Eine sehr
liebe Stempelfreundin ist vor ein paar Jahren etwas „abgedriftet“,
als sie angefangen hat, wunderschöne Tücher zu häkeln. Ich hab mir
das so
angesehen auf ihrem Blog, fand die Tücher auch ganz schön,
habe aber
eigentlich vor allem ihre wunderschönen Stempelwerke
vermisst.
Ihre Blogposts mit den Tüchern sind immer überschrieben
mit „ich hänge an
der Nadel ...“. Tja – und wie man sieht –
ich jetzt auch …
Klar hab ich
als Kind häkeln gelernt. Naja – Topflappen. Ansonsten habe ich
jahrelang exzessiv gestrickt und in den letzten Jahren vor allem
genäht.
Aber vor allem-allem-allem mit Papier gearbeitet. Irgendwann
im letzten
Jahr hat mir meine Schwiegermutter ein moderne
Häkelzeitschrift von
gehobenem Niveau gegeben mit den Worten „das
ist doch nix für mich,
vielleicht kannst Du sie brauchen“. Nö,
ich auch nicht. Aaaaber – auf der
Rückseite ist eine
ganzseitige Anzeige von – tädäääääää – der Wollfactory.
Und da wars passiert.
Die
Wollfactory ist eine deutsche Firma, die Garne unterschiedlichster
Qualitäten individuell nach eigener Zusammenstellung wickelt. Hä?
Ja, man
sucht sich die Garnqualität aus, die Fadenstärke, die
Lauflänge – und dann
sucht man sich noch die Farbtöne, die
Reihenfolge und die Wicklung aus.
Man entscheidet einfach alles
selbst. Nur das Gewickele, das übernehmen die.
Und nach wenigen
Tagen hat man SEIN Knäuel in der Hand. Bombastisch!
Ich wusste
auch sofort, was ich machen wollte – ein lieblingsfarben-grünes
Tuch zur Konfirmation meines Patenkindes, symbolisch für Gott, der sie immer
wärmen und schützen will. Gesagt getan, Wolle bestellt, bei
Crazypatterns im
Netz eine tolle Anleitung für ein Sterntuch
gefunden, losgehäkelt, mit dem
Zug zur Konfirmation gefahren, das
Tuch im Zug verloren und nie wieder
gesehen. Boah, ich hätte soooo
heulen können!
Aber während
der Häkelei kam meine Tochter auf den Geschmack.
Und darum durfte
sie sich eigene Farben aussuchen, Form und Muster
bestimmen. Und hier
zeige ich nun das 2. Tuch in Rosa und Beerentönen
für die tollste
Tochter der Welt zum Schulabschluss der Realschule:
In diesem
Fall habe ich einfach ein paar Häkelzeitschriften mit
Mustersammlungen gekauft und die Schönsten Muster hintereinander
weg
auf die Farbstreifen der Wicklung verteilt. Die meisten Streifen
enden mit einer Reihe Relief-Stäbchen.
Das
verarbeitete Garn ist Lola, 2-fädig, 250g mit Nadelstärke 3,5
gehäkelt. Es fühlt sich wunderbar weich an, lässt sich super
verarbeiten.
Und weil ich wollte, dass die Farben immer am Rand
anfangen, habe
ich jeweils die Reststücke der Farben abgeschnitten.
So konnte ich
dann auch am Schluss einmal mit immer den richtigen
Farben ganz
außenrum häkeln und mit festen Maschen den Rand
begradigen,
stabilisieren und gleich die Fäden alle darin
verschwinden lassen.
(Ich hasse Fäden vernähen …)
Auch wärmend um den Hals gewickelt sieht das Tuch schick aus.
Tja, und
dann habe ich mich an das 1. Tuch 2.0 gemacht. Denn das
sehe ich ja
gar nicht ein, dass mein tolles Patenmädchen auf sein
Konfigeschenk
verzichten soll! Das zeige ich dann demnächst.


