Ja, ich bin
einfach viel zu häufig im Format, meinem Leib- und Magen-Bastelladen
in Darmstadt. Für mich einfach ein Paradies. Manchmal kommt es vor,
dass ich dort Leute sehe, die suchend an den Regalen entlangstreifen,
Paare, die mit Papieren oder Stempeln in der Hand heftig diskutieren,
… Einmal rief mich eine Mitarbeiterin zu Hause an, weil ein Kunde
da stand mit einer angefangenen Karte, bei der etwas schief gegangen
war (natürlich bei allen Exemplaren, nicht nur bei einem - Murphys law ...). Ich bin
also hingeflitzt, habe den aufgelösten Mann eingesammelt, das
Problem analysiert und dann mit ihm eine Lösung ausgekaspert. Sie
hatten auf ganz glattem Papier mit Pigmentkissen gestempelt – aber
nicht embossed. Und diese Farbe hält auf dem Papier einfach nicht,
sie verwischt.
Ein andermal
stand ein junges Pärchen einfach nur ratlos vor den Stempeln, als
ich grade da war. Ich habe sie angesprochen, schnell gemerkt,
dass die Einladung zwar gestern raus sollte aber noch gar keine
Vorstellungen da waren – und die beiden in meinen Keller
eingeladen.
Sie wollten
gerne selbst basteln, hatten sowas aber noch nie gemacht. Sie wussten
nur: es sollte das peppige Apfelgrün vorkommen. Und auf den Tischen
beim Fest würden Calla-Blüten liegen.
Also habe
ich ein paar Fragen gestellt, den passenden Stempel gefunden, das
richtige Stempelkissen da gehabt und ein paar Muster gebaut. Im
Zusammenhang mit dem Trautext aus Korinther 13 „das Hohelied der
Liebe“ entstand dann diese Einladung – artoz1001 quadratisch
13x13cm, mit dem Korinther-Text auf englisch (Judi Kins) und der
doppelten Calla (Stempelschmiede) in einem schimmernden Grün
(Brilliance Lemon):
Mein
Vorschlag für die Tischkarte war ganz schlicht. Standardmaß, Calla,
Name, fertig. Dazu gab es als Give away ein Organzasäckchen mit
apfelgrünen, eigens aus USA bestellten „jelly beans“, daran ein
Papierfähnchen mit dem apfelgrünen Schriftzug „Herzlich
Willkommen“.
Im Gespräch
ergab sich nebenbei, dass sich die Ratlosigkeit auch in anderen Bereichen bemerkbar machte. Also habe ich einen
ganzen Haufen Tipps eingestreut. Unter anderem, weil die beiden alles
Organisatorische selbst machen wollten, aber beide voll berufstätig
waren: „Entscheidet selbst, wie Ihr es haben wollt. Und dann sucht
Euch Leute unter den Gästen, die genau das gut können. Delegiert,
was das Zeug hält, sonst kriecht Ihr hinterher auf allen Vieren zum
Altar und seid zu erschöpft für Eure eigene Hochzeit.“
Als wir die
fertige Einladung in den Händen hielten, überlegte er einen Moment
und dann fragte er:“Sie haben gesagt, wir sollen so viel wie
möglich delegieren. Was kosten das, wenn wir das hier an Sie
delegieren?“
Ich durfte dann ran …
Ich durfte dann ran …
Für die
Danksagung kamen die beiden nochmal wieder. Wir waren inzwischen
per Du, und die beiden waren schon lockerer
drauf. Die Ideen flogen hin und her. Schließlich entschieden sie
sich für seine Idee mit der kerbe und dem grünen Kreis und für
meine Idee mit der Tasche für Dankeschön-Fotos innendrin. Und
natürlich tauchte auch hier wieder die Calla auf.
Solltet Ihr das hier jemals lesen:
es hat soooo viel Spaß mit Euch gemacht!

