haar, müde sein
zerschundener Körper geworden. Doch irgendwann leuchtete sein Stern
wieder auf. Und was er nie zu hoffen gewagt hatte, geschah. Man
schenkte ihm die Freiheit wieder; an der Küste eines fremden Landes
wurde er an Land gelassen. In dieser Nacht träumte er von seinem
Stern, träumte von seiner Jugend, als er aufgebrochen war, um den
König aller Menschen zu finden. Eine Stimme rief ihn: “Eile,
eile!”
Sofort
brach er auf, er kam an die Tore einer großen Stadt. Gruppen von
aufgeregten Menschen zogen ihn mit, hinaus vor die Mauern. Angst
schnürte ihm die Brust zusammen. Einen Hügel schritt er hinauf,
Oben ragten drei Kreuze. Coredans Stern, der ihn einst zu dem Kind
führen sollte, blieb über dem Kreuz in der Mitte stehen, leuchtete
noch einmal auf und war dann erloschen.
Ein
Blitzstrahl warf den müden Greis zu Boden. “So muß ich also
sterben”, flüsterte er in jäher Todesangst, “sterben, ohne dich
gesehen zu haben? So bin ich umsonst durch die Städte und Dörfer
gewandert wie ein Pilger, um dich zu finden, Herr?” Seine Augen
schlossen sich. Die Sinne schwanden ihm. Da aber traf ihn der Blick
des Menschen am Kreuz, ein unsagbarer Blick der Liebe und Güte. Und
drei rote Tropfen fielen vom Kreuz herab in seine ausgestreckte Hand.
Vom Kreuz
herab sprach die Stimme: “Coredan, du hast mich getröstet, als ich
jammerte, und gerettet, als ich in Lebensgefahr war; du hast mich
gekleidet, als ich nackt war!” Ein Schrei durchbebte die Luft –
der Mann am Kreuz neigte das Haupt und starb. Coredan erkannte mit
einemmal: Dieser Mensch ist der König der Welt. Ihn habe ich gesucht
in all den Jahren. – Er hatte ihn nicht vergebens gesucht, er hatte
ihn doch gefunden.
Nach einer
russischen legende
So sieht das
Geschenk aus, der Stern, die drei Diamanten
und ein Lichtwort aus dem
Johannesevangelium
zieren das Deckblatt:

Das große
Stanzlabel 2x, dazu die beiden kleinen
geschwungenen Ettiketten
(alles von SU) und ein Sternchen
ausgestanzt. Ein paar Kanten
gewischt und 3 kleine
Brillies aufgeklebt.
Den Textstreifen habe ich 2-spaltig gesetzt, eine Schrifttype
Den Textstreifen habe ich 2-spaltig gesetzt, eine Schrifttype
und -Größe gewählt,
dass der Text (8 cm breit) in 2 Spalten
passt und am Anfang und Ende
jeweils etwas Luft zum Ankleben ist.
Wenn ich das von beiden Seiten
bedrucke, kommt automatisch
die zweite Hälfte der Geschichte auf die
Rückseite der ersten Hälfte.
Das Blatt kann ich nun der Länge nach
falten und daraus
2 Streifen (9,5cm breit) schneiden, auf denen
jeweils die
ganze Geschichte ist.
Dieser lange Streifen bekommt nun ein paar Falzungen -
Dieser lange Streifen bekommt nun ein paar Falzungen -
am Anfang und Ende die Klebelasche
und dazwischen
5 Segmente á 2 1/8 inch. Also falzen bei:
1/2" - 2 5/8" 4 6/8" 6 7/8" 9" - und am Schluss bei 11 1/8"
Der Streifen sieht dann so aus:
1/2" - 2 5/8" 4 6/8" 6 7/8" 9" - und am Schluss bei 11 1/8"
Der Streifen sieht dann so aus:
Wenn ich den
Streifen vollständig im Zickzack eingefaltet
habe, kann ich jeweils
von außen auf die Laschen
Klebstoff/Klebestreifen geben. Erst klebe
ich das gefaltete Papier
mittig auf die Unterseite. Dann richte ich
das obere Label
nach den Kanten vom unteren aus und klebe es von oben
auf
die Geschichte. Und schon ist das Geschenk fertig.
Das Deckblatt wird so gestaltet, dass beim Öffnen der
Das Deckblatt wird so gestaltet, dass beim Öffnen der
Anfang der
Geschichte erscheint. Und wenn man mit Lesen
unten angekommen ist,
wendet man das ganze Ding und
kann auf der Rückseitze weiter lesen.
Hier einmal geöffnet:
Hier einmal geöffnet:

Bestimmt
fallen Euch schöne andere Geschichten ein, die zu
Euren lieben
Menschen passen und sie erfreuen würden.
Unsere Gäste haben
jedenfalls andächtig gelauscht,
als Hannah imKüchenfenster hockte
und die Sternenlampe
an- und ausschaltete, nach und nach die
transparenten
Diamanten abnahm und schließlich drei transparente
„Diamantentropfen“ anklebte. Danach bekam jeder Besucher
eine
Geschichte und einen Zimtstern geschenkt.
Viel Spaß beim Nachbauen!