Vor
kurzem bin ich über diese zauberhafte Geschichte gestolpert:
In
Süditalien lebte einst ein sehr alter Mann. Er genoss sein Leben,
und
niemand
hatte ihn je in schlechter Stimmung erlebt. Jeder kannte ihn
und
jeder mochte ihn.
Eines
Tages fragte ihn ein kleines Mädchen, wie alt er denn sei.
Er
setzte sich neben sie auf den Rand des Dorfbrunnens und antwortete:
"Ich
bin 97 Jahre alt, und ich habe schon sehr viel gesehen und erlebt.“
Das
Mädchen staunte, denn so eine große Zahl an Jahren konnte es sich
gar
nicht vorstellen.
Da
erzählte ihr der alte Mann: „Weißt du, ich verlasse niemals mein
Haus,
ohne
mir zuvor eine Hand voll Bohnen einzustecken. Ja, es stimmt, ich
nehme
mir
immer eine Handvoll Bohnen mit. Ich nehme sie mit, um all die
schönen
Momente
meines Tages einzufangen. So kann ich sie noch lange genießen.
Für
jede schöne Kleinigkeit, die ich tagsüber erlebe, lasse ich eine
Bohne
von
der linken in die rechte Jackentasche wandern.“
„Was
sind das für Kleinigkeiten?“, fragte ihn das Mädchen, das
aufmerksam
zugehört
hatte.
„Nun. Zum Beispiel so ein fröhlicher Plausch, wie ich ihn jetzt mit dir führe.
„Nun. Zum Beispiel so ein fröhlicher Plausch, wie ich ihn jetzt mit dir führe.
Das
Lachen meiner Frau, ein köstliches Essen, ein schattiger Platz in
der
Mittagshitze,
ein Glas guten Weines am Abend. Der Ruf eines Vogels oder der
Duft
der reifen Feigen an diesem Baum dort. Alles, was meine Sinne und
mein
Herz
erfreut. Manchmal sind es gleich zwei oder drei Bohnen.
Abends
sitze ich dann zu Hause und zähle die Bohnen aus der rechten
Tasche.
Ich
genieße diese Minuten. So erlebe ich noch einmal, wie viel Schönes
Gott
mir
an diesem Tage geschenkt hat. Und immer wieder staune ich darüber,
werde
dankbar und freue mich. Selbst an einem Abend, an dem ich nur eine
Bohne
zähle, ist der Tag gelungen. Dann hat es sich zu leben gelohnt."
Dann
schenkte der alte Mann dem Mädchen ein paar seiner Bohnen. Und als
er
die Freude in ihrem Gesicht sah, steckte er gleich noch eine in seine
rechte Jackentasche.
Die
Geschichte hat mich berührt. Bei der nächsten Gelegenheit habe ich
mir
eine
Tüte weißer Bohnen gekauft und es ausprobiert. Und seitdem habe
ich
immer
eine Handvoll Bohnen in der Hosentasche. Die wandern dann im Laufe
des
Tages von links nach rechts.
Ich
wäre nicht ich, wenn mein Gehirn dabei nicht zum Rattern käme.
Und
das ist das Ergebnis:
Ich
habe eine Karte mit dickem Rücken gestaltet, in der links Platz
zum
Schreiben ist und rechts ein Fach mit Inhalt. Darin stecken die
aufgerollte
Geschichte und ein Tütchen mit Bohnen.
Da
ich vor kurzem auf einem Kunstmarkt war, wo ich immer gerne
etwas
am Tisch zu basteln habe, habe ich die Einzelteile aus
Grundkarton
und passenden Designpapieren vorher in größerer Anzahl
zugeschnitten,
die Geschichte auf verschieden farbigem Papier
ausgedruckt
und Bohnen in Tütchen abgefüllt.
Auch
verschiedene geeignete Stempel in der passenden Größe
habe
ich rausgesucht.
Ich
kriege immer Reaktionen auf meine Arbeit, wenn ich da so sitze
und
bastele. Diesmal war es so, dass ich immer wieder die Geschichte
in
Kurzform erzählen "musste". Und es hat mir ungeheuer
viel
Spaß gemacht.
Ich schimpfe ja immer mit mir, wenn ich mal wieder über neue wunderschöne
Designpapiere
stolpere und nicht widerstehen kann. Aber in solchen Momenten,
wenn
ich nach passenden Papieren suche, genieße ich meine große
Auswahl
(und bekämpfe das schlechte Käufergewissen ...)









