Samstag, 31. Oktober 2015

tag-Adventskalender-Wichteln im Stempelforum

Ich habe mal wieder einiges zu zeigen. Denn der Advent bringt wie in jedem Jahr zahlreiche Bastelaktivitäten mit sich. Ich liebe es zum Beispiel, Adventskalender zu füllen und zu verschenken.

Als erstes muss immer der tag-Adventskalender vom Stempelforum fertig werden. Denn 25 liebe Stempelhühner schicken 24 einzeln verpackte Kärtchen an eine Person, und die verteilt die dann so um, dass alle von den jeweils anderen 24 je eins zurück bekommen. Das dauert immer etwas, darum sind meine tags schon im Oktober entstanden.

Ich wollte das Jahreszeitenfenster von SU nutzen. Also habe ich gestreiftes Papier als Tapete genommen, den Baum draufgesetzt und das Fenster ausgeschnitten und aufgesetzt. Der Baum ist mit Minibrads in Weihnachtsfarben geschmückt. Und vor dem Fenster fliegt neben noch einem Baum ein Vögelchen mit einem Mistelzweig im Schnabel. Den Vogel habe ich aus einem PB-Stempel isoliert, auf den Himmel gestempelt, nochmal extra gestempelt und aufgesetzt.
Danach war mir nach was Schnellem: ich hatte wunderschön schimmernde Buntstifte gefunden. Dazu passte die Baumreihe von Heindesign. Weiß embosst auf schwarz gefiel es mir am besten. Und so ist diese schimmernde Baumreihe entstanden.


Das „weihnachtliche“ Designpapier von SU gab es mal als A6-Block, und ich konnte dann gar nichts so richtig damit anfangen. Aber 
in Kombi mit dem 6-Eck-Stanzer ist daraus ein bunt gemixter Weihnachtswunsch geworden.
Ich mag ja nicht nur kolorieren, aber die gans auf dem Ge- schenkeberg passt so gut zu Weihnachten, dass ich mich mal wieder an ein fröhliches tag gemacht habe.
Und dann war mir wieder nach was Aufwändigem. Der Weih- nachtsmann im Schornstein passt einfach gut auf das Format. Aber ich wollte nicht nur den nackigen Schornstein. Die Miniettikett-Stanze hat die Lösung gebracht. Bei einem guten Film habe ich nebenbei ziemlich viele terrakottafarbene Dachziegel gestanzt und an 2 kanten gewischt. Dann ging das Gefummel los: das untere Ende des tags weiß und die 1. Reihe mit Abstandspads angehoben habe ich ein schönes Dach „gedeckt“. Die oberste Reihe ist aus halbierten Stanzteilen. Da beim Stempel am Schornstein Schnee vorgesehen ist, habe ich schimmernde Strukturpaste auf dem ganzen Dachfirst verteilt. Und die Schneeflocken am Nachthimmel sind mal wieder ein Bettina-Spezial. Es gibt doch so selbstklebende Schriften wie „Konfirmation“ oder „Herzlichen Glückwunscch“ und so. Und manchmal sind die aus lauter winzigsten blauen oder rosa Brillies oder Perlchen. Ich finde die Schriften ansich furchtbar, aber ich liebe es, so zu einem unschlagbar günstigen Preis an wirklich winzige Klebeteile zu kommen, die dann auseinander zu scheiden und einzeln zu verwenden. Die Schneeflocken sind solche Miniperlen.


Eine Freundin, die alle diese Designs schon kannte, musste natürlich was Neues bekommen. Für sie habe ich dann 3 neue Stanzen ausprobiert. Hinter dem Sternenhimmel schaut mattgoldenes Papier durch die Sterne hervor. Die Schneekante ist mit einer „stich“-Welle gestanzt. Und der transparente große Stern, der da hängt, ist mit einer Tim Holtz-Rosettenstanze gemacht.


Für die Verpackung habe ich kleine hölzerne Schneekristalle gefunden. Also habe ich auch die Umschläge mit einem Braunton bestempelt. Und dazu passte dann irgendwie – für mich ganz untypisch – am besten das rosa Ettikett hinter dem Holzteil.


Ende November kam dann mein Paket mit den tags der anderen wieder zu mir zurück. Die geheimnisvollen Umschläge sind an einer Leine an meiner Wohnzimmertür gelandet und haben auf den 1. Dezember gewartet. Aber das zeige ich im nächsten Post.

Samstag, 10. Oktober 2015

Die weißen Bohnen

Vor kurzem bin ich über diese zauberhafte Geschichte gestolpert:

In Süditalien lebte einst ein sehr alter Mann. Er genoss sein Leben, und 
niemand hatte ihn je in schlechter Stimmung erlebt. Jeder kannte ihn 
und jeder mochte ihn.

Eines Tages fragte ihn ein kleines Mädchen, wie alt er denn sei. 
Er setzte sich neben sie auf den Rand des Dorfbrunnens und antwortete: 
"Ich bin 97 Jahre alt, und ich habe schon sehr viel gesehen und erlebt.“
Das Mädchen staunte, denn so eine große Zahl an Jahren konnte es sich 
gar nicht vorstellen.
Da erzählte ihr der alte Mann: „Weißt du, ich verlasse niemals mein Haus, 
ohne mir zuvor eine Hand voll Bohnen einzustecken. Ja, es stimmt, ich nehme 
mir immer eine Handvoll Bohnen mit. Ich nehme sie mit, um all die schönen 
Momente meines Tages einzufangen. So kann ich sie noch lange genießen. 
Für jede schöne Kleinigkeit, die ich tagsüber erlebe, lasse ich eine Bohne 
von der linken in die rechte Jackentasche wandern.“
Was sind das für Kleinigkeiten?“, fragte ihn das Mädchen, das aufmerksam 
zugehört hatte.
„Nun. Zum Beispiel so ein fröhlicher Plausch, wie ich ihn jetzt mit dir führe. 
Das Lachen meiner Frau, ein köstliches Essen, ein schattiger Platz in der 
Mittagshitze, ein Glas guten Weines am Abend. Der Ruf eines Vogels oder der 
Duft der reifen Feigen an diesem Baum dort. Alles, was meine Sinne und mein 
Herz erfreut. Manchmal sind es gleich zwei oder drei Bohnen.
Abends sitze ich dann zu Hause und zähle die Bohnen aus der rechten Tasche. 
Ich genieße diese Minuten. So erlebe ich noch einmal, wie viel Schönes Gott 
mir an diesem Tage geschenkt hat. Und immer wieder staune ich darüber, 
werde dankbar und freue mich. Selbst an einem Abend, an dem ich nur eine 
Bohne zähle, ist der Tag gelungen. Dann hat es sich zu leben gelohnt."

Dann schenkte der alte Mann dem Mädchen ein paar seiner Bohnen. Und als 
er die Freude in ihrem Gesicht sah, steckte er gleich noch eine in seine rechte Jackentasche.

Die Geschichte hat mich berührt. Bei der nächsten Gelegenheit habe ich mir 
eine Tüte weißer Bohnen gekauft und es ausprobiert. Und seitdem habe ich 
immer eine Handvoll Bohnen in der Hosentasche. Die wandern dann im Laufe 
des Tages von links nach rechts.

Ich wäre nicht ich, wenn mein Gehirn dabei nicht zum Rattern käme. 
Und das ist das Ergebnis:


Ich habe eine Karte mit dickem Rücken gestaltet, in der links Platz 
zum Schreiben ist und rechts ein Fach mit Inhalt. Darin stecken die 
aufgerollte Geschichte und ein Tütchen mit Bohnen.
                                         

Da ich vor kurzem auf einem Kunstmarkt war, wo ich immer gerne 
etwas am Tisch zu basteln habe, habe ich die Einzelteile aus 
Grundkarton und passenden Designpapieren vorher in größerer Anzahl 
zugeschnitten, die Geschichte auf verschieden farbigem Papier 
ausgedruckt und Bohnen in Tütchen abgefüllt.
                                                  


Auch verschiedene geeignete Stempel in der passenden Größe 
habe ich rausgesucht.








Ich kriege immer Reaktionen auf meine Arbeit, wenn ich da so sitze 
und bastele. Diesmal war es so, dass ich immer wieder die Geschichte 
in Kurzform erzählen "musste". Und es hat mir ungeheuer 
viel Spaß gemacht.

Ich schimpfe ja immer mit mir, wenn ich mal wieder über neue wunderschöne
Designpapiere stolpere und nicht widerstehen kann. Aber in solchen Momenten, 
wenn ich nach passenden Papieren suche, genieße ich meine große 
Auswahl (und bekämpfe das schlechte Käufergewissen ...)


Donnerstag, 1. Oktober 2015

Schmuckscheibe aus Speckstein

Beim Geburtstag meines Sohnes gab es als Programm 
Speckstein-Arbeiten. Und weil die teilnehmer dabei relativ 
schnell selbständig arbeiten können, hatte ich auch Muße 
für ein kleines Stück.

Ich nahm mir eine Scheibe und wollte daraus eigentlich 
einen komplett glatten Schmuckanhänger machen. Aber 
beim Feilen gefiel mir die raue Stelle neben dem Glatten.

 

Also habe ich diese Stelle tiefer geraspelt und grob gelassen.
Ich hab ihn mal nass gemacht, als der Stein noch lange 
nicht fertig war.


Das war mir immer noch nicht tief genug. Also habe ich nochmal 
die Raspel gegriffen. Nun sieht es aus, als sei eine Schale 
aufgeplatzt und das grobe Innere komme zum Vorschein. Wenn 
ich nur das Glatte öle, ist der Unterschied gut zu sehen. Und 
wieder kommt eine schöne Maserung mit einer bläulichen 
Überraschung zum Vorschein. Das Rötliche ist dafür ganz weg.

Schmuckscheibe aus Speckstein

Aber frag nicht, WIE lange ich an dem Teil rumpoliert habe.

Dienstag, 29. September 2015

Kindergeburtstag mit Speckstein

Unser Sohn ist mal wieder ein Jahr älter geworden. Und ich 
habe mich schon gefreut, dass er mit 11 Jahren immernoch 
die kreative Beschäftigung für seine Party einklagte.
 So gab es nach Geschenken, Kuchen und Spielchen: Speckstein.

Inzwischen hatte ich von uns ein paar verschiedene Stücke 
zu zeigen. Und nachdem ich den Kindern die verschiedenen 
Werkzeuge erklärt hatte, …


haben sie sich einen Stein ausgesucht und losgelegt. 

Das Kamel bekommt Augen:


Nach dem Raspeln und Feilen kommt die Feinarbeit.
Hier wird die Seite des Steins ganz fein geglättet. Das 
Schleifpapier ist nicht zu vergleichen mit dem, was wir als 
Schmirgelpapier kennen. Beim Speckstein arbeiten wir uns 
von Körnung 180 zu Körnung 1200 vor.


3 Stunden später gab es ein Kamel …


und 2 kleine Handschmeichler.


Hannah hat weiter an ihrem Pferdekopf 
aus dem Urlaub gearbeitet. 


Beim Ölen erschienen rötliche Streifen und Flecken, 
die den Stein ganz lebendig aussehen ließen.


Tobias machte diesmal einen Smiley für sich selbst. 
So sehen die gelieferten Scheiben aus:




Die Kinder waren alle glücklich mit ihrem Ergebnis. 

Ergebnisse der Kinder aus Speckstein

Und die Dauer von 2-3 Stunden war auch genau richtig 
für einen Kindergeburtstag.

Sonntag, 20. September 2015

kleine Eule aus Speckstein

Ich habe eine sehr gute Freundin gefragt, welche Tiere ihr 
besonders viel bedeuten. Sie nannte die Eule und – zu ihrem 
eigenen Erstaunen – die Schlange. Sie erklärte mir, dass 
die Schlange wohl dafür steht, dass man sich im Leben immer 
wieder „häutet“, also verändert, neu erfindet.

Interessanterweise hatte ich SOFORT das Bild vor Augen, wie 
eine Eule auf einem Baumstumpf sitzt und eine Schlange sich 
vom Stumpf aus darum windet und am Hinterkopf der Eule 
endet. Und das habe ich dann auch versucht, aus einem 
Stück Speckstein zu holen.

Ich fand einen beige-rötlichen Stein, dessen Form dazu passte. 
Ich musste nur wenig dafür tun, die grobe Form des Baumstumpfes 
herauszuholen und das Ende der Schlange darum zu wickeln. 
Aber vor dem Rest hatte ich sehr viel Respekt. Nur ganz vorsichtig 
habe ich nach und nach die Proportionen der Eule gearbeitet und 
die Schlange über die Kante des Baumstumpfes auf den Rücken 
der Eule kriechen lassen. So sah dann der Rohbau aus:



Die Krallen, Gesicht und Ohren der Eule waren echt knifflig, weil 
der Stein relativ porös ist und ich Sorge hatte, da würde mir was 
abbrechen. Aber es ist ja alles gut gegangen.


Ich habe dann zunächst alles ziemlich gut geglättet bis auf 
den Stumpf, der sollte rauh bleiben. Die Schlange zu polieren, 
ohne den Stumpf mit zu erwischen, war nicht so leicht. 



Überhaupt sieht man unter dem Schnabel und um die Augen 
besonders, dass es bei so feinen Strukturen gar nicht so leicht 
ist, den Stein wirklich glatt zu kriegen. Die Figur ist ja nur 6cm 
hoch. Ich bin an vielen Stellen auch mit kleinen Schmirgelstücken 
gar nicht dazwischen gekommen. Wie ich das machen kann, 
muss ich noch üben.


Erst, als alles so glatt wie möglich war, habe ich dann die 
verschiedenen Muster in die Schlange geritzt und dem 
Baumstumpf die Rindenstruktur grob reingefeilt.


Oben sieht man, wie die Zunge der Schlange genau im Pinselohr 
der Eule endet. Und unten sieht man, wie die Schlange an der 
Häutungsstelle ein neues Muster bekommt.


Und nach dem Ölen strahlte der Stein 
in seiner rötlichen Farbe auf.

Eule aus Speckstein

Meine Freundin hat sich halb tot gefreut.